Sicherheit Terror

Waren Quellen und Agenten wichtiger als die Verhinderung ziviler Opfer?

Prinzipiell enthüllen Regierungen keine geheimen Techniken, die in der Welt der Spionage zum Einsatz kommen und die Massenmedien folgen dieser Linie mehr oder weniger stramm. Die Diskussion dreht sich nie um mögliche Infiltrationen der Terrornetzwerke. “Alternative” Medien sprechen zwar über verdeckte Techniken, allerdings nur sehr begrenzt und gemünzt auf westliche Geheimdienste. Folgendes sind mögliche Szenarien über die Hintergründe der Anschläge in Paris und Brüssel:

Quellen und Agenten waren wichtiger als die Verhinderung ziviler Opfer

Wir sahen dieses Prinzip erst kürzlich bei der Aufarbeitung des Nationalsozialistischen Untergrunds. Quellenschutz war anscheinend wichtiger als die frühe Festnahme der mutmaßlichen späteren Mörder. Vielleicht bauten die deutschen Dienste Neonazis “von Format” auf, mit denen sich nicht nur glatzköpfige Säufer aushorchen ließen, sondern mit denen man auch an größere Fische national und international herankommt.

Wenn man die radikalislamischen Netzwerke in Europa und im nächsten Schritt den Islamischen Staat infiltrieren will, muss man entweder Leute anwerben oder professionelle Agenten gezielt einschleusen. Damit diese Spitzel überhaupt aufsteigen können in den terroristischen Netzwerken, müssen die Spitzel sich verdient machen und Vertrauen gewinnen und dies geht eigentlich nur durch die Bereitstellung von Waffen, Sprengstoff, Zündern, wichtigen Informationen oder Training. Durch spektakuläre Aktionen macht der Agent auf sich aufmerksam. Bei den mutmaßlichen Brüsseler/Pariser Terroristen verwundert es, dass die Führung der Zelle so viele Risiken eingegangen war mit der Rekrutierung vorbestrafter, behördlich bekannter Männer. Es ist heutzutage nicht mehr schwierig, persönliche Gegenstände von Verdächtigen zu verwanzen. Bereits die Stasi nutzte radioaktive Chemikalien, um Dissidenten zu verfolgen. Inzwischen ist bekannt, dass jeder Mensch überall einen eindeutigen bakteriellen Fingerabdruck hinterlässt. Ist die moderne Technik der Grund, warum die belgischen Sicherheitsbehörden so dünn besetzt waren? Ließ man den radikalen Muslimen Freiräume, um die Zirkel besser infiltrieren zu können? Wir wissen auch nicht mit Sicherheit, ob die mutmaßlichen Brüsseler Terroristen sich wirklich in die Luft sprengen wollten. Zwar trugen sie jeweils einen Handschuh und man fand ein suspektes Abschieds-Audio-Dokument in einem Laptop in einer Mülltonne (!) aber in der Welt des Terrorismus gibt es keine festen Regeln und kein wirkliches Vertrauen. Entscheiden sich die belgischen Behörden, Details über die Zündmechanismen zu vertuschen, steht der Rest der Welt im Dunkeln.

Nun wurde bekannt, dass der Terrorverdächtige Salah Abdeslam nach seiner Verhaftung innerhalb von vier Tagen nur eine einzige Stunde lang verhört wurde, weil er müde war und bei seiner Verhaftung leicht verletzt wurde. Es steht ihm natürlich laut dem Gesetz ein Rechtsbeistand zu und er darf nicht gefoltert werden; d.h. er kann einfach über seinen Anwalt die Aussage verweigern. Dennoch scheint es, dass jeder gewöhnliche Mörder härter rangenommen wird als er. Es gelang ihm, sich mehrere Monate lang nach den Pariser Anschlägen zu verstecken und einer seiner mutmaßlichen Kämpfer, Ibrahim El Bakraoui, war vor einem Jahr bereits von der Türkei als Terrorist identifiziert worden.

Personen in den belgischen und französischen Behörden schützten die Terroristen

Bei all dem Gerede über das “Versagen” und die “Versäumnisse” der Sicherheitsbehörden darf man nicht vergessen, dass wichtige Figuren eventuell ihre eigene Agenda haben. In der Geheimdienstwelt mit ihrem “Need to Know”-Prinzip lassen sich verhältnismäßig einfach Leute rekrutieren ohne offizielle Dokumentation und Nachprüfbarkeit. Mündlich übertragene Informationen können spielend leicht unter den Tisch fallen gelassen werden. Daten und Akten können “verschwinden”. Wir wissen, dass russische Geheimdienste beispielsweise aggressiv Leute anwerben in den europäischen Sicherheitsbehörden. Wir wissen auch, dass so manche Leute aus den Sicherheitsdiensten inzwischen große Sympathien hegen für das russische Regime und die Zuwanderungsdebatte mit krummen Methoden beeinflussen wollen. Die sogenannten “alternativen” Medien verschweigen hartnäckig jede Spur, die Richtung Osten führt und erklären, dass die Anschläge beweisen würden, dass eine Annäherung nach Russland und russlandfreundliche Regierungen in Europa das Migrationsproblem lösen würden. Es gibt wichtige Überschneidungen zwischen Mitgliedern alter Gladio-Netzwerke und der heutigen “Neuen Rechten”.

Man ließ die muslimische Bedrohung bewusst anwachsen, um einen Grund zu haben für mehr Überwachung, die Europäische Armee und die Mittelmeer-Union

Im Koran ist geregelt, dass Muslime in der Unterzahl softe Methoden des Dschihads verwenden sollen, wie Infiltrierung der Gesellschaft, Propaganda und Täuschung. Erst wenn der offene Kampf strategisch Sinn macht, soll dieser beginnen. Alle neuen Technologien und Methoden, die bei der Entstehung des Korans nicht verfügbar waren, mussten später durch islamische Rechtsgutachten bewertet werden. Gerade der Terrorismus wird durch zahlreiche Fatwas geregelt, allerdings sind diese Methoden nicht unbedingt mehr für Muslime erfolgsversprechend. Der Islamische Staat hat versagt und der Terror von Paris führte zu einer internationalen Koalition hungriger Militärs, die alle ihre neuen Waffen austesten wollten. Manche Terroristen halten Destabilisierung für das geeignete Mittel, um einen Bürgerkrieg heraufzubeschwören, es gibt aber keinen Grund zu der Annahme, dass die Muslime diesen auch gewinnen können. Es stehen modernstes Know How den primitiven islamischen Kämpfern und ihren Amphetamintabletten gegenüber. Aus der Asche begrenzter militärischer Konflikte könnte ein neuer EU/Mittelmeer-Superstaat erwachsen

Russische Geheimdienste schützten die Terroristen um politisches Kapital zu schaffen

Jedes Mal, wenn in Europa solche Anschläge geschehen, gehen die Umfrageergebnisse und Wahlergebnisse von konservativen und gleichzeitig russlandfreundlichen Parteien nach oben. Russland inszeniert sich als christlich-konservative Schutzmacht für ganz Eurasien; allerdings arbeiten die Russen genauso zusammen mit radikalen Muslimen und Linken. Der einflussreiche russische Wissenschaftler und Staatsfunktionär Sergej Markow äußerte aktuell:

Frankreich hat seine Politik nach der Anschlagsserie in Paris nicht ernsthaft geändert, und Belgien ändert sie nicht. Ich denke, in diesem Jahr wird die IS noch eine Serie von Anschlägen in irgend einer europäischen Hauptstadt verüben. Am wahrscheinlichsten, leider, in Berlin. Russland und Berlin müssen dringend zusammenarbeiten, um Terroranschläge in Berlin zu verhindern.

Der Russland-Experte Boris Reitschuster kommentierte:

Kann Moskau IS-Anschläge verhindern? Markows Drohung ist besonders pikant vor dem Hintergrund, dass etwa Putins Mann fürs Grobe, Tschetschenen-Führer Ramsan Kadyrow, ganz offen zugibt, seine Leute beim IS zu haben. Und dass sowohl Stasi und KGB – auf dessen Tradition sich Putin beruft – sehr aktiv mit Terroristen zusammenarbeiteten (IRA, RAF, PLO). Eine weitere Merkwürdigkeit: Warum sollte der IS Deutschland und nicht Russland als Ziel haben, wo doch Putins Einsatz in Syrien nach Moskauer Lesart dem IS galt? Fragen über Fragen…
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