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Fakt und Fiktion um Libyen

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Die Informationspolitik von Regierungen ist im Kriegsfall in aller Regel nur ein weiteres Element der Kriegsführung; so ziemlich alles erscheint genehm um die gewünschte Unterstützung oder Passivität in der Bevölkerung zu generieren. Selbst „unkonventionelle“ bzw. „spezielle“ Operationen dienen diesem Zweck, gemeint sind psychologische Kriegsführung und im schlimmsten Fall Terror unter falscher Flagge.

Folgendes ist das Märchen, i.e. die offizielle Darstellung der Situation in Libyen:

Ein spontaner Volksaufstand wurde von Gaddafi brutal mit Beschuss durch seine Luftwaffe beantwortet. Reihenweise mähten Soldaten aus der Luft friedliche Demonstranten nieder und töteten selbst verwundete Rebellen in ihren Lazarett-Betten. Amateurhafte Kämpfer aus der Bevölkerung organisierten sich eigenständig und versuchten nach Kräften, das diktatorische Regime durch ein freiheitlich-demokratisches System zu ersetzen.

Fakt:

US-Administrationen planten seit geraumer Zeit einen Regimewechsel und unterstützen zu diesem Zweck professionelle Soldaten aus Gruppen wie der Nationalen Libyschen Befreiungsfront (NFSL) mit Geld, nachrichtendienstlichen Informationen, Ausbildung und Waffen. Beabsichtigt ist kein unabhängiger, freier Staat sondern schlicht ein neues Vasallenregime mit radikalem muslimischem Charakter. Gaddafi und sein Militär kämpfen einen klassichen Bürgerkrieg in den sich fremde Nationen ohne eklatante Rechtsbrüche nicht militärisch einmischen dürfen.

Der 4-Sterne-US-General Wesley Clark erklärte im März 2007 bei einer Veranstaltung von Democracy Now, das Verteidigungsministerium hätte bereits Jahre zuvor geplant, in 7 Ländern innerhalb eines Zeitraums von nur 5 Jahren einen Regimewechsel zu vollziehen: Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalien, Sudan und Iran.

Die „spontanen“ Volksrevolutionen werden hauptsächlich angeführt vom US-Außenministerium, der CIA und deren NGOs.

Märchen:

Eine von den Vereinten Nationen beschlossene Flugverbotszone sollte lediglich die Massaker an der Bevölkerung eindämmen und den Diktator zum Einlenken bewegen.

Fakt:

Nichts anderes als ein Regimewechsel ist die Agenda, alles andere hat sich diesem Ziel unterzuordnen. Trotz massiver Unterstützung der Rebellenorganisationen durch die NATO scheiterten jene an Gaddafis Militär, deshalb leitete man die frühzeitig vorbereitete, nächstbeste Option ein, den Einsatz von NATO-Streitkräften. Von Anfang an war deutlich, dass man die „Flugverbotszone“ zu einem neuen Krieg ausweiten werde. Falschinformationen in den Medien sollten den illegalen Angriffskrieg als humanitäre Friedensmission umdeklarieren. Jegliche Verhandlungsbereitschaft Gaddafis wird schlicht ignoriert.

Märchen:

Gaddafi hat Interesse daran, sich an Europa mit Terroranschlägen zu rächen im Stile des Lockerbie-Vorfalls. Der SPIEGEL u.a. berichtete:

„Der britische Justizminister Kenneth Clarke warnte vor einem Racheanschlag Gaddafis im Stil des Lockerbie-Attentats. Großbritannien habe „guten Grund“, Gaddafi nicht mehr an der Macht sehen zu wollen, sagte Clarke in einem Interview der britischen Zeitung „The Guardian“. „Die Menschen in Großbritannien haben einen Grund, sich an den Fluch Gaddafis zu erinnern – Gaddafi zurück an der Macht, der alte Gaddafi, der Rache sucht; wir haben großes Interesse daran, das zu verhindern.“ Bei dem Attentat auf einen Pan-Am-Jumbo über dem schottischen Ort Lockerbie 1988 waren 270 Menschen ums Leben gekommen. Libysche Geheimagenten waren dafür verantwortlich gemacht worden.“

Die New York Times berichtete:

“Auf die Frage, ob amerikanische Funktionäre eine neue Terrorfront von Col. Gaddafi befürchten, sagte Präsident Obamas ranghöchster Antiterror-Berater John O. Brennan: ‘Gaddafi hat den Hang, besorgniserregende Dinge zu tun. Wir müssen uns auf die Dinge einstellen und vorbereiten, die er versuchen könnte um sich über den Willen der internationalen Gemeinschaft hinwegzusetzen.’

Fakt:

Gaddafi kann aus leicht nachvollziehbaren Gründen kein Interesse an Terroranschlägen gegen Zivilisten in Europa haben; der ständige Verweis auf die angebliche geistige Labilität des Despoten ändert nichts an dieser Tatsache. Falls NATO-Regierungen festestellen, dass die Unterstützung in ihren Bevölkerungen für diesen Krieg stark nachlässt, hätten Militärplaner größtes Interesse daran, verdeckt Anschläge zu verüben und sie Gaddafi anzuhängen.

Die britische Zeitung Mail On Sunday enthüllte, dass der verurteilte Lockerbie-Terrorist Abdelbaset al-Megrahi unschuldig ist. Als eigentlicher Täter kommt Abu Nidal in Frage, der für die amerikanischen und israelischen Geheimdienste arbeitete. Der ehemalige britische Parlamentsabegeordnete Tam Dalyell und der Jura-Professor aus Edinburgh Robert Black zeigten 2008 Beweismaterial, das Nidal mit dem Anschlag in Verbindung brachte und die Tat als eine Racheaktion präsentierte für den Abschuss eines iranischen Airbus durch das Kriegsschiff USS Vincennes im Jahr 1988. Ein von der Geheimhaltung befreites Memo des Geheimdienstes DIA vom 24 September 1989 verlautbart:

“Der Anschlag auf den Pan Am Flug wurde geplant, authorisiert und finanziert von Ali-Akbar Mohtashemi-Pur, Irans ehemaligem Innenminister.”

Dr. Richard Fuisz, ein CIA-Agent und potentieller Kronzeuge, bekam im Jahr 2000 einen Maulkorb von der US-Regierung unter Verweis auf Gesetze über Staatsgeheimnisse verpasst. Falls er irgendwelche Informationen über den Anschlag preisgegeben hätte, wäre er zu 10 Jahren Haft verurteilt worden, wie der Sunday Herald berichtete.

Der Kommandeur der Anti-Gaddafi-Rebellen in Libyen hat nun zugegeben, dass sich in seinen Reihen islamistische Kämpfer befinden die gegen US-Truppen im Irak gekämpft hatten; in anderen Worten: Al-Kaida. Abdel-Hakim al-Hasidi äußerte sich dementsprechend in einem Interview mit der italienischen zeitung Il Sole 24 Ore. Die Kämpfer seien „Patrioten und gute Muslime, keine Terroristen“ und er fügte an, dass „Mitglieder von al-Kaida auch gute Moslems sind und gegen den Invasoren kämpfen.“

Al-Hasidi wurde 2002 in Pakistan verhaftet nachdem er gegen die USA in Afghanistan gekämpft hatte und den US-Streitkräften übergeben. Man hielt ihn in Libyen fest und ließ ihn 2008 frei. Libysche Rebellen wurden vom US-Militär über Verbündete in Ägypten mit Waffen versorgt. Elitäre Think Tanks wie RAND forderten bereits, direkt die Rebellen zu bewaffnen.

Ironischerweise hatten der britische Geheimdienst MI6 und die CIA 1996 an Osama Bin Laden und a-Kaida 100.000$ bezahlt, um Gaddafi zu ermorden. 2002 enthüllten französische Geheimdienstexperten, wie westliche Geheimdienste eine libysche al-Kaida-Zelle bezahlt hatten die direkt von Bin Laden kontrolliert wurde, um einen Plan für die Ermordung Gaddafis auszuarbeiten, der im März 1996 letztendlich scheiterte. Die Zelle wurde angeführt von Anas al-Liby, der sich mit Bin Laden im Sudan aufgehalten hatte bevor Bin Laden nach Afghanistan zurückkehrte.
Es war Libyen unter Gaddafi, das 1998 den ersten Interpol-Haftbefehl gegen Bin Laden erlassen hatte. Westliche Geheimdienste blockierten den Haftbefehl und getatteten es Bin Laden und a-Kaida, über 200 Menschen mit Bombenanschlägen gegen US-Botschaften in Kenia und Tansania zu töten. Manche der Rebellen, die nun von westlichen Streitkräften finanziert und ausgebildet werden, stammen aus exakt der al-Kaida-Zelle, die Gaddafi vor 15 Jahren für die britische und amerikanische Rgeierung töten sollte. Der London Telegraph berichtet: “The West and al-Qaeda on the same side.” Libysche al-Kaida-Führer haben inzwischen ihre einstimmige Unterstützung für den Sturz Gaddafis bekundet.

“Abu Yahya al-Libi, ein al-Kaida-Führer libyschen Usprungs, veröffentlichte vor einer Woche eine Erklärung in der er den Aufstand unterstützte, während der Theologe Yusuf Qaradawi aus Katar mit Verbindungen zur Muslimbruderschaft eine Fatwa veröffentlichte, die es Col. Gaddafis militärischer Entourage erlauben würde, ihren Staatschef zu töten,”

schreibt Richard Spencer und betont, dass die “Rebellen” religiöse Extremisten sind die das Scharia-Recht in Libyen einführen möchten.

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