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Die amerikanischen Neoconservatives oder kurz Neocons infiltrierten bereits lange vor der Administration von George W. Bush die konservativen Kreise und verdrehten die klassischen Werte in ihr Gegenteil. Früher einmal standen die Republikaner für den begrenzten, schlanken Staat. Die Neocons popularisierten die allgegenwärtige Staatskrake, die jeden Bereich des Lebens kontrolliert und Schuldenberge anhäuft. Früher war es typisch für die Republikaner, sich nicht ständig in die Belange anderer Länder einzumischen. Die Neocons machten Amerika zum „Weltpolizist“ und Anführer einer angestrebten globalen „Neuen Weltordnung“.

Bundesarchiv_Bild_183-R15068,_Leo_Dawidowitsch_TrotzkiDiese hoch-organisierte Gruppe begann in den 1940er Jahren an dem New York City College als eine Schaar Anhänger des kommunistischen Revoluzzers Trotzki.

Bundesarchiv, Bild 183-R15068 / CC-BY-SA 3.0

Der Journalist Jacob Heilbrunn von der konservativen Zeitschrift „The National Interest“ betrachtet den Neokonservatismus als „eine Denkweise, die durch die Erfahrungen jüdischer Immigranten und durch den Holocaust geprägt wurde.“

Die protestantischen Eliten der USA hätten in den Augen der Neokonservativen nicht genug getan, um den Mord an den europäischen Juden zu verhindern. Daher hätten sie ein „Gegenestablishment“ gegründet, um die amerikanische Politik dazu zu drängen, einen zweiten Holocaust nicht zuzulassen.

Von Sozialisten gemäß der Lehre von Trotzki wandelte man sich zu angeblichen Konservativen und predigte einen „freundlichen Imperialismus“, der die Welt vor linken und anderen Despoten retten werde. Das Ganze war ein gemeiner Schwindel, denn das Establishment in den USA verkaufte seit der Oktoberrevolution 1917  haufenweise Technologie an die Sowjets; von Stromtechnik über Fahrzeuge, Motoren, Telegraphen, Computertechnik und was eine Diktatur sonst noch so alles braucht.

Die Neokonservativen förderten den radikalen Islam wo sie nur konnten, um vorgeblich die Sowjets zurückzudrängen. Nach dem 11. September 2001 verkündete man prompt den „Krieg gegen den (islamischen) Terror und rechtfertigte damit alles von der NSA-Spionage bis hin zu militärischen Besatzungen.

Während die Welt gebannt und oftmals irritiert bis empört den Weltpolizisten USA betrachtete, achtete kaum jemand auf das, was in Russland vor sich ging.

Ein blasser, unbekannter Kerl ohne nennenswerte Verdienste und Qualifikationen, war 1999 zum neuen Präsidenten Russlands geworden. Er galt als gefügige Marionette alter KGB-Kreise und als eine ausgesprochen lahme Ente ohne besondere ideologische Anwandlungen. Dann geschahen die Anschläge auf Wohnblöcke in Moskau und Wladimir Putin wurde über Nacht zum neuen Superstar. Er kopierte fortan dreist die Masche der amerikanischen Neokonservativen bis ins Detail: Er rückte zusammen mit seinen Mitstreitern Russland politisch nach rechts, predigte einen neuen und gerechten Imperialismus, bastelte eine neue Blut & Boden-Ideologie, knüpfte an die alte Zaren-Herrschaft an, ließ die von den Geheimdiensten kontrollierte christlich-orthodoxe Kirche eine große Rolle in der Gesellschaft spielen und inszenierte sich als großer Kriegsherr im Krieg gegen den islamischen Terrorismus.

Putin hatte sogar seine eigene Version von Osama Bin Laden, den tschetschenischen Terrorfürsten Schamil Bassajew und später Doka Umarow. Diese Figuren galten als Drahtzieher des Terrors, sahen sogar aus wie Bin Laden und filmten ähnliche Propagandavideos mit Tarnjacken und Kalaschnikow im Hintergrund.umarov-500

Der Westen war nach dem Fall der Sowjetunion sehr sozialistisch geworden, während der fanatische Kommunismus des Ostblocks jede Anziehungskraft eingebüßt hatte. Der Versuch, die herrschenden Systeme im Westen von links zu überholen, war aussichtslos. Also probierte man es fortan von rechts.

Die extreme Rechte und die glatten Faschisten in Westeuropa hatten im kalten Krieg eigentlich eine Partnerschaft mit der US-Regierung, um als heimliches Bollwerk zu dienen gegen linke Parteien und eine mögliche sowjetische Invasion. Nach dem Ende der UDSSR gab es für diese sogenannten „Gladio“-Netzwerke keine Existenzberechtigung mehr und zu allem Übel war der russischen Spionage sowieso bekannt gewesen, wer alles Gladio-Mitglied war. Die Ultra-Rechten Verschwörer wären wohl am Tag X im Schlaf von linken Kommandos ermordet worden.

Enttäuscht von den amerikanischen Partnern und dem neuen linken Zeitgeist im Westen, orientierte sich die europäische Rechte einfach neu und bandelte mit den Russen an. Diese verpassten den europäischen Rechten eine Generalüberholung, ein Makeover, eine Frischzellenkur: Nazi-Sympathie wurde aus der Öffentlichkeit verbannt, genauso wie Antisemitismus und alle weiteren Peinlichkeiten. Alles musste ab sofort gemäßigt erscheinen, konservativ, mit Anzug und Krawatte. Die nach außen proklamierte politische Agenda wurde seriös, richtete sich gegen unkontrollierte Masseneinwanderung, den linken Zeitgeist, die Untergrabung der traditionellen Familie und vor allem gegen Fremdbestimmung durch die USA und NATO.

Das Ziel: Deutschland oder vielleicht erst einmal nur Stücke von Deutschland aus der Westbindung herausbrechen und dann eng an Russland binden. Glauben die Rechtskonservativen und die Faschisten wirklich, dass sie auf diese Weise wirklich an die Macht kommen? Glauben sie wirklich, dass Russland ein souveränes, mächtiges deutsches Regime mitten in Europa akzeptieren würde? Die normale Vorgehensweise der Russen ist es, andere die Arbeit machen zu lassen und diese Leute hinterher eiskalt abzuservieren.

Russen und Russlanddeutsche frönen bereits Fantasien von Putins Panzern, die über ganz Westeuropa hinwegrollen. Ein militärisch schwaches Land wie Deutschland kann keine ausgeglichene Partnerschaft eingehen mit einer Supernacht wie Russland. Die Bundesrepublik ist bereits stark infiltriert durch massenhaft Spione und Schläfer aus dem Osten. Die Rechtskonservativen wollen aber an ihren narzisstischen Machtfantasien unbedingt festhalten und würden Deutschland so zerreiben zwischen den Ambitionen Washingtons und Moskaus.

Quellen:

https://www.foreignaffairs.com/reviews/review-essay/1995-07-01/trotskyism-anachronism-neoconservative-revolution

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/2280

Antony Sutton, Best enemies money can buy

Daniele Ganser, NATO-Geheimarmeen in Europa

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