Ein Kommentar von Alexander Benesch

Was hätte man nicht alles aus dem TV-Duell der Kanzlerkandidaten Steinbrück und Merkel machen können? Mein Vorschlag: Eine Mischung aus „Schlag den Raab“ und WWE Wrestling: Das Tag Team „Media Whores“ aus den Moderatoren tritt an gegen die Politiker von der „Legion of Doom“. Merkel macht dann gegen Raab ihren Finishing Move, den „Stasi Stunner“,  Steinbrück legt Maybritt Illner aufs Kreuz mit dem „Offshore Suplex“.

Wer aber schneidet von den Spitzenkandidaten tatsächlich besser ab? Finden wir es heraus!

Wer hat mehr Erfahrung in der normalen Berufswelt?

Steinbrück:

Sein Grundwehrdienst bei den staatlichen Streitkräften zählt nicht wirklich als Beruf. Nach dem Studium zog es ihn sofort in das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. 1976 bemühte sich Steinbrück um eine befristete Anstellung in diesem Ministerium, die ihm wegen Sicherheitsbedenken verwehrt wurde. Steinbrück vermutet, dass dies mit der 1972 erfolgten Durchsuchung der Wohngemeinschaft, die er während seines Studiums in Kiel bewohnte, zusammenhing: Es habe der Verdacht bestanden, dort verstecke sich eine Terroristin der Rote Armee Fraktion. Deshalb war er zunächst einige Monate arbeitslos, bis er im Herbst 1976 seine Karriere im Öffentlichen Dienst im neuen Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung beginnen konnte. Ein richtiger Beruf abseits des Staates? Fehlanzeige. Es ist fraglich, ob er einen Limonadenstand kostendeckend betreiben könnte. Würden sie so jemanden einstellen wenn er ihnen eine Bewerbung schickt?

Merkel:

Sie hatte zumindest eine Anstellung am Zentralinstitut für physikalische Chemie, das war aber wiederum eine staatliche Einrichtung. Dann nach der Wende ging sie sofort in die Politik. Außer dem einen oder anderen Schwarzmarkt-Deal aus ihrer Teenagerzeit in der DDR ist nichts bekannt über direkte Erfahrung mit Märkten. Könnte vielleicht gerade noch in der Chemiebranche eine Anstellung finden, müsste aber ihr veraltetes Wissen auffrischen.

Fazit: UNENTSCHIEDEN

Wer kann besser mit Geld umgehen?

Steinbrück:

Laut dem Wirtschaftsmagazin „Capital“ ließ sich Don Steinbrück im Juli 2001 in der Zentrale der WestLB über den Stand der Offshore-Zockerei informieren. Seit 1998 überwacht er die rheinische Landesbank, zuerst in der Funktion als Verwaltungsrat und vier Jahre später als Finanzminister von Nordrhein-Westfalen. Mit sog. „Conduits“ oder „Zweckgesellschaften“ bündeln Banken ihre Kreditverträge zu Tausenden und machen daraus handelbare Wertpapiere. Die Landesbank träumt vom großen Geld und dem neuen Dreh, unschöne Altlasten wegzuzaubern. Dies ist möglich aufgrund der schwachen Bilanzregeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB).

Die Conduits arbeiten wie hundertprozentig beherrschte Tochtergesellschaften. Sie sind offiziell Eigentum eines Treuhänders oder eines Trusts – ein juristischer Kniff. Laut HGB müssen sie nicht mehr als Geschäfte von Tochterfirmen bilanziert werden. Die Banken bezeichnen sich frecherweise als Sponsor oder Originator der Conduits. Nichtsdestotrotz werden die Geschäfte oftmals komplett in den Büros der deutschen Banken betrieben.

Für die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) besteht keinerlei Möglichkeit, die Machenschaften der Landesbanken zu überprüfen, da ihr der direkte Zugriff auf diese Schattenbanken  – seien sie in Delaware, Dublin, auf den Cayman Islands, in Luxemburg oder auf Jersey – fehlt. Der Trick mit den Zweckgesellschaften  hat für die Bank oder besser gesagt für die Banker folgenen Vorteil: Er entlastet die Banken von ihrer aufsichtsrechtlichen Pflicht, für Risikogeschäfte genug Eigenkapitalpuffer bereitzuhalten. Jeder Normalbürger würde bei einer solchen Vorgehensweise wegen Bilanzfälschung und Steuerhinterziehung hinter Gittern kommen.

Die staatlichen Verbindlichkeiten der Landesbanken stiegen aber dann allein in den kommenden vier Jahren auf mehr als 100 Milliarden Euro – zuletzt werden es mehr als 500 Milliarden Euro sein. Steinbrücks Landesbank versenkt unter anderem eine Milliarde Euro in der Russlandkrise Ende der neunziger Jahre und setzt in London 1,7 Milliarden Euro mit einem Großkredit in den Sand.

Im Juli 2007 ist die IKB, deren Kerngeschäft die Förderung des deutschen Mittelstandes ist, faktisch pleite. Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stützt die IKB zusammen mit weiteren Banken mit mehr als 10 Milliarden Euro. Im IKB-Aufsichtsrat sitzt Jürgen Asmussen, Steinbrücks Abteilungsleiter. 2008 wird die Bank für einen dreistelligen Millionenbetrag an den texanischen Finanzinvestor Lone Star notverkauft. Zu beachten ist, dass ein Großteil der Restrisiken bei der bundeseigenen KfW verbleibt. Vielleicht hätte man jemanden fragen sollen der sich damit auskennt.

Merkel:

Hieß es noch zu Beginn, für die Rettung Griechenlands werde es „keinen Cent“ aus Deutschland geben, hat sie dem ESM nun einen Blankoscheck für alle EU-Staaten vergeben. Davon hätte Erich Mielke nur geträumt: Die Bundesrepublik als Zahlmeister für alle auszubluten und das Volksvermögen umzuverteilen bis alle pleite sind und nach dem Sozialismus rufen. Fairerweise ist auch Steinbrück für den ESM.

Fazit: UNENTSCHIEDEN

Gegen wen gibt es stärkere Spionagevorwürfe?

Steinbrück:

Die Zeitung „Die WELT“ erklärte kürzlich, dass Peer Steinbrücks angeheirateter Cousin, ein einflussreicher DDR-Künstler, als Inoffizieller Mitarbeiter für die Stasi gearbeitet hätte. Eine Karteikarte aus den brisanten Rosenholz-Dateien listet Peer Steinbrück im Zusammenhang mit dem ominösen IM-Vorgang „Nelke“. Weitere Akten fehlen, die Spekulationen gegen den Sozialdemokraten laufen heiß. Steinbrücks Vorfahren waren jedoch alle Mitglieder der erleuchteten Strömungen und manövrierten Deutschland zugunsten der Banker aus.

Merkel:

Nach der Wende wurden um sie herum massenhaft ehemalige Stasi-IMs enttarnt und aus dem Weg geräumt. Merkel hingegen machte eine Blitzkarriere. Merkels Vater saß in der perfekten Position für einen möglichen Westagenten in der DDR: Abgeschottet auf einem Landhof lebend, das Arbeitszimmer überquellend mit verbotener Literatur die er Schülern im Teenageralter zeigte; perfekt für den Aufbau eines Spionagerings. Die Tochter machte allerhand seltsame Missionen im Ostblock und gelangte dadurch mehrmals aufs Glatteis. Ständig gab es West-Besuche bei irgendwelchen „Verwandten“.

Fazit: UNENTSCHIEDEN

Wer sieht besser aus im Anzug?

Steinbrück:

Tadellos im Anzug, wirkt wie ein beliebiger Anwalt, hat es als Mann aber leichter mit Frisur und Makeup.

Merkel:

Hat die schwierigere Aufgabe mit Haaren und Makeup, dank Spin-Doktoren ist aber alles im Griff. Wirkt wie die Leiterin einer Bankfilliale. Freaky-Fakt: Fast alle weiblichen Staatsoberhäupter haben kürzere Haare. Die mit langen Haaren sind wiederum sexy.

Fazit: Unentschieden

Über-Fazit:
Die Kandidaten sind gleich schlecht.

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