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Ein Kommentar von Alexander Benesch

Der Spiegel hat den getürmten Noch-SPD-Politiker Sebastian Edathy in einer „südeuropäischen Kleinstadt“ aufgetrieben. Dort lamentiert er, durch die Bank weg ungerecht behandelt zu sein. Ein „Gegner“ von Kinderpornographie sei er doch zum Beispiel. Und zudem nicht einmal pädophil:

„Ich bin nicht pädophil. In der Kunstgeschichte hat der männliche Akt, auch der Kinder- und Jugendakt, eine lange Tradition. Man muss daran keinen Gefallen finden, man darf es aber.“

Edathy hatte sich aber nicht Kunstbände von Michelangelos David oder irgendwelchen alten Ölgemälden von nackten griechischen Göttern bestellt, sondern billige Schundvideos von nackten kleinen Jungs aus Osteuropa von Azov Films. Es ist noch nicht genau enthüllt worden, welche Streifen aus dem Sortiment es genau waren, aber folgende Titel spiegeln das reichhaltige Angebot wider:

  • Skating Boys
  • Boy Fights II: Alex vs Vlaviu
  • Boys in the Mud
  • Boys of Europa

edathy-films

Georg Streiter, der stellvertretende Sprecher von Angela Merkel, kommentierte laut einem Bericht vom Handelsblatt auf Facebook: „Ich habe noch keinen gesehen, der sich im Museum einen runterholt.“

US-Ermittler führten Testkäufe durch und bestellten u.a. den Titel „Cutting Room Floor – Vlaviu.“ In Gerichtsdokumenten ist beschrieben, wie im Film nackte Jungs in einem Wohnzimmer essen. Es gibt Nahaufnahmen von den Genitalien und gegen Ende führen sich die Kinder Reste in ihr Rektum ein. Soll das harmlose Kunst sein?

Die Kinder, die für die Aufnahmen bezahlt wurden, leiden oft später massiv darunter, dass das Ganze weltweit vermarktet wurde. Kein Kind darf solche Entscheidungen treffen. Sobald Kunden weltweit zu den Aufnahmen masturbieren, ist das Privatleben der betroffenen Kinder plötzlich Handelsware. Trotzdem will Edathy kein Fehlverhalten eingestehen:

Ich muss und werde mich für mein Privatleben nicht entschuldigen oder rechtfertigen.

Irrtum! Wer als Politiker Geld vom Steuerzahler kassiert und die Verantwortung übertragen bekommt, der muss wirklich auf sein Privatleben achten. Er macht den klassischen Zweischritt: Ausweichen und Gegenangriff starten. Nichts lasse er auf sich kommen, stattdessen hätten alle ihn ungerecht behandelt und müssten ihm doch aufs Wort vertrauen, dass er bestimmt kein Beweismaterial habe verschwinden lassen. Die SPD sei gemein, weil ein Ordnungsverfahren angestrebt worden ist. Dass er die SPD und die ganze Bundesrepublik bitter enttäuscht und in eine missliche Lage gebracht hat, steht auf einem anderen Blatt.

In seiner Wunschvorstellung wird er in dem Verfahren freigesprochen und kann dann versuchen, seine Anwälte auf jeden zu hetzen der mutmaßen könnte, Edathy sei womöglich pädophil weil er sich „in seinem Privatleben“ diverse „Kunst“ bestellt hat von nackten Jungs beim Bockspringen. Tja, selbst wenn ihm dies gelänge, das Internet in der heutigen Zeit vergisst nichts. Egal in welchem südeuropäischen Land er neu anfangen will, die Leute um ihn herum müssen nur seinen Namen googeln.

In den USA gab es auch einen Kunden der Azov-Kinder-Nacktfilme aus der höheren Politik; über diesen Fall wird in der deutschen Presse hartnäckig geschwiegen:

Ryan Loskarn, der Stabschef des US-Senators Lamar Alexander, beging Selbstmord, nachdem auf seinen Computern Hardcore-Kinderpornografie gefunden wurde. In seinem Abschiedsschreiben gab er an, selbst als Kind missbraucht worden zu sein. Die Behörden hatten seine Tür eingebrochen und seine Behausung in Washington D.C. durchsucht. Ermittler erklärten, Loskarn hätte noch versucht, eine Festplatte über ein Dachfenster auf seinem Dach zu verstecken. Zu seinen Sammlungen gehörten Videos mit Titeln wie „6-jähriges Mädchen entführt und in den Wäldern vergewaltigt“.

Loskarns Boss, der Senator Lamar Alexander, war früher einmal Gouverneur von Tennessee und Bildungsminister unter George H.W. Bush, verantwortlich ausgerechnet für die Schulen im Land. Er ist außerdem der Mitbegründer von Bright Horizons Family Solutions, einer Einrichtung die weltweit mehr als 700 Kinderbetreuungszentren betreibt.

Bruce Downsbrough, der ehemalige CEO der University of Tennessee Foundation, bekannte sich 2013 schuldig, Azov-Filme gekauft und Jungs missbraucht zu haben. George Downsbrough Sr. leitete eine Firma (HRB Singer Raytheon) die Technologie an die NSA geliefert hatte. Nachdem ein wichtiger Pädo-Ring in Nebraska in den Fokus von Ermittlungen gerückt war (Franklin-Fall), soll das Netz nach Tennessee umgezogen sein.

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