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Die Youtube-Apokalypse: Waschlappen-Programm, Spinner und Data Mining

Kommentar

Der Sinn und Zweck von Fernsehen ist, die Leute von (Fach-)Büchern fernzuhalten, die Zeit der Zuschauer zu vergeuden, Falschinformationen zu verbreiten und die Daten auszuwerten, wer wann welches Programm ansieht, um Leute künftig besser manipulieren zu können. Die Evolution des Fernsehens überrascht daher nicht:

  • Früher: Eine zweistellige Anzahl an Fernsehkanälen bzw. gleichzeitigen Programmen, aufgeteilt in Politisches, Seichtes, Sport usw.
  • Dann: Pay TV und Satellitenfernsehen erhöhen die Anzahl der Kanäle auf eine dreistellige Zahl. Mehr Nischen denn je wurden bedient, ob nun stundenlanges Fische Angeln oder Sumo-Wrestling.
  • Später: Das Internet erhöht die Anzahl der Programme auf vier- und fünfstellige Dimensionen
  • Schließlich: Youtube und ähnliche Plattformen machen Millionen an Kanälen möglich.

Für Mainstream-Brei gibt es klassische TV-Sender und Netflix, für die schnell produzierbaren Nischen-Programme gibt es Youtube. Trotz der aktuellen Löschungen wird es aber nicht unbedingt eine solch platte und starre Säuberungsaktion geben in der Youtube-Sphäre, wie von vielen befürchtet wird. Es geht eher um eine Bremsung und Disziplinierung von Youtubern, damit diese in geordneten Bahnen das Informationschaos vergrößern, das Publikum ablenken, in die Irre führen, vom Bücherlesen abhalten und weiter an den Bildschirm fesseln, damit die Algorithmen mehr zum messen haben. Die größeren und extremeren Medienfiguren werden dazu gedrängt, mainstream-konformer zu werden. Die kleineren Youtuber raufen sich die Haare über die Frage, ob sie mit Radikalität punkten und die Nachteile akzeptieren wollen, oder ob sie die erfolgreichen verweichlichten Sell-Outs nachäffen sollen.

Das Schlimmste für Youtube ist es, wenn die Eltern ihren Kinden den Glotz-Konsum einschränken oder verbieten wegen all dem extremen Müll, oder dass junge Leute sich von Youtube abwenden, weil sie dort keine Seriösität und Qualität mehr erwarten. Die aktuelle Säuberungsaktion soll das Gleichgewicht herstellen, um Youtube nicht zu anstößig, aber auch nicht zu langweilig zu machen.

Es wäre für das amerikanische Regime ein Verlust, wenn beispielsweise der Kanal von Infowars verschwinden würde. Der Infowars-Kanal mit rund zwei Millionen Abonnenten (aber nur auffällig wenigen Views pro Video) hat nun drei Verwarnungen kassiert und könnte bald gelöscht werden. Infowars behauptet, die Löschung solle bereits am heutigen Sonntag stattfinden, wobei dies aber längst nicht bestätigt ist und sogar bestritten wurde. Wahrscheinlicher ist eine kurzzeitige Sperre, die einen disziplinierenden und bremsenden Effekt hat. Um nicht pleite zu gehen, wird Infowars sich künftig zurückhalten müssen. Dann aber sucht sich das Publikum radikalere Verschwörungsmedien.

Infowars hat in den vergangenen Jahren russische Desinformation reisten Wassers verbreitet, was wiederum das Infowars-Publikum in die Irre führte, was wiederum der US-Regierung in den Kram passt. Die Regierung selbst hätte es nie geschafft, unzufriedene Patrioten in die russische Falle zu locken. Infowars hat es hinbekommen. Die Regierung hätte sich den Mund fusselig reden können, investigative Medien als Spinnerkram abzutun. Alex Jones hat es hinbekommen. Youtube weiß, wie leichtgläubig das Verschwörungs-Publikum ist. Es lässt sich messen, wieviel Zuspruch Unfug und Russenpropaganda bekommt. Und je nachdem, wie schlecht das Publikum denkt, lassen sich psychologische Operationen entwerfen. Für jede Nische im Publikum das Passende.

Erfolgreiche MakeUp-Youtuber haben generell sehr viel Erfahrung in Sachen MakeUp. Das Thema ist aber gesellschaftlich irrelevant. Erfolgreiche Gaming-Youtuber sind Profis in Sachen Gaming, sind aber irrelevant. Hingegen bei erfolgreichen politischen Youtubern fällt auf, dass sie sich in aller Regel überhaupt nicht fachlich auskennen. Ihre “Bildung” als politische Youtuber stammt meistens nur von anderen politischen Youtubern, die auch keine bzw. keine relevanten Fachbücher gelesen haben.

Interessant sind auch die Widersprüche zum Thema Männlichkeit auf Youtube. Zuerst ließen Youtube und deren Werbepartner die Werbeeinnahmen für Kanäle kollabieren, die sich mit erwachsenen, statistisch eher von Männern angefragten Themen beschäftigten, wie Waffen, Bodybuilding und konservative Nachrichten. Als dann die Kanalbetreiber ihre eigenen Sponsoren suchten und deren Werbung selbst in den Videos plazierten, reagierten Youtube und die Großkonzerne mit Sperrungen, Löschungen und der Abstrafung durch den Algorithmus, der bisher neue Zuschauer zu den Kanälen leitete. Die Message lautete: Männlichkeit und Erwachsenes unerwünscht. Youtube soll eine Plattform sein für Gaming, Kinofilme und MakeUp und Gelaber auf Teenager-Niveau.

Wer schaltet aber dann die großen Werbespots auf Youtube-Kanälen? Hollywood-Studios, die pausenlos Superhelden-Filme herausbringen, die nicht nur einen ins Extrem getriebenes Männlichkeitsbild vermitteln, sondern oft noch pro-militärische Propaganda enthalten. Spielefirmen, die das nächstes Kriegs-Shooter-Spiel bewerben. Autofirmen, die teure Wagen an Männer bewerben, um damit andere Männer und Weiber beeindrucken zu können. Alkoholfirmen, die das nächste gepanschte Getränk aus Wasser, Zucker und Ethanol feilbieten.

So richtig abgestraft wird also, was erwachsen, (männlich) und gleichzeitig relevant, geistig gesund und gleichzeitig fachmännisch ist. Müll wird weiterhin (in gewissen Grenzen) gefördert und geduldet sein.

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2 comments

SchwUlejungs 7. März 2018 at 12:46

Tja und was soll daran nun schlecht sein. ?

Reply
schlappgedehnt83 5. März 2018 at 13:11

YouTube = Glotze2.0

und die Unzufriedenen; die kotzen sich aus über Kahane und Maas, genauso könnte man auch die Gesamtsituation Milhouse van Houten oder Gundel Gaukeley anhängen – lächerlich!
Es wird auch weiterhin kein großer Wurf nach vorne kommen (etwa bessere und neu formulierte Inhalte, evtl. ein alternatives Projekt zu Google-YouTube auf die Beine stellen oder was auch immer), nein, stattdessen locken die größeren Namen der “Alternativen” die Leute jetzt auf dubiose Seiten, wo sich dann die Millenials gegenseitig zoffen können. Das hat mit einer Mitte, wie sie seint sollte überhaupt nichts mehr zu tun und zeigt doch, dass sich an den gesellschaftlichen Unzulänglichkeiten, wenig bis gar nichts geändert hat.
Der Gesamtmüll wird nicht mehr hinterfragt. Verschwörungsleugnung greift um sich – die wenigen “Truther” labern Dreck über flache Erde oder hören sich an wie hängengebliebene Putintrolle – guten Morgen!!

Und die Zielgruppe ü30? Also unsereiner…
Tja, die werden sich diesem Heckmeck anpassen oder in die “innere Emigration” gehen.
Oder man wird ein weiterer Facebook-Zombie!

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