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Politik

Der Einflussagent: Eine der schärfsten Waffen Moskaus

Auszug aus “Strategie und Technik der geheimen Kriegsführung” von Paul Chartess:

Eine der schärfsten Waffen im politischen Kampf der östlichen Geheimdienste ist der Einflußagent. Er wird in einem jahrelangen Prozeß aufgebaut und dann in Spitzenpositionen mit Öffentlichkeitswirkung lanciert, von wo aus er die politische Meinungsbildung in einer Organisation (Partei) oder sogar in einem Land maßgeblich beeinflussen kann. Wie der ehemalige KGB-Major Lewtschenko 1983 in einem Interview erklärte, geschieht dies keineswegs in so plumper Weise, daß dabei eine ideelle Bindung an den Kommunismus oder die Sowjetunion zutage tritt.

Einflussagenten sind nicht an detaillierte Weisungen gebunden und unterhalten keine regelmäßigen Kontakte – schon gar nicht in konspirativen Treffs – mit dem kommunistischen Geheimdienst, dem sie angehören. Ihre “Weisungen” können sie gegebenenfalls den allgemein zugänglichen östlichen Presse-Erzeugnissen oder sogar östlichen Rundfunksendungen entnehmen, die die jeweiligen außenpolitischen Ziele der Sowjetunion behandeln. Auf Grund seiner mehr oder weniger offenen Handlungsweise, mit der er die Politik Moskaus direkt oder indirekt begünstigt, ist er zwar weniger schwer zu identifizieren als seine unter strikter Geheimhaltung operierenden Kollegen, aber der Nachweis der Agententätigkeit gelingt dessenungeachtet nur in den seltensten Fällen. Diese hochkarätigen Agenten handeln notwendigerweise aus Überzeugung. Zu irgendeinem Zeitpunkt, meist in den formativen Jahren zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr, haben sie eine längerfristige, für sie persönlich durchaus interessante und angenehme persönliche Erfahrung (im Sowjetblock oder in einem Land des Westens) mit der kommunistischen Ideologie und deren Vertretern gemacht.

Sie besitzen meist eine nahezu unangreifbare gesellschaftliche Position, die sie maßgeblich der verdeckten Einflußnahme kommunistischer Geheimdienste verdanken.

Da es auf beiden Seiten des “Eisernen Vorhangs” schon immer ein Ziel der strategischen psychologischen Kriegsführung war, den gegnerischen Willen zur Kriegsführung zu lähmen, widmen kommunistische Geheimdienste den Organisationen und Personen, die im Westen die Idee des Pazifismus, der Humanität und den christlichen Glauben vertreten, besondere Aufmerksamkeit. Sie unterwandern und manipulieren solche Gruppierungen,um sie dazu zu bringen, im Ost-West-Konflikt einen einseitigen, bedingungslosen Gewaltverzicht für den Westen zu fordern.

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