Kultur

Das kontroverse Leben und Sterben des "American Sniper" Chris Kyle – Teil I

Er gilt als der beste Scharfschütze in der Geschichte des US-Militärs und starb ausgerechnet in der Heimat durch die Kugel eines Kollegen. Die Verfilmung seiner Bestseller-Autobiographie “American Sniper” räumt gerade mächtig in den US-Kinos ab, dringt bald zu uns nach Europa und ist Anwärter auf mehrere Oscar-Auszeichnungen.

Für die Konservativen gilt Chris Kyle als tragischer Patriot und Held, ähnlich wie die TV-Figur Jack Bauer, während er für die Linken nichts anderes repräsentiert als tödliche und lustvolle Yankee-Gewalt gegen ein Volk, dessen Land unrechtmäßig besetzt wurde. Für seine Gegner war er einfach nur “Al-Shaitan Ramadi”, der Teufel von Ramadi.

Kriegsgeschichten liegen im Trend, das zeigen die kommerziellen Erfolge wie Blackhawk Down, Lone Survivor oder Zero Dark Thirty. Interessanterweise handelt es sich bei diesen Werken durchweg um recht tragische Beschreibungen: Black Hawk Down zeigt die Schlacht von Mogadischu, die völlig als Massaker in die Hose ging, in Lone Survivor sterben alle Mitglieder einer Mission bis auf eines und in Zero Dark Thirty explodiert bei der (angeblichen) Ergreifung von Bin Laden ein Helikopter voller SEALs. Nicht gerade klassische Propaganda wo der Held höchstens einen Streifschuss in die Schulter bekommt.

Die Chance, als Soldat später einmal prominent zu werden und ein Bestseller-Buch zu veröffentlichen und die Filmrechte zu verkaufen, ist ungefähr so groß, wie ein Disney Land im Irak oder eine Gay Pride Parade im Iran zu finden.

Der Promi-Kommie und Agitprop-Dokumentarfilmer Michael Moore wagte sich aus der Deckung heraus und erklärte via Twitter, dass sein Onkel von einem Scharfschützen im zweiten Weltkrieg getötet worden sei. Alle Scharfschützen seien Feiglinge, keine Helden, und außerdem seien Invasoren noch schlimmer.

Das sind die üblichen markigen Worte eines sesselfurzenden Kommunisten und Multimillionärs, der Amerika hasst, denken die Konservativen. Die Linke hat prinzipiell keine Glaubwürdigkeit mehr, da sie nach wie vor kuschelige Gefühle hat für chinesische Diktatoren, sowjetische Nostalgie und waffenstarrende rote Brigaden in warmen Ländern. Die Rechte hat leider auch keine Glaubwürdigkeit mehr, aber dafür spielt ihr der amerikanische Opferritus in die Hände: Amerikaner sind es gewohnt, dass alle Jubeljahre ein Krieg am anderen Ende der Welt geführt wird. Praktisch jeder hat eine Geschichte aus der Familie zu erzählen über Männer, die als Soldaten nach Europa, Asien oder später Vietnam geflogen wurden und ein Trauma erlebten, um irgendwelche Diktatoren zu stürzen. Vergessen wir nicht: Die Besoldung ist misarabel, die Arbeitsbedingungen höllisch und die Gefahr für Rumpf, Kopf und Gliedmaßen erheblich. Eine differenzierte, ausführliche Kritik wäre viel konstruktiver, aber wohl bei weitem nicht so effektvoll wie ein grammatikalisch fehlerhafter Agitprop-Tweet von Michael Moore, der immer noch aussieht, wie ein Schlaganfallpatient in den Klamotten eines Teenagers.

Sind Scharfschützen also per se Feiglinge, weil sie aus der Deckung heraus auf hohe Distanzen schießen? Hätte Moore irgendeine Ahnung, wüsste er dass die Grundregel einer modernen Kampfeinheit ist, fast nur dann zu kämpfen, wenn die Chancen auf Erfolg sehr hoch sind. Wer sich in eine Schlacht stürzt mit einer vorraussichtlichen Erfolgsquote von 50% oder weniger, der hat entweder seine Hausaufgaben nicht gemacht oder einfach keine Wahl. Das ist bei der Luftwaffe genauso wie auf See oder bei Panzern an Land. Aufklärung, Planung im Vorfeld sowie technischer Vorsprung sollen dafür sorgen, dass die Kampfsituation später für den Gegner möglichst unfair ist. Scharfschützen sind seit mindestens hundert Jahren ein fester Bestandteil der Kriegsführung. Der erfolgreichste Scharfschütze der Geschichte war der Finne Simo Hähya, der bestätigte 505 Russen erschoss im sogenannten Winterkrieg gegen Stalin. Unfair? Genauso “unfair” wie die Tatsache, dass Russland mit einer Übermacht angriff.

Im ländlichen Irak waren für Chris Kyle die Kampfdistanzen zwischen 800 und 1200 Yards. Es wäre oft schlicht idiotisch gewesen, mit einer schlechteren Visierung näher ranzugehen, bzw. er hatte die Aufgabe, Soldaten zu schützen die tatsächlich näher rangingen. Das Buch “American Sniper” und der gleichnamige Film zeigen schlicht Kyles Job und seine Geschichte. Es handelt sich nicht um eine politisch-historische Abhandlung des Irakkriegs. Das wäre von einem Scharfschützen auch nicht zu erwarten, denn sein Job ist nicht die theoretische Analyse sondern das praktische Töten. Deshalb macht es keinen Sinn, diese biographischen Werke einzig auf einer politisch-ideologischen Ebene zu betrachten, sondern man muss auch die (militär-)historische Einordnung vornehmen, sowie die psychologische Ebene miteinbeziehen. Darüberhinaus lohnt es sich, auch die Mütze des Sozialwissenschaftlers aufzusetzen und zusätzlich die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie und der Neurologie zu berücksichtigen. Denn die Frage, die den meisten wirklich im Kopf herumgeistert, ist doch die, ob Kyle ein herzensguter Held oder ein blutgeiler Bösewicht war. Eine viel bessere Frage ist: War Kyle ein Krieger, dem es abgesehen von seinem Handwerk an theoretischer Bildung über den Krieg und Kriegspolitik fehlte, oder ein Psychopath der einfach nur einen Job wählte, in dem er legal töten durfte?

Gegen die Psychopathen-These, die mal mehr und mal weniger direkt von der politischen Linken vertreten wird, spricht einiges. So sind Kyles Eltern beispielsweise völlig unauffällige, strebsame Figuren, die ihren Kindern eine schöne Zeit ermöglichten. Dies macht es unwahrscheinlich, dass sonderlich extrem ausgeprägte genetische Faktoren oder Umweltfaktoren für Psychopathie vorliegen. Er stellt auch von Anfang an klar, dass er beileibe nicht der genaueste Schütze war, dass seine “Erfolge” immer in Teamarbeit entstanden und er nur deshalb soviel Aufmerksamkeit erhielt, weil die Öffentlichkeit von der schieren Zahl seiner “Kills” fasziniert ist. Hätte er nicht darauf bestanden, soviele Einsätze zu machen, wäre er auch nicht die “Legende” geworden.

Auf der anderen Seite demonstriert er deutlich, dass er sich emotional vom Durchschnitt unterscheidet. Ihm hätte die Arbeit einen mächtigen Spaß gemacht, er hätte nach dem ersten Kill keine große Reaktion gezeigt und sich weiter in den Job gestürzt. Gerade manche harschen Zitate auf den ersten Seiten des Buches (mehr haben die meisten Rezensenten anscheinend nicht gelesen) werden von Kritikern immer wieder angeführt. Ich wäre nicht überrascht, wenn Gentests bei ihm diverse deutliche Ausprägungen von Risikogenen gezeigt hätten. Das bedeutet eine stark verringerte Angst, erhöhte Risikobereitschaft und abgeschwächte Empathie. Da wir aber weder einen Gentest noch einen Psychotest von ihm vorliegen haben (die Navy hat wohl beides irgendwo in den Akten) müssen wir uns an seine Schilderungen und den Kontext halten. Er war ein Krieger durch und durch, allerdings erfüllt er meiner Ansicht nach mit einer substanziellen Wahrscheinlichkeit nicht die Kriterien für einen Psychopathen oder einen malignen Narzissten. Außerdem wollen die Streitkräfte kaum waschechte Psychos in den normalen Rängen, denn Psychos haben ihre eigene Agenda. Narzissten sind nicht teamfähig und verlässlich.

Um ihn als bluttriefenden Irren abzustempeln, fehlt es an handfesten Belegen. Denn sein Job und seine Haltung allein reichen als Belege nicht aus, auch wenn es auf stärker emotional ausgerichtete oder über Krieg unerfahrene bzw. unbelesene Menschen so wirken mag.

Wer einmal im Schlachtgetümmel steckt, der entwickelt schnell eine harsche und kalte Haltung gegenüber feindlichen Kriegern. Dies ist Teil unserer DNA und entstand in unserer Evolution. Nur mehr Bildung in diversen Bereichen kann jemandem ermöglichen, trotzdem über den Tellerrand zu blicken.

Kyle glänzte in der Highschool hauptsächlich durch Sport und wurde hinterher Bronco Rider. Das Ausmaß seiner Bildung ist also recht überschaubar. Er wuchs auf mit starken Werten über Gott, Vaterland und Familie, aber nicht unbedingt starker Bildung. Ins Militär stieg er letztendlich mit 25 Jahren ein.

Teil 2 folgt…

 

 

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16 comments

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White Sun 21. Januar 2015 at 10:31

ich hab auch den wehrdienst verweigert. man wollte mich dazu zwingen, so wie alle anderen auch. mag sein, dass einige sich auf wehr dienst gefreut haben, aber ich definitiv nicht. also hat man mich zum zivildienst “gezwungen”, den ich sogar freiwillig gemacht hätte. war schon eine gute sache, vor allem hat mich diese zeit sehr geprägt. war in einer krebsklinik, wo menschen größten teils auf ihren tod vorbereitet wurden. ich durfte viele davon sogar noch kennenlernen. das hat schon reingehauen, wenn man wusste, dass derjenige mit dem man sich grad über gott und die welt unterhält, wahrscheinlich nur noch zwei, drei wochen hat. nach den neun monaten bin ich sogar noch zwei jahre geblieben, als angestellter. jetzt bin ich ingenieur. ich bereue nichts!
bestimmt hat auch der wehrdienst so manchen weitergebracht. möchte die “ausbildung” an sich auch gar nicht schlecht reden. wer auf karriere beim bund steht und was auf dem kasten hat, dem stehen viele türen offen. übrigens war ich bei der musterung und hatte mein bestes gegeben. mir wurde dann erklärt, welche möglichkeiten ich doch bei ihnen gehabt hätte. und so schlecht hatte sich das alles nicht angehört. die schriftliche erklärung zur verweigerung war ein einziges lügenmärchen meinerseits, aber was sollte ich tun? die haben mich eben dazu gezwungen.
die glorifizierung von angeblichen kriegshelden (dieses wort ist für mich ein widerspruch in sich) in form von hollywoodverstrahlung halte ich für völlig unnötig! leider wird dieser mist nachahmer irgendwo auf dieser welt finden.
man kann mich jetzt in die pazifisten-schublade stecken, und das werden auch einige tun, da man die leute ja immer in irgendeine schublade stecken muss, sonst weiss man ja nicht, was das für einer ist. jeder bekommt seinen stempel, um die allseits bekannten gegenargumente zu einer bestimmten kategorisierung von andersdenkenden vorgeworfen zu bekommen. die meisten bemerken allerdings nicht, dass sie eher die spaltung fördern, anstatt die einigung. die einigung unterschiedlicher menschen mit individuellen fähigkeiten. durch die ausgrenzung allerdings werden diskrepanzen geschaffen, die eigentlich hauptsächlich wegen persönlicher abneigung und dem hang zur rechthaberei scheinbar unüberwindbar werden. sobald man als schwächstes glied einer gruppierung ausgemacht wurde, wechselt man eben in eine andere gruppe. wird man dort aufgenommen, nimmt man die ansichten dieser gruppe an. ihr kennt das alle, man fühlt sich dort am wohlsten, wo man akzeptiert wird. nun, man kann es aber auch nicht auf alle gruppierungen beziehen, es gibt auch solche, die – wie ich es zu sagen pflege – durch ihren reinen freigeist entstehen. nagelt mich bitte nicht fest, aber dieses forum hier ist wohl “eher” so eines, beispielsweise. wenngleich hier scheinbar verspürter hass gegenüber komplett andersdenkender in schriftlicher form regelmäßig versprüht wird, allerdings auf gegenseitigkeit beruhend. das aufschaukeln so mancher diskussion durch oft benannte “troll-kommentare” berücksichtigend. ob troll oder nicht, ist mir fast egal, jedenfalls wird bewusst versucht zu spalten oder auszugrenzen. abwehrreaktionen daher absolut verständlich, über die art der abwehr kann man diskutieren. wie in der physik gilt wohl auch hier “actio est reactio”. vielleicht sollten wir öfter versuchen, dieses “gesetz” auszuhebeln. ist nur eine idee, kein rezept. man muss ja nicht auf alles reagieren. die kommentare in der sektion hier sind aber oft vorhersehbar bezüglich iher “wirkung”. aber genauso auch auf anderen homepages. die themen und inhalte der artikel hier finde ich aber sehr gut. weiter so, alex!

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Harry 19. Januar 2015 at 22:44

Wir vergessen bitte nicht: Benesch ist Kriegsdienstverweigerer und so etwas wie Gen-“Psychologie” existiert gar nicht.

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DrSchnackels 20. Januar 2015 at 8:20

Den Dienst an der Waffe zu verweigern ist nicht unehrenhaft sondern eine persönliche Entscheidung die jeder “FREIE” Mensch selber fällen kann. Ich würde, nachdem was ich alls weis, nicht nochmal 9 Monate meines Lebens dem “Vaterland” opfern.
Für Sozialisten ist privater Waffenbesitz und privater Waffengebrauch im Ernstfall was ganz ganz schlimmes, Verbrecherisches. Dagegen ist die Vergewaltigung eines Kindes bei denen ein Kavaliersdelikt. Gleichzeitig beklauen sie ihre Bevölkerung schlimmer als es die Mafia jemals hinbekommen würden und optimieren ihre kleptrokratischen Bemühungen auch noch. Dafür nutzen sie das Gewaltmonopol des Staates und dieses hat uns schon weit über 250 Millionen Tote bescherrt.
Man kann die ganzen scheiss Kommis und Sozen einfach nicht mehr belächeln, man muss sie ächten und bekämpfen. Ich fand es klasse daß die Franzosen 1871 die ganzen Kommunarden in Paris abgeknallt haben. Kranker Abfall von Menschen, wo durch harte Arbeit entstandenen Wohlstand einfach aus reinem Geltungsdrang heraus vernichtete, Menschen über Nacht enteignete und sogar hinrichtete. In 72 Tagen kommunistischer Schreckensherrschaft 30.000 Tote zu verursachen sucht seinesgleichen vergeblich.

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Besorgter 20. Januar 2015 at 14:24

Zitat: ” Benesch ist Kriegsdienstverweigerer und so etwas wie Gen-“Psychologie” existiert gar nicht.”

Ja, wir sind alle gleich! Wie sind alle gleich groß, haben alle die gleiche Haarfarbe usw… Wie kommt man eigentlich auf die Idee, dass Gene beim Gehirn halt machen? Gibts da ein Stopp-Schild? Wird der Bauplan/ Entwicklung des Gehirns aus dem kosmischen Äther abgeschöpft, oder was? Zumal es schon Erkenntnisse gibt, dass bei Föten, die während der Schwangerschaft, zu wenig Nährstoffe bekommen, Gene aktiviert werden, die das Essverhalten beeinflussen. Diese Kinder neigen zu Übergewicht in einer Umgebung mit Nahrungsmittelüberfluss. Schon alleine das wirk sich auf die Psyche aus…

Übrigens, bin ich auch verweigerer. Ich habe verweigert, weil ich mir dachte, dann bin ich daheim und kann nebenher noch jobben. Außerdem war mein Zivi, unter anderem, in einem technischen Bereich, was ganz gut war für die Ingenieurslaufbahn. Als dann während meinem Zivi 9/11 war und anschließend Irak, war ich doppelt froh… Also, so what? Das heisst nicht, dass ich nicht bereit wäre mein Land zu verteidigen…

Immer diese plumpen, dummen Kommentare… wo sich nicht mal ein einziges Neuron im Gehirn auf den Weg macht.

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Harry 20. Januar 2015 at 17:15

Ich war mal in eine Zivi-Kaserne zu ‘ner Fete eingeladen – ich hab’ noch nie soviel offensichtlich Debile auf einem Haufen gesehen wie dort.

Die naturwissenschaftliche Psychologie hat noch nie die Vererbung dementiert, aber solange es dort nichts Wissenschaftliches gibt,- und es gibt dort nichts Wissenschaftliches-, gibt es nur die naturwissenschaftliche Psychologie.
Hier stellt sich die Frage, was Benesch gegen naturwissenschaftliche Psychologie hat. O.K., naturwissenschaftliche Psychologie ist viel gemeiner als der Badezimmerspiegel, aber ich glaube nicht dass das Beneschs Problem ist.

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Besorgter 20. Januar 2015 at 17:44

Und wieder inhaltsloses BlaBla.
Idioten gibt es überall, aber könntest dich ja mal informieren wo mehr Leute zur Bundeswehr gehen, bei Studenten oder Auszubildenden. Ein Freund von mir hatte sich verpflichten lassen und war in Afghanistan (wegen dem Geld). Paar Leute aus einer anderen Gruppe war langweilig beim Nachtdienst in der Kaserne und dann haben sie das gemacht, was dort ganz gern betrieben wird. Haben einem Schaf zugerufen “Stop or I have to shoot”, dann haben sie es “platzen” lassen. Das war einer der Gründe warum er eine Zeit lang recht viel getrunken hat… Aber hey, grundsätzlich gehen natürlich debile, nicht intelligente zum Zivi und rationale, intelligente zur Bundeswehr (in der Hoffung auf ein Trauma). Erst kürzlich würde eine Studie veröffentlicht, dass Bundeswehrangehörige unter Empathieverlust leiden… Könnte das an der Konditionierung liegen?

Zitat: “Die naturwissenschaftliche Psychologie hat noch nie die Vererbung dementiert, aber solange es dort nichts Wissenschaftliches gibt…”

Was heisst denn ‘dort gibt es nichts wissenschaftliches’? Schon vor hundert Jahren hat man die Verwandtschaft mit einbezogen, wenn es um psychopathologische Auffälligkeiten ging und es hat sich herausgestellt, dass es einen Zusammenhang gibt. Heute gibt es noch mehr Anhaltpunkte für Vererblichkeit (Gene), aber da steht man erst am Anfang.

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Regentropfen 20. Januar 2015 at 20:19

Harry, der möchtegern Psychologie-Professor, der sich immer wieder selbst als debiler Idiot outet.

Aber ungeschlagen ist Curiosity… Die zwar nicht sozialistisch ist, aber Sozialabgaben für Obdachlose, Asylanten und sonstige Bereicherer fordert. Sie ist auch nicht etwa kommunistisch, obwohl bei ihr jeder Mensch gleich “wertvoll” ist, so wie beim kommunistischen Klassenkampf.

Was das Internet so alles hervorholt aus den tiefsten Abgründen menschlicher Existenz, ist schon verrückt. Solche Menschen begegnen einem gar nicht im Alltag.

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Harry 20. Januar 2015 at 22:28

Zit. Besorgter: ” Schon vor hundert Jahren hat man die Verwandtschaft mit einbezogen, wenn es um psychopathologische Auffälligkeiten ging und es hat sich herausgestellt, dass es einen Zusammenhang gibt.”

Nein, die naturwissenschaftliche Psychologie hat eindeutig nachgewiesen, dass das, das die Genetiker angeschleppt haben, aus der elterlichen Sozialisation stammt – das Standardwerk hierzu: R. D. Laing: “Sanity, Madness and the Family” 1964. Wenn Dich solche Sachen interessieren, dann liess doch einfach einmal lein Buch bevor Du darüber schwätzt. Auch das Lehrbuch der Psychoanalyse, Wilhelm Reich: “Charakteranalyse”. ist diesbezüglich äusserst aufschlussreich, aber als Einstieg ist Alice Miller “Am Anfang war Erziehung” immer noch das geeignetste.

Aber Leute, die bereits Ursache haben sich zu schämen wenn sie in den Badezimmerspiegel schauen, fahren erfahrungsgemäß auf “genetische” Psychologie ab – und wieso das so ist, ist am Besten in Wilhelm Reich “Die Funktion des Orgasmus” erklärt.

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Besorgter 20. Januar 2015 at 23:17

BlaBla, fortgesetzt.
Erst einmal schätze ich Wilhelm Reich sehr (auch wenn hier ihn manch einer als Kommi entwürdigt, das hat aber nichts mit seiner Expertise zu tun). Gelesen habe ich “Rede an den kleinen Mann” und “Charakteranalyse”. Die “Rede an den kleinen Mann” beschreibt genial die Ursachen, die die letzten 3000 Jahre dunkle Geschichte beschreiben. Charakteranalyse geht über die Erkenntnisse von Freud hinaus und beschreibt viel besser die Widerstandsanalyse und fordert mehr an Material für die Traumanalyse. Genau das, was mir bei Freud immer missfiel. Niemand hat behauptet, dass die frühkindliche Erziehung keine Auswirkungen hat. Nichtsdestotrotz, gibt es eine vererbte Komponente. Es gibt Veranlagungen. Sorry, aber die Annahme, dass unser Gehirn nach der Geburt bei jedem komplett identisch und unvoreingenommen ist, ist nonsens. Dann würde es kein Autismus, geistige Behinderung und sonst etwas geben.

Ich weiß schon von was ich “schwätz”, ich lebe in der Realität, du im Lala-Land…

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Harry 21. Januar 2015 at 13:46

@ Besorgter:

Die “Rede an den kleinen Mann” beschreibt nicht genial die Ursachen, die die letzten 3000 Jahre dunkle Geschichte beschreiben, sondern dies geschieht im “Einbruch der sexuellen Zwangsmoral”. Die “Rede an den kleinen Mann” beschreibt allerdings genial die Lächerlichkeit der AIDS-Werbefernsehen-Generation der heute Anfang-30-Jährigen.

Aber gut – schön das Du ein wenig weisst wovon Du schwätzt. Jetzt zeig’ mir etwas über die Vererbung von Dachschäden, aber komm’ bitte nicht mit irgendeiner statistischen Gschafftelhuberei, sondern bring’ etwas mit “Charakteranalyse” Vergleichbares, mit dem ich genau nachvollziehen kann wie mich mein Risiko-Gen XYZ dazu bringt, in dieser und jener Weise realitätsunangepasst zu reagieren und welche äusseren Faktoren das triggern.

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Besorgter 21. Januar 2015 at 20:51

@Harry

Irgendwie bin ich mir nicht sicher ob du “Die Rede an den kleinen Mann” überhaupt gelesen hast und falls doch, nicht richtig verstanden. Das ist schlichtweg eine gesellschaftskritische Wutrede, die das beschreibt, was sich seit der Bildung der “zivilisierten” Gesellschaft wiederholt. Die Ursache für Krieg und so weiter. Ich denke Alex würde das Buch mögen, denn es beschreibt die Sektiererei, Führercult, Ignoranz, Diskreditierung, Naivität und die Verkehrung guter Bestrebungen ins schlechte. Das gab es auch alles schon in Gesellschaften wo nicht derart sexuelle Zwangmoral herrschten. In diesem Buch wird erstmal gar nichts Sexuelles analysiert.

Ich denke hier sollte man schon die individuellen Analysen sexueller Diskrepanz davon trennen. In dieser Hinsicht vertritt Reich, wie auch du, wie es scheint, eine linke Idee, die davon ausgeht, dass es reicht sexuell befreit zu sein um Frieden auf die Erde zu bringen. Klar, gerade in bestimmten Ländern mit sehr christlichen Traditionen der damaligen Zeit, gab es viel an falscher Erziehung in der Richtung. Aber man sollte hier schon die Waage halten von auffälligen untersuchten Patienten und einer ganzen Gesellschaft, wo auch noch ganz andere Sachen zum tragen kommen als sexuelles.

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Harry 21. Januar 2015 at 21:49

Die “Rede an den kleinen Mann” ist keine gesellschaftskritische Wutrede, die das beschreibt, was sich seit der Bildung der “zivilisierten” Gesellschaft wiederholt, sondern eine solche die beschreibt, was seit der Bildung der “kultivierten” Gesellschaft heraus kommt.

Reich vertrat nie die Ansicht, dass es reicht sexuell befreit zu sein um Frieden auf die Erde zu bringen, sondern vertrat die Ansicht, dass man sexuell uneingeschränkt sein muss um,- wie die Amerikaner sagen-, seinen Arsch mit beiden Händen finden zu können.

Jetzt hast Du aber immer noch nichts mit “Charakteranalyse” Vergleichbares gebracht, mit dem ich genau nachvollziehen kann wie mich mein Risiko-Gen XYZ dazu bringt, in dieser und jener Weise realitätsunangepasst zu reagieren und welche äusseren Faktoren das Triggern, sondern hast stattdessen erkennen lassen, dass Dein Verständnis der naturwissenschaftlichen Psychologie lediglich theologisch ist.

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Harry 22. Januar 2015 at 0:49

Der Satz hier doch ganz offensichtlich:

“Reich vertrat nie die Ansicht, dass es reicht sexuell befreit zu sein um Frieden auf die Erde zu bringen, sondern vertrat die Ansicht, dass man sexuell uneingeschränkt sein muss um seinen Arsch mit beiden Händen finden zu können.”

Und wenn Du es schaffst Dein Daunenfederbett mit ‘nem Orgon-Akku abzufackeln, dann können wir uns auch auf Augenhöhe über Reich unterhalten.

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K-PAX 19. Januar 2015 at 20:40

Na ja ich meine Scharfschützen müssen schon einiges an “normaler” Emphatie abschalten.
Wohl nicht im direkten Gefecht,aber im Moment der Anbahnung oder Entscheidungsfindung zu solch einem Job.
Der normale Soldat kann töten,der Scharfschütze wird töten.
Gilt aber auch für Flieger…….

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Ingo 19. Januar 2015 at 20:13

Alex meine Geschichte willst du wohl nicht lesen? Habe dich doch kontaktiert per Mai! Ist eine Geschichte über eine libertaristische Gesellschaft! Melde dich einfach wenn du es lesen willst.

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hatduwat 19. Januar 2015 at 19:54

wat’n los? gucks du — >>>> Chris Kyle controversy https://en.wikipedia.org/wiki/Jesse_Ventura#Chris_Kyle_controversy
aha

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