Der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger wird von Luke Rodkowski (WeAreChange) gefragt, wie ein in mehreren Ländern gesuchter “Massenmörder” eine Auszeichnung verliehen bekommen kann für die Verbreitung von “Freiheit und Demokratie”.

Kissinger nennt den Fragesteller einen “selbstgerechten Feigling”.

Die argentinische Militärjunta glaubte 1976, sie hätte die Billigung der USA, im Namen einer nationalen Sicherheitsdoktrin massiv Gewalt gegen politische Gegner anzuwenden, um deren „Terrorismus“ zu bekämpfen. Dies beruhte unter anderem auf mehreren Treffen des argentinischen Außenministers Admiral Guzzetti mit Kissinger ab Juni 1976, wobei dieser gegen die anfängliche Erwartung des Argentiniers zustimmende Signale zu einem harten Vorgehen zur Lösung des argentinischen „Terrorismus-Problems“ gegeben hatte. Robert Hill, der damalige Botschafter der USA in Argentinien, beschwerte sich in Washington über die „euphorische Reaktion“ von Guzzetti nach dem Treffen mit Kissinger. Guzzetti hatte danach den anderen Regierungsmitgliedern berichtet, nach seinem Eindruck würde es den USA nicht um Menschenrechte gehen, sondern darum, dass die ganze Sache „schnell gelöst“ würde. Die Militärjunta lehnte in der Folge Ermahnungen der US-Botschaft bezüglich der Einhaltung der Menschenrechte ab und verwies zur Begründung auf Kissingers „Verständnis“ für die argentinische Situation. In den nächsten sieben Jahren ermordeten die Militärs bis zu 30.000 Menschen, die sie überwiegend spurlos verschwinden ließen. Diese Zeit wurde als „Schmutziger Krieg“ bekannt.

Bereits seit 1963 hatte die CIA in Chile eine Reihe verdeckter Operationen mit dem Ziel durchgeführt, die Wahl des Sozialisten Salvador Allende zum Staatspräsidenten zu verhindern. Nachdem diese Aktionen erfolglos geblieben waren und Allende 1970 Präsident wurde, waren die USA zu massiven Geheimdienstoperationen übergegangen, mit dem Ziel, die chilenische Regierung zu destabilisieren und die Voraussetzungen für den Militärputsch vom 11. September 1973 zu schaffen. Im Zuge der CIA-Operationen kam es zur Ermordung des verfassungstreuen und zu Allende loyalen Generalstabschefs René Schneider, der dem Putsch im Weg stand. Die Verschwörergruppe war zuvor von der CIA mit Maschinengewehren und Tränengasgranaten ausgestattet worden. Am 28. Jahrestag des Putsches in Chile, dem 11. September 2001, reichten Anwälte einer chilenischen Menschenrechtsorganisation deswegen Klagen gegen Kissinger ein.

Kissinger, der als einflussreichster Politiker unter dem Präsidenten Nixon galt, organisierte die amerikanische Außenpolitik über den Nationalen Sicherheitsrat, teilweise unter Umgehung des amerikanischen Außenministeriums. Entgegen den Wahlversprechen Nixons vor dessen Erstwahl, den Vietnamkrieg zu beenden, forcierte die US-Regierung noch Angriffe auf den gegnerischen Vietcong, um nicht als Verlierer dazustehen. Durch die Kriegsausweitung kamen mehr als 100.000 Vietnamesen und mehr als 25.000 amerikanische Soldaten ums Leben[19]. Dabei wurde auch das Gebiet des neutralen Kambodschas in der streng geheimen Operation MENU völkerrechtswidrig bombardiert, um dortige vietnamesische Nachschublinien zu zerstören. Die Veröffentlichung der geheimen Bombardierungen führte zu massiven, legalen Telefon-Abhöraktionen (nicht zu verwechseln mit den illegalen Watergate-Abhör-Aktionen). Diese waren sowohl von Nixon als auch von Kissinger angeordnet und richteten sich teilweise auch gegen engste Mitarbeiter, um die bis heute unbekannten Informanten herauszufinden.

Durch diese Ausweitung des Kriegs auf kambodschanisches Gebiet opferten die USA die Integrität des letzten unabhängigen Staates Indochinas. Die Flächenbombardements töteten etwa 200.000 Menschen, weit überwiegend Zivilisten, und trugen dazu bei, einen großen Teil der Bevölkerung in die Arme der kambodschanischen kommunistischen Widerstandsbewegung „Rote Khmer“ zu treiben. Von amerikanischen Boeing B-52-Flugzeugen wurden alleine 1973 doppelt soviele Bomben über Kambodscha abgeworfen wie über Japan während des gesamten Zweiten Weltkrieges. Die Destabilisierung Kambodschas führte 1975 mittelbar zur Machtübernahme der Roten Khmer, die in der Folge bis 1978 einen Völkermord an der eigenen Bevölkerung mit 1,7 bis 2,2 Millionen Opfern begingen. Die geheime Ausweitung des Krieges entgegen den Wahlkampf-Versprechen Nixons führte zudem zu massiven Antikriegs-Demonstrationen in den USA.

wikipedia-Zitate unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“

Liked it? Take a second to support AlexBenesch on Patreon!

Related posts

Wie die Linke in den USA von einem sowjetischen Ölmagnaten aufgebaut wurde

AlexBenesch

Das kremlfreundliche Eurasier-Blatt COMPACT

AlexBenesch

Die “Wise Men” hinter der NATO und der Nachkriegsordnung

AlexBenesch

5 comments

Avatar
lukas 3. Juni 2013 at 12:09

da leider immer nur kambodscha genannt wird beim thema henry,erinner ich hier auch noch an den zweiten (!) illegalen parrallelkrieg,zu vietnam-
LAOS…ETWA SO VIELE BOMBEN WIE IM WW II AUF JAPAN —>UND<— DEUTSCHLAND ZUSAMMEN.
angriffe im 8minuten takt,auf ein land mit etwa 5mio.einwohnern.

kissinger ist wahrscheinlich DER topagend für das RIIA,ausgebildet in allen gängigen tavistock-psyops-techniken.quasi ein botschafter für die queen in den usa.

ein deutscher jude,der in die usa flüchtet,für diese gegen d im krieg mitmacht,nach georgetown zum riia buckelt,um dann,nach verrat am eigenen-,jetzt sein neues heimatland zu verraten…nicht zu vergessen seiner sowjetischen(?) glaubensbrüder

so,luft gemacht jetzt ist´s besser,danke.
dieser "mensch" müsste zweimal lebenslang in den bau,

Reply
Avatar
Stefan 3. Juni 2013 at 10:48

So wird dann auch der Zusammenhang zwischen Kissingers Tätigkeit für den KGB und seiner gleichzeitigen Forcierung westlicher Macht- und Kriegspolitik verständlich.
Ohne das Vietnamdesaster keine US-Friedensbewegung und keine Ausbreitung des kommunistischen ‘Widerstands’ in Südostasien. Dialektik in Aktion.
Gemäß der Kommunistischen/NWO Lehre ist Weltfrieden erst möglich, wenn jeglicher Antikommunistische Widerstand gebrochen ist, also hat Kissinger doch viel für den Frieden erreicht und den Friedensnobelpreis durchaus verdient.

Reply
Avatar
Liberty 3. Juni 2013 at 16:50

Ganz recht, Ost und West spielen über Bande zusammen, dialektisch perfekt. Mit der Hippie- Friedensbewegung haben auch in den USA die linken Staatsjunkies Auftrieb erhalten, und sozialistischer Müll wurde plötzlich cool, und wie bei uns wurden die Unis zu Hochburgen des linken Ungeistes. Damit der Nachwuchs auch gleich sozialistisch infiziert wird.

Zur selben Zeit wurde auch in der BRD bekanntlich die kommunistische 68er-Bewegung nach oben gepuscht, tatkräftig unterstützt von KGB und Stasi, während “die Amis” offenbar ahnungslos zugeschaut haben. Auch der Marsch durch die Institutionen der 68er-Kommis ging reibungslos vonstatten, ohne dass “die Amis” irgendwie dazwischengegangen wären. Und heute hocken Alt-Kommis wie Trittin und Fischer bei Bilderberg, während der BRD bis zum Abwinken KGB-verseucht ist.

Und am Ende ist die ganze “westliche Welt” sozialistisch verseucht und es ist ganz normal auf Kosten der Gesellschaft zu leben, “vom Staat” dies und das zu fordern und der Kapitalismus ist eh ganz ganz böse. Somit ist man für die NWO schon bestens präpariert.

Reply
Avatar
s 3. Juni 2013 at 9:36

Bush ist auch ein Kriegsverbrecher.

Reply

Leave a Comment

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie einverstanden sind, benutzen Sie die Seite weiter und klicken auf „OK“. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung. OK Datenschutz