Wirtschaft

Kommunistisches China überaltert, verschuldet, fälscht Wirtschaftszahlen

Foto: en:user:CobbleCC/Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Zero Hedge

Dass China offen seine Wirtschaftsdaten schönt, insbesondere bei wichtigen politischen Umbruchphasen wie dem Wechsel der kommunistischen Führung, ist kein Geheimnis. China ist eine Wirtschaftsmacht die jedes Jahr tausende Milliarden an neuen Krediten und Einlagen erschafft und die internationalen Medien müssen an strategisch wichtigen Punkten Wachstum vermelden, wie im 4. Quartal 2012 als Europa in eine zweistellige Rezession rutschte und die USA das erste Wachstum unterhalb von 1% meldeten. Diese Scharade soll Hoffnung und Vertrauen schüren in den internationalen Aktienmarkt.

Vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Beschwichtigungen und Erfolgsmeldungen mit höchster Vorsicht zu genießen. Nicht nur die Blogosphäre zieht die chinesischen Daten in Zweifel, sondern nun auch offen die größten Banken wie  Goldman, UBS und ANZ.

Bloomberg berichtete, dass laut UBS die Wachstumsangaben nicht zu der Menge an Gütern passen, die umgeschlagen werden.

Li Keqiang, der im März Wen Jiabaos Nachfolger werden könnte, wurde 2007 mit den Worten zitiert, dass er lieber Zahlen über Energie, Kredit und Handel beobachtet weil die Brottosozialproduktangaben “von Menschenhand gemacht werden”. Seine Kommentare sind nachzulesen in einer diplomatischen US-Depesche von Ende 2010. Goldman Sachs spekuliert, dass lokale Regierungsbehörden die Zahlen schönen indem Lieferungen auf “Rundreisen” in besondere Handelszonen geschickt werden.

Alistair Thornton und Ren Xianfang von IHS Inc. nennen übereilige Lieferungen und sogar erfundene Exporte um Steuerrückzahlungen zu bekommen, als Schummelfaktoren für die Wachstumsangaben.

Shenzhen Global offers bietet Zollabfertigungen und weitere Dienstleistungen an, darunter die “Tagestour”: Für umgerechnet 161 Dollar pro Vehikel fährt die Firma Laster in Lagerhallen in bestimmten Zonen, sodass die Geschäftsleute Mehrwehrtsteuer zurückbekommen für den Export von Gütern, die das Land eigentlich nicht verlassen haben.

Ein armer Dorfbewohner kann mit Umsätzen von mehreren Tausend Yuan pro Tag prahlen, aber hinterher findet man heraus dass er nur einen einzigen Ochsen besitzt und ihn hin und her über künstliche Grenzen bewegt.

China wird Grau

China bekommt wie andere wirtschaftsstarke Länder ein gewaltiges Problem mit alternden Bevölkerungsteilen und leeren Rentenkassen. Beobachter gehen davon aus, dass China das Geld fehlt für die Renten und medizinische Versorgung von 185 Millionen Menschen über 60 Jahren, 13.7 Prozent der Bevölkerung. 2011 stiegen die Rentenkosten auf 1,28 Billionen Renminbi (ca. 205 Milliarden US-Dollar) und werden weiter und schneller steigen. Die Anzahl an städtischen Arbeitern (darunter Migranten aus den ländlichen Gegenden) die in das staatliche Rentensystem einzahlen, übersteigt inzwischen 290 Millionen. Bei dermaßen vielen Einzahlern kommen auf die Regierung auch umso mehr Leistungsempfänger zu. Ein neuer Bericht der Bank of China und der Deutschen Bank schätzt, dass in Chinas Rentensystem Ende 2013 eine Lücke von umgerechnet 2.9 Billionen US-Dollar klaffen wird. 2033 liegt diese Lücke bei geschätzten 10.9 Billionen oder fast 40 % des Bruttoinlandprodukts.

Peking entwarf in den 1990er Jahren ein Rentensystem, wegen dem die Menschen nun weniger Geld ausgeben sondern selbst fürs Alter sparen. Regierungsbehörden vor Ort nehmen via Schneeballsystem einfach Geld aus den individuellen Pensionskassen um gegenwärtige Leistungsempfänger auszuzahlen.

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2 comments

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titoslavija 18. Januar 2013 at 18:04

so einen Artikel könnte ich auch “der Welt” lesen.

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openSun69 17. Januar 2013 at 22:57

da wird wohl ein Plan zur Bevölkerungsreduktion von Nöten sein. Krieg, Krankheit oder anderes wird dann wohl unumgänglich werden, damit das System nicht in sich zusammenbricht. Der Weltkrieg steht dann wohl bevor…

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