Türkei: Bürgerkrieg oder Sultanat?

Die Türkei wird zunehmend isoliert: Die Niederlande lässt wahlkämpfende Türkenminister gar nicht mehr ins Land, die EU will nichts mehr zahlen, die USA und Russland beenden alleine ohne große...

Die Türkei wird zunehmend isoliert: Die Niederlande lässt wahlkämpfende Türkenminister gar nicht mehr ins Land, die EU will nichts mehr zahlen, die USA und Russland beenden alleine ohne große türkische Beteiligung den IS, die internationale Wirtschaft boykottiert die Türkei, in Deutschland soll die doppelte Staatsbürgerschaft abgeschafft werden usw. Die Türkei wurde allem Anschein nach tatsächlich zum Opfer eines US-geführten Putschversuchs und hatte keine andere Wahl, als großflächige Ermittlungen durchzuführen, die leider auch immer wieder in Folter und Enteignungen ausarten.

Für den eigenen Selbsterhaltungstrieb wird das türkische System aber nun vom Westen gnadenlos bestraft. Die Frage ist: Mit welchem Ziel? Erdogan zu faulen Kompromissen zu nötigen? Ihn zu stürzen? Einen Bürgerkrieg in Kauf zu nehmen? Soviel Druck aufzubauen, sodass die Türkei zu einem gnadenlosen Sultanat wird? Damit man das Sultanat später schlachten und die Welt vor ihm retten kann?

Als nächstes folgen wohl noch irgendwelche größeren Provokationen im Grenzgebiet oder sogar in der Bundesrepublik. Lässt sich die Türkei in einen bewaffneten Konflikt mit einem EU-Staat wie Griechenland hineinziehen, kann Brüssel ganz Europa mobilisieren. Die türkisch-stämmigen erdogan-treuen Menschen in Deutschland werden wohl künftig als Sicherheitsrisiko wahrgenommen, weshalb nun die doppelte Staatsbürgerschaft abgeschafft werden soll. Je mehr Provokationen und schockierende Ereignisse in Deutschland, umso mehr kann die Bundesregierung aufdrehen.

Sevim Dağdelen, Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke, erklärte auf dem Nachrichtensender N24, dass Erdogans Programm der „Bürgerkrieg“ sei und derzeit eine „Pogromstimmung“ herrschen würde gegen all diejenigen, die nicht auf Seite Erdogans stünden. Die westlichen Medien scheinen allesamt schwer beleidigt zu sein über das Scheitern des Putsches.

In dem Standardwerk „CIA: Die ganze Geschichte“ erläutert der Autor Tim Weiner anhand von zehntausenden ausgewerteten Akten, wie der amerikanische Geheimdienst in vielen Fällen Putschversuche auf der Welt angeleitet hatte und dabei oft scheiterte. Den Massenmedien sind diese Zusammenhänge durchaus bewusst, nur werden sie momentan überhaupt nicht berichtet.

Die USA hatten lange an Erdogans Ast gesägt, mit wirtschaftlichen Methoden die türkische Wirtschaft geschwächt und mit seinen Rivalen angebandelt wie Mustafa Koc und Fethullah Gülen. Koc ist überraschend Anfang 2016 gestorben. Er wurde zur Zielscheibe, nachdem er den Demonstranten der Gezi Park-Proteste geholfen hatte. Seiner Firmen wurden von den Steuerbehörden ins Visier genommen und große Staatsaufträge wurden abgesagt. Studiert hatte er an der George Washington University in Washington D.C. und nahm an Bilderberg-Konferenzen teil. Seine Unternehmensgruppe kooperierte mit westlichen Unternehmen wie Ford. In der deutschen Presse waren schwärmerische Artikel über ihn erschienen.

Gülen lebt immer noch im amerikanischen Exil und beteuert seine Unschuld am Putschversuch. Sogar das FBI und die russischen Geheimdienste vermuten, dass Gülen Geld von der CIA und den Saudis erhält. Die Massenmedien betonen nun, dass die vergangenen Säuberungsaktionen Erdogans allesamt angeblich nur auf Lügen und Verschwörungstheorien basierten, wie etwa Ergenekon. Allerdings verschweigen die Medien alle bislang bekannten Fakten zu dem sogenannten „tiefen Staat“ und den klandestinen Netzwerken.

Auch wird unterschlagen bei den Erwähnungen des letzten erfolgreichen Putsch-Führers General Kenan Evren, dass jener Hand in Hand mit der CIA arbeitete.

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