Alexander Benesch

Die Zeitung London Guardian, die von dem zweifelhaften vermeintlichen NSA-Whistleblower Edward Snowden mit Informationen gefüttert wird, veröffentlichte am Sonntag einen Kommentar von Alexander Abdo und Patrick Toomey, laut dem die NSA das “Internet in ein totales Überwachungsssystem verwandle”.

Irgendwo dämmert es den Schreibern vielleicht noch, dass vor Jahrzehnten, lange bevor es CallofDuty und AssToMouth kostenlos im Netz gab, das US-Militär mit den ersten Netzwerken herumgefrickelt hatte, um effektiver Leite ermorden zu können ich meine natürlich um die Nationale Sicherheit besser zu gewährleisten. Aber das war doch nur ganz am Anfang, ODER ETWA NICHT?

Frühe öffentliche Vorstellungen über das Internet beinhalteten keine NSA, kein Wiretapping und kein PORN:

Wenigstens klingt die Hintergrundmusik schon mal nach altem PORN

Was an der offiziellen Geschichte der Entstehung des Internets auffällt, ist dass nirgendwo die NSA auch nur erwähnt wird. Lediglich DARPA, die Forschungsabteilung des Pentagons, wird historisch aufgeführt, mit dem frühen Versuch, verschiedene Systeme miteinander zu verbinden.

Abwandlungen des ARPANET wurden auch von US-Universitäten benutzt, was sicherlich die NSA interessierte, deren Job es war, dafür zu sorgen dass niemand abseits des militärisch-industriellen Komplexes etwas Wichtiges entwickelt und vermarktet. Was natürlich nicht heißt, dass die Top-Unis nicht sowieso schon zum militärisch-industriellen Komplex gehörten…

Weitere Tarnorganisationen des Militärs, nämlich die National Aeronautics and Space Administration (NASA), die National Science Foundation (NSF) mit Sitz im Spionagehimmel Arlington/Virginia sowie das Department of Energy (DOE), entwickelten Mitte der 80er Jahre das erste Wide Area Networks, basierend auf dem neuen Universalstandard TCP/IP.

TCP/IP ist das Rückgrat des Netzes. Sicherlich waren die Entwickler doch keine Spione? Vinton Cerf, der Daddy des Internets, hatte einst ein Stipendium von einem Kampfflugzeugbauer bekommen und machte den Bachelor of Science, ging dann zu Satans Computershop, auch bekannt als IBM. Später machte er seinen Doktor bei einem Typen der vielleicht für die Israelis spioniert hatte.

Er arbeitete zusammen mit Robert “Bob” Kahn, dessen Vater für die RAND Corporation an der Wasserstoffbombe werkelte, das Hudson Institut mitbegründete (Finanzierung durch Monsanto, DuPont, Eli Lilly, Cargill & Co.) und Vorbild gewesen sein soll für Stanley Kubricks “Dr. Seltsam”.

Ab Frühling 1973 wurde Bob unterstützt von Vinton G. Cerf, den er noch als Doktorand 1969 bei Tests des ersten Arpanet-Knotens an der UCLA kennengelernt hatte und der nun Assistenzprofessor in Stanford war. Als Cerf 1976 zur DARPA kam, übernahm dieser von Kahn bis 1982 die Führungsrolle im Internet-Projekt und leitete die Weiterentwicklung von TCP. Kahn wurde 1979 Direktor des Information Processing Techniques Office (IPTO) der DARPA. In dieser Position startete er die eine Milliarde US-Dollar teure Strategic Computing Initiative der USA, das bis dahin größte staatliche Projekt in der Computerforschung und -entwicklung.

1980 wurde TCP/IP vom amerikanischen Verteidigungsministerium als Standard anerkannt, und am 1. Januar 1983 wurde die NCP-Protokollsuite des Arpanets bei dessen Trennung vom MILNET wieder unter der Leitung Kahns auf TCP/IP umgeschaltet und damit die Grundlage des modernen Internets gelegt. Ein Jahr später gab Kahn das Internet-Projekt erneut ab, diesmal an Barry Leiner.

Das an der Entwicklung des Internets (ARPANET, MILNET, CSNET, and NEARNET) maßgeblich beteiligte Rüstungsunternehmen Bolt Beranek and Newman (BBN), ging später auf in den Internet Service Providern Verizon und Level 3 Communications und gehört seit 2009 zum Rüstungskonzern Raytheon.

1995 war es dann soweit, kommerzieller Traffic wie PORN konnte endlich weltweit hin und hergehen und die Menschen fütterten ihr Leben und ihr Business in die Maschinen, die zugunsten der NSA endlich alle am Netz hingen. Maßgeblich beteiligt an der technischen Infrastruktur des modernen Internets waren Dienstleister und Hersteller mit engen Kontakten zur NSA wie IBM, Dell, Bell, AT&T oder Cisco.

Zu behaupten, die NSA hätte erst später ein System des “freien Marktes” in ein “Überwachungsinstrument” verwandelt, ist ungefähr so als würde man erklären, das Militär wäre erst spät auf den Zug der Nuklearforschung aufgesprungen um die Atombombe zu entwickeln.

Hier sehen sie, wie Schulkinder schon in den 90er Jahren ganz erwartungsvoll waren, mit dem Internet endlich mehr für die Schule lernen zu können über “den Regenwald” und “den Planeten Jupiter”:

Bei der Zeit, als diese Kinder älter waren, luden sie sich das Anarchist Cookbook herunter und meldeten sich auf frühen Pro-Ana-Messageboards an

1993 stellte das Internet nur 1% des gesamten Datenverkehrs, im Jahr 2000 waren es bereits 51% und 2007 sind wir bei 97% angelangt! Was wären wir alle ohne PORN, Youtube, Facebook und Filesharing.

Der ehemalige NSA-Chef Michael Hayden erklärte kürzlich auf dem Sender CBS in der Sendung “Face The Nation”, dass nach einem Angriff oder Anschlag auf die USA die Bevölkerung heilfroh darüber sein werde, dass die Spionage auf all die gesammelten und gespeicherten Informationen zugreifen und (besser als bei 9/11) erklären kann, wie welcher Feind zuschlagen konnte.