Terror

Gangs und Kartelle – Subkultur und Realität

Liberty or Death

Rapmusik und Videospiele wie GTA verherrlichen den Gangster als Leitmotiv der Generation Euro. Frauenfreindlicher Pornorap bekommt den Integrationsbambi verliehen, während eine Tiroler Band wegen der üblen Nachrede eines drögen Politikers über nationalistische Gesinnung aus dem Echo-Wettbewerb geworfen wird. Plattenlabels wie Sony BMG verdienen daran, frustrierten, durch Schulzwang und unfähige Eltern emotional verkrüppelten Jugendlichen ein Gangster-Vorbild zu verkaufen, der mit dem Image des Underdog Kriminalität verherrlicht, der Kriminalität wegen.
Gleichzeitig wird die Polizei wie ein bissiger Hund darauf trainiert, dass Baggypants, Caps und Rapmusik prinzipiell schonmal verdächtig sind. Damit machen sich die Kids unbewusst genau zu der Zielscheibe, zu der sie das Esteblishment machen will nur um anschließend wegen dem Besitz einer kleinen Menge Dope im privaten Gefängniskomplex zu landen.
Dort arbeiten sie in Gefängnisschreinereien, nähen Hemden oder erledigen andere Arbeiten zu einem Preises, mit dem ein Arbeiter außerhalb dieser Sklavenwirtschaft nicht konkurrieren kann. Das führt dann weiter zu Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Frustration und Kriminalität damit das Spiel wieder von vorne beginnen kann und diese modernen Arbeitslager weiter mit menschlichem Treibstoff versorgt werden.
Währenddessen verdienen sich die richtigen Gangster der Drogenkartelle durch die staatliche Prohibition eine goldene Nase mit einem ordinären Agrarprodukt.
Während man in der Gangster-Subkultur die blödsinnigsten Dinge pusht wie unpraktische Kleidung, ständiges bekifft sein und das schräge halten von Faustfeuerwaffen sind die Kartelle auf militärischem Level organisiert, trainiert und ausgerüstet. Beispielsweise wurde die Hitman-Einheit des Golf Kartels Los Zetas als Polizeieinheit von den USA in Fort Bragg trainiert. Fort Bragg ist das Special Operations Command US Army und bildet seit dem Vietnamkrieg Spezialeinheiten in der Guerilla Kriegsführung aus und außerdem befindet sich dort seit 1952 das Psychological Warfare Center.

Los Zetas Hideout in nahe der Grenze zu Arizona: Sturmgewehre, Raketenwerfer, Kevlarhelme, Westen, Tarnanzüge.
In dem kollabierenden Staat Mexiko reißen sich die auf dem Schwarzmarkt konkurrierenden Kartelle um Personal aus Militär und Polizei. Hier ist professionelles Training gefragt und nicht der chaotische Streetgangster der vom Sofa aus Dope verkauft. Die staatliche Ordnung ist dabei soweit zurück gedrängt oder korrumpiert, dass man diese Werbungen völlig öffentlich betreiben kann.

Bei jemanden der sein Leben damit verbringt, Kriminelle zu erschießen um anderen Kriminellen einen Vorteil zu verschaffen, darf natürlich der esoterisch okkulte Unterbau nicht fehlen. Straßengangs sind nach wie vor Kulte und Kulte wollen das irdische wie auch das geistige Leben ihrer Mitglieder dominieren. Triaden, Cosa Nostra, Cartelle haben alle eine Religion. Während früher bei mexikanischen Gangmitgliedern noch aztekische Motive von Menschenopfern in Form von Tättowierungen überwiegten, bildete sich in der letzten Dekade vor allem ein neues Motiv als eine Art Schutzpatron heraus, den man bei uns als Sensenmann oder Gevatter Tod kennt.

Während man bei den Semi-Ehrenmännern der italienischen Mafia bei Hausrazzien noch haufenweise christliche Ikonen und Reliquien findet als Zeugbilder einer bizarren religiösen Auslegung, verehren die mexikanischen Gangmitglieder ganz offen den Tod als San Muerte, Schutzheiliger derer, die sich nicht zur Gesellschaft zählen.

Exekutionen der Los Zetas und anderer Kartelle werden meist mit einer derart bestialischen Brutalität ausgeführt, dass die Vermutung aufkommt, Fort Bragg hätte hier die selben Handbücher ausgegeben wie an die Mong Guerillia in Vietnam. Das Abtrennen von Köpfen gilt mittlerweile als völlige Normalität und ist Zeugnis von der sich überschlagend voranschreitenden Dehumanisierung.

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8 comments

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vollbremsung 6. Mai 2013 at 13:37

Die These des Herrschaftsprinzip Teilen und Herrschen, angewendet auf das Pushen destruktiver Subkulturen ist gerechtfertigt.

Die Heranwachsenden werden durch überproportionale Medienpräsens destruktiver Subkultur im falschen Glauben gelassen, man könne so ein erfolgreiches Leben bestreiten. Die Lösung ist natürlich genau diametral dieser extremen Subkulturen.

Die anderen sozialisierenden Instanzen sind Schule und Peer-Groups. Schule ist eine völlig öde Erziehungsanstalt mit einem Mix aus veralterten und nutzlosen Inhalten, gehirngewaschenen Lehrpersonal (Studium und Referendariat) und dem großen Impetus Staat: für diesen ist die Schule eine Standardisierungsanstalt für Menschen, ähnlich der DIN-Norm für die Industrie.

Als Heranwachsender bleibt dir nur die Hoffnung auf Eltern, die die Welt richtig interpretieren – und dich vielleicht auf eine der wenigen noch erträglichen Schulen schicken.

Viele werden durch destruktive Subkulturen (absichtlich geheimdienstlich aufgebaut / supportet?) ins Verderben gerissen. Werden diese Subkulturen absichtlich unterstützt und gespusht, um das Herrschaftsprinzip des Teilen und Herrschens anzuwenden?

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Tony Ledo 6. Mai 2013 at 18:17

Naja, was heißt “falscher Glaube”? Damals in der Schule habe ich einen Lehrer, der uns beibringen wollte, warum es sinnvoll ist, zu lernen und einen Abschluss wie ein ordentliches Leben zu führenr, gefragt, wieso ich das machen sollte, wen ich die Möglichkeit hätte – durch Verwandte vielleicht oder gute Freunde – mit kriminellen Methiden jede Woche soviel zu verdienen wie ein Angestellter in einem halben Jahr. Eine Antwort konnte er mir darauf nicht geben.

Das Fazt ist: Die Konzentration auf Cleverness, um reich zu werden und sehr sehr viel orgiastische Momente zu erleben, ist systemstützend, denn auf nichts anderes baut der Mythos des Aufstiegs “vom Tellerwäscher zum Millionär”, wenn man ehrlich ist. Die Zocker an den Finanzplätzen sind auch aus keinem anderen Holz geschnitzt und sie haben einen wesentlichen Einfluss. Allerdings riskieren sie nicht ihr Leben, was der kriminellen Szene fast schon eine Würde stattdessen verleiht,vdie auch von vielen zu recht als solche wahrgenommen und anerkannt wird.

Alle die “Gangster”, die die sich dafür halten und dahin wollen, hier im reichen Westen, sind sytemstützend. Dass man die 60er Jahre-Hipster- ,Hippie- und Punk-Kultur der 80er durch die Gangster-Kultur als leider für die Jugend fast einizigen gültigen gesellschaftlich vermeintilcihen Gegenentwurf abgelöst hat, halte ich für einen weiteren Sieg der Kräfte, die uns verkaufen wollen. Es ist ein kommerzieller und ein im Bereich des Kampfes um die Seelen angesiedelter Sieg.

Ein libertäres Gesellschaftsmodell wäre unter solchen Umständen selbstzerstörend, wenn nicht von vorne herein ein gemeinsam getragener Konsens über das, was gut und das was böse ist, existiert.

Momentan ist die Bauernschläue, die Raffinesse, die Cleverness und die Effektivität (Fim “Oblivion”) Maßstab für erfolgreiches Handelns. Damit wird es aber nichts mit den Zielen, die hier politisch vertreten werrden.

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Tony Ledo 6. Mai 2013 at 11:36

“Geisteshaltung”, “Psychopathen” – das sind Begrifflichkeiten, die dem Gangsterwesen in Mexiko, Brasilien, Kolumbien oder auch Italien nicht gerecht werden. Sie werden den Mittelstandszöglingen gerecht, die sich mit Gangsterrap aufladen und wie richtig beschrieben vom Sofa aus ein bischen Dope checken und vielleicht es tatsächlich mal schaffen, tiefer in das Milieu zu kommen, ein bischen mehr auf die Reihe zu kriegen, um dann sich bei jeder Gelgenheit einen abzuwichsen drauf, was übrigens dem eigenen Fortkommen dort, wenn es ernster werden soll, schaden kann.

Gamgsterlaufbahnen in den oben genannten Ländern sehen aber anders aus. Ich würde nicht dazu raten in betreffende Gebiete zu reisen und sich das einmal selbst anzusehen, aber derweil gibt es ein paar ganz gute Filme, die zeigen, was ich meine – u. a.: “Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra” des Regisseurs Matteo Garrone, “Dr. Alemán” des deutschen Regisseurs Tom Schreiber, “City of God” natürlich oder “Sin Nombre” aus Mexico über die “”Mara Salvatrucha”.

Mit 6, 7 oder 8 Jahren ist man, behaupte ich, kein “Psychopath”, der sich aufgrund irgendeiner Geisteshaltung ein bestimmtes Leben aussucht. Das macht den Unterschied. Und vor allem ist es auch in den “echten” Mileus nicht möglich, mal eben so zu sagen: ” hey, ich bin jetzt nicht mehr so geisteskrank und ich schätze, ich steige deswegen aus aus eurem Idiotenhaufen”.

Psychopathen sind die Vollzeit-Gangster in den betreffenden ländertypischen Brennpunkten auch nicht, insofern sie nichts anderes machen, als das, was sie als Einziges erlernt haben. Wir würden einen Arbeiter in einem Schlachthaus doch auch nicht unbedingt als “Psychopath” bezeichnen, oder? Zu Psychopathen werden die Gangster allerdings, wenn sie ein normales bürgerliches Leben führen müßten. Sie würden auffallen mit den ihnen geläufigen Sitten.

Psychopathen sind allerdings all die GangsterRap/HipHop-Zöglinge aus mehr oder weniger guten Häusern der als “wohlhabend” bezeichneten Industrienationedes Westens. Sie hätten eine Wahl durch das eigentlich ihnen nicht unmittelbar vorhandene Milieu, das sie aus eigenen Stücken erst suchen und finden müssen.

Was ich merkwürdig finde, ist, dass, wie beschrieben, in vielen Filmen, der Musik- und Modeszene, Gangsterstyle als hip verkauft wird, oder dass, wie nun in gaballter Ladung aufwartend, der Serienmörder-Style – also der attraktiv-erotische, superintelligente Typus – in einigen Serien wie “Hannibal” oder “The Following” in die Köpfe einsickern und sich dort ablagern soll. Der Spiegel titelte jüngst ” Serienkiller als TV-Helden: Die neuen Metzelmänner”. Allerdings darin viel mehr die Serienformate bewerbend als auf den nicht ungefährlichen Widerspruch einzugehen, warum in einer stets Sauberkeit und Gesetzestreue einfordernden Gesellschaft, die immer wieder fernsehtauglich Verbrechen geahndet sehen will, solche gesellschaftlich vielleicht weitaus wirksamere sinistren Kräfte mit ebenfalls großem Zuspruch frei an den Menschen arbeiten können.

Die Quoten (das Geschäft) allein können es nicht sein, warum Cleverness vor der Vernunft und jenseits von Gut und Böse, propagiert wird.

Was dann?

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Jefferson 7. Mai 2013 at 18:04

“Sin Nombre” aus Mexico – Der tätowierte Glatzkopf, den der Hauptdarsteller vom Zug schmeisst, hat genau jene
psychopathischen Charakterzüge die ich meinte.

“Mit 6, 7 oder 8 Jahren ist man, behaupte ich, kein “Psychopath”, der sich aufgrund irgendeiner Geisteshaltung ein bestimmtes Leben aussucht.”

Kommt drauf an. Psychopathen, die in Bananenrepubliken in der Unterschicht aufwachsen werden Gangsterbosse. Wer in besseren Verhältnissen
aufwächst und genug Grips hat wird Diktator, Politiker, Konzernchef usw.

Psychopathie ist angeboren.

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Jefferson 7. Mai 2013 at 18:07

Psychopathie ist viel komplexer als das Thema Gewalt & Massenmord. Lies Andrej Lobacweski – Political Ponerology.

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Jefferson 5. Mai 2013 at 22:00

“…dass die Vermutung aufkommt, Fort Bragg hätte hier die selben Handbücher ausgegeben wie an die Mong Guerillia in Vietnam. Das Abtrennen von Köpfen gilt mittlerweile als völlige Normalität…”

Warum sollen immer die US Army, die CIA usw. für alles verantwortlich sein? Was mexikanische Gangster-Psychopathen machen ist das selbe was die
syrische FSA macht, was die Tschetschenen machen, die Taliban, diverse Afrikaner uvm. Das hat mehr was mit der Geisteshaltung von Leuten zu tun, die sich von solchen Gruppierungen grundsätzlich magisch angezogen fühlen.

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Benjamin 5. Mai 2013 at 18:23

Es herrscht ein Krieg, aber nicht “links” versus “rechts” oder “west” gegen “ost” oder “Nord” versus “Süd”, sondern es ist wirklich so: Der Kampf der Verfechter der Naturrechte Leben-Freiheit-Eigentum gegen die “Ideologie des Todes”.

Diese “Zetas” sind natürlich Extrembeispiele kaputter Psychopathen, aber überall in fast allen Subkulturen haben wie ein absolutes oder teilweises Verleugnen, Relativieren oder Ablehnung der Naturrechte; egal ob jetzt Emos welche das Leben hassen, oder Punks, welche ein lockeres Verhältnis zum Eigentum haben oder Nazis, die ihre braunen Häufchen auf alle Rechte die es gibt setzen. Es ist von grundauf diese Ideologie welche menschenfeindlich ist (90 % aller Menschen seien Idioten, es gäbe zuviele Menschen, die Menschheit ist eine Krankheit, ein Krebsgeschwür…etc), und deshalb sind etwa die Grünen, vormals “alternative” nicht so sch… weil sie jetzt “korrupt” sind und “ihre Ideale” verraten haben NEIN im Gegenteil, die ziehen ihre Ideale (dh. die Unterordnung des einzelnen unter den “Großen Plan”) eiskalt und knallhart durch!

https://www.youtube.com/watch?v=81LR4GXeNuw
ist auch der neue Zeitgeist, man lese sich die Rezession des Pamphletes “wir erklären den Friede” durch (ab 0:12)

Grüne sind gegen Eigentum, gegen Leben (irgendwelche Käfer oder Bäume sind wichtiger als Menschen, von den Angriffskriegen im Namen der Menschenrechte schweige ich) und natürlich gegen Freiheit (PC!)
Und das zieht sich durch die ganze Gesellschaft… weil ja mittlerweile jeder Hanswurst irgendeiner Subkultur dazugehören möchte oder irgendeinem Lager …
Und weil die Welt so runtergewirtschaftet wurde und alle Traditionen zerstört werden, rennen die Leute zu den Esoterikern (wo man lernt aufs pöhse Materielle zu pfeifen) oder zum Staat (wo man total versklavt wird) und und und

Gibt ja nichts “uncooleres” als einfach nur normal zu sein, “lebe und leben lassen” und sein Süppchen zu kochen.. womit wir wieder beim Gangster wären.

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Benjamin 5. Mai 2013 at 18:29

*Rezension!
…obwohl Rezession auch passen würde
(gilt natürlich nicht für den Sermon von Hessel und Dalai Lama, die weggehen werden wie warme Semmel)

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