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Link: Myriad Genetics und die Brustkrebsindustrie

Mike Adams (Natural News)

Angelina Jolies öffentliche Ankündigung, sich beide Brüste amputieren zu lassen obwohl sie keinen Brustkrebs hat, ist nicht die “heroische” Entscheidung wie es in den Massenmedien angepriesen wird. Es fällt zusammen mit einer PR-Kampagne und einer Entscheidung des obersten Gerichtshofes über die Gültigkeit des lukrativen BRCA1-Patents. Es stehen viele Milliarden Dollar auf dem Spiel.

Angelina Jolies Kommentar in der New York Times wirkt wie ein aalglatter Werbetext aus der Industrie, die Schlüsselworte wie “Entscheidung”, “stärker”, “Stolz” und “Familie” malen die ganze Angelegenheit in einem absurd positiven Licht. Sie ist außerdem auf dem Cover von People Magazine und auch dort sehen wir die identische Wortwahl: “IHRE MUTIGE ENTSCHEIDUNG”. “Es war das Richtige”.

Die Kampagne um die prominente Schauspielerin hatte vier bedeutende Auswirkungen:

  • Überall wurde bei Frauen Angst geschürt vor Brustkrebs mit Hilfe von falschen Statistiken.
  • Frauen rennen zu ihren Ärzten und wollen getestet werden auf das BRCA1-Gen. Diese Tests sind patentiert und bringen einer Firma namens “Myriad Genetics” himmlische Profite ein. Tests kosten pro Person 3.000 bis 4.000 Dollar. Nur wenn der oberste Gerichtshof die Rechtmäßigkeit der Patentierung des Gens ausfrechterhält, fließen die Profite weiter.
  • Der Aktienkurs von Myriad Genetics (MYGN) stieg auf den höchsten Wert in 52 Wochen.
  • Die öffentliche Meinung und damit eine kommende Entscheidung des obersten Gerichtshofes wurden beeinflusst

MarketWatch.com schrieb:

“Myriad Genetics (MYGN) aus Salt Lake City hält das Patent auf den Test der bestimmt hat, dass die Schauspielerin eine 87-prozentige Chance hätte, Brustkrebs zu bekommen, sowie auf die Gene selbst.”

Myriad ist reif, aufgekauft zu werden. Je höher die Aktienkurse zuvor steigen, umso reicher werden die bisherigen Besitzer dabei. Obamacare, die sozialistische Einheitsbrei-Krankenversicherung zugunsten der Industrie, schreibt vor dass Steuerzahler aufkommen müssen für die BRCA1-Tests. Die Konzerninteressen werden versteckt hinter den manipulativen PR-Sätzen über Feminismus und “starke Frauen”.

Die Bürgerrechtsorganisation ACLU und die Public Patent Foundation starteten eine Klage 2009 gegen Konzernpatente auf menschliche Gene allgemein und insbesondere auf die Gene BRCA1 und BRCA2, die mit Brustkrebs und Eierstockkrebs in Verbindung gebracht werden.

Eine Entscheidung wird diesen Sommer erwartet. Forscher, weibliche Patienten, Krebsbhandelte, Brustkrebsgruppen und wissenschaftliche Vereinigungen die 150.000 professionelle Individuen repräsentieren, haben argumentiert dass menschliche Gene nicht patentiert werden können, weil sie ein klassisches Naturprodukt sind. Die Patente verletzen den ersten Verfassungszusatz und behindern genetische Tests und Forschungen, die zu neuen Heilmethoden führen könnten.

Entscheidet der oberste Gerichtshof gegen Myriad Genetics, kollabiert eine Multimilliarden-Dollar-Industrie über Nacht. Rund 20 Prozent der menschlichen Gene sind bereits patentiert von Unternehmen und Universitäten. Die ACLU erklärt dass der Patentinhaber das Recht hat, jeden anderen davon abzuhalten, das betreffende Gen zu betrachten, zu untersuchen und zu testen.

In dem Kommentar in der NY Times behauptet Jolie, dass sie laut ihrem Arzt eine 87-prozentige Chance gehabt hätte, Brustkrebs zu entwickeln. Eine Studie, die auf der Webseite des National Human Genome Research Institute veröffentlicht wurde, enthüllt dass die Risiken die mit den BRCA1-Genen assoziiert werden, bedeutend niedriger sind als der Öffentlichkeit erzählt wird. Von 600 Frauen hat statistisch nur eine einzige Frau eine BRCA-Mutation. Diese eine hat ein Risiko von 56 Prozent.

Myriad Genetics verlangt rund 3000$ für den Test auf ein möglicherweise erhöhtes Brustkrebsrisiko. Dabei könnten hunderte klinische Labore das gleiche für unter 200$ anbieten, was sie aber nicht dürfen. Sobald ein Arzt nämlich einem Patienten Blut abnimmt und die DNA isoliert, um die BRCA-Gene zu untersuchen, verletzt er das Urheberrecht von Myriad. Myriads Geschäftsmodell, exklusiv den Test anzubieten, führte die Firma von einem Start-Up 1994 zu einer Aktiengesellschaft mit 1200 Angestellten und rund 500 Millionen Dollar Umsatz im Jahr 2012.

In einem verwirrenden Hinweis im deutschen Ärzteblatt wurde behauptet, Myriad hätte nach Protesten die Patente 2004 quasi an die University of Utah verschenkt. Das hat den Klang nach Wohltätigkeit. So einfach ist die Sache jedoch bei weitem nicht, es tobt in den USA der Krieg vor Gericht, da Myriad auf SEINEN Genpatenten beharrt.

Die Firma wurde aus der University of Utah heraus gegründet von Wissenschaftlern, die an der Jagd nach dem BRCA1-Gen beteiligt waren. Mark Skolnick, ein Gründer von Myriad und Wissenschaftler der Universität, veröffentlichte mit Kollegen im August 1994 die Gensequenz. Im selben Jahr wurde das erste Patent angemeldet zugunsten der University of Utah, dem National Institute of Environmental Health Sciences (NIEHS) und Myriad. Im darauffolgenden Jahr isolierten Myriad und die Universität das BRCA2-Gen, auch hier folgte eine Patentanmeldung. 1996 kam dann der überteuerte Test in der Packung auf den Markt, um mögliche Mutationen in beiden Genen aufzudecken.

Investoren pumpten munter Geld in die junge Firma, da sie auf 20 Jahre das Exklusivrecht für den Test hatte. Das schloss mit ein, juristisch gegen Konkurrenten vorzugehen, auch beispielsweise gegen andere amerikanische Universitäten, die in der Regel wie ein Konzern funktionieren und Profite machen. 1998 bekam beispielsweise das Gendiagnostik-Labor der University of Pennsylvania eine Unterlassungsaufforderung von Myriads Anwälten, Blutproben von Patienten auf BRCA zu testen.

Die Association for Molecular Pathology, die University of Pennsylvania, Forscher an der Columbia University, NYU, Emory und Yale, sowie mehrere Patientenvereinigungen und Patienten gingen schließlich vor Gericht gegen die Patentierung von menschlichen Genen. Eine Grundsatzentscheidung des obersten Gerichtshofes wird für dieses Jahr erwartet. Das Argument gegen die Patentierung lautet, niemand habe die Gene erfunden und niemand könne einem anderen verbieten, seine eigenen Gene zu betrachten.

Peter Meldrum, der CEO von Myriad, erhielt 2011 insgesamt 4,87 Millionen Dollar Gehalt. Weitaus mehr verdienen die Ärzteschaft und Big Pharma an den risikobehafteten präventiven Behandlungsmethoden für Frauen, die oft auf die BRCA-Tests folgen: Darunter die bizarre Chemoprävention mit Tamoxifen oder die Entfernung der Eierstöcke und der Brustdrüsengewebe. Dabei kommen schnell fünf- oder sechsstellige Summen pro Patient zusammen.

Alleine die doppelte Mastektomie, wie bei Schauspielerin Angelina Jolie, liegt bei 50.000$.