Sicherheit Terror

Wie die Brüssel-Bomber auffällig leicht durchs Netz schlüpften

Nicht zu fassen: Auch das FBI war den Brüssel-Bombern auf der Spur und warnte die holländischen Behörden. Die Belgier meinen, sie hätten die Informationen nicht bekommen, was aber wohl nicht stimmt.

Eine Woche vor den Anschlägen, so der holländische Innenminister, erhielt man vom FBI den entsprechenden Hinweis über die Gebrüder El Bakraoui, der dann an die belgischen Behörden weitergeleitet wurde. Die Belgier behaupten bizarrerweise, dass in dem Meeting am 17. März keine Rede gewesen sei von den Brüdern.

Ibrahim war zudem bereits am 25. September vergangenen Jahres auf einer US-Terrorliste. Vergangenen Sommer soll er an der türkisch-syrischen Grenze gefasst und nach Holland ausgeliefert worden sein. Kurz darauf versuchte Ibrahim es erneut und wurde abermals gefasst. Die Türken behaupten, er sei bei der zweiten Einreise auf einer schwarzen Liste der türkischen Behörden gewesen, aber die Belgier und Holländer beharren darauf, dass er nur einmal deportiert worden sei und von der Türkei nicht als mutmaßlicher Terrorist deklariert wurde.

Das Chaos ist also perfekt und irgendjemand erzählt die Unwahrheit oder hält wichtige Informationen vor. Waren Geheimdienste den Brüdern auf der Spur und wollten an größere Fische heran?

Ibrahim wurde im Oktober 2014 vorzeitig aus der Haft entlassen; er hatte Jahre zuvor mit einem Kalaschnikow-Gewehr auf Polizisten gefeuert. Warum er danach nicht unter extremer Beobachtung stand, ist unklar. Er verletzte die Bedingungen für seine vorzeitige Entlassung indem er in die Türkei reiste. Bei seiner Deportation nach Holland konnte er einfach vom Flughafen Schiphol verschwinden. Die Belgier betrachteten ihn unverständlicherweise als gewöhnlichen Kriminellen, obwohl er einschlägig vorbestraft war, die Bedingungen seiner Haftentlassung verletzte und in die Nähe des Syrienkonflikts reiste.

Auch bei dem mutmaßlichen Anführer der Brüsseler und Pariser Anschläge, Salah Abdeslam, gab es seltsame “Pannen”: Die Polizei in Mechelen, nördlich von Brüssel, soll bereits im Dezember 2015 versäumt haben, Informationen über einen Komplizen namens Abid Aberkan weiterzuleiten. Die beiden tauchten unter bei Aberkans Mutter und wurde dort letztendlich mit Monaten Verspätung verhaftet.

Die französische Zeitung Le Monde berichtet, dass bei einer Razzia aufgefundene Notizen vorab die genauen Pläne für die Brüsseler Anschläge verraten hatten.

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