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Wikileaks-Mythos Nummer 1: Wikileaks hat das akkurateste Bild vom Irakkrieg vermittelt

Niemand sonst hätte bisher auch nur annähernd eine solch repräsentative Darstellung geliefert.

Wikileaks hat hingegen eine lediglich als „geheim“ eingestufte Datenbank von Schlachtfeldberichten gestohlen, welche randvoll mit Desinformation sind, diese Datenbank dann von Namen und anderen Details bereinigt und sie schließlich der Establishment-Presse gegeben, die sich mit dem Pentagon und der Obama-Administration abgesprochen und dem Establishment mit der Berichterstattung einen riesigen Gefallen getan hat.

In den Dokumenten finden wir rein gar nichts über die bewusst inszenierte Täuschung der Weltöffentlichkeit, um einen Angriffskrieg gegen den Irak zu legitimieren, wir finden nichts über Spezialeinheiten und verdeckte Kriegsführung, nichts über Operationen unter falscher Flagge zur Anheizung von Konflikten zwischen muslimischen Konfessionen, nichts über psychologische Kriegsführung, nichts über das organisierte Folterprogramm, nichts über das tatsächliche Ausmaß der toten Zivilisten durch Bombenkampagnen und andere Kampfandlungen, nichts über den Einsatz von abgereichertem Uran und anderer illegaler Waffen, nichts über das Mafia-artige Vorgehen von Söldnerfirmen. Keine Geschichte eines Krieges ist auch nur annähernd representativ ohne solche zentralen Themen. In der von Wikileaks beschafften Datenbank findet sich nichts davon, weil solche Dinge einer wesentlich höheren Geheimhaltungsstufe unterliegen. Der junge Militäranalyst Bradley Manning soll unter laschen Sicherheitsvorkehrungen im Irak das Material auf eine CD gebrannt haben, die mit „Lady Gaga“ beschriftet war. Die Massenmedien betonen einzig und allein deshalb gebetsmühlenartig, wie repräsentativ das Material doch sei, weil es völlig in die Strategie des Establishments passt.

Investigative Journalisten und Whistleblower mit teilweise mehreren Jahrzehnten an Erfahrung berichten seit langem über die Hintergründe von 9/11 und anderen Anschlägen, über die eigentliche Geschichte von Osama Bin Laden und al-Kaida, über die CIA-Ausbildung von Saddam Hussein und die Rüstung des Diktators gegen den Iran, über die schmutzige verdeckte Kriegsführung, über „Terrormanagement“, die bewusst inszenierte Täuschung für eine Legitimierung des illegalen Angriffskriegs gegen den Irak und so weiter und so fort.Der Ursprung des „Kriegs gegen den Terror“ ist 9/11; dieses Thema ist für Assange jedoch ein rotes Tuch. In einem Interview mit Matthew Bell vom Belfast Telegraph äußerte er sich abfällig über Verschwörungstheorien wie etwa über 9/11; jene seien “durchgeknallt” und nichts weiter als eine “Ablenkung” von echten Verschwörungen. Die elitäre Bilderberg-Organisation, über die investigative Reporter wie Jim Tucker und Daniel Estulin seit langem bedeutende Insiderinformationen beschaffen, hält Assange für “geringfügig verschwörerisch”. Der weltberühmte Friedensaktivist und linksliberale Antikriegsikone Howard Zinn sagte 2008 vor Publikum, dass es ihm egal sei, ob 9/11 ein Inside Job gewesen war. Dies ähnelt der verächtlichen und teilnahmslosen Rhetorik anderer linksliberaler Meinungsmacher wie Noam Chomsky und Alexander Cockburn.

Durch die wirklich kompetenten Investigativberichterstatter erhalten wir seit geraumer Zeit ein realistisches Bild über den Irak-Krieg; dummerweise wird es nun weitaus schwieriger sein die Weltöffentlichkeit zu überzeugen, weil die irreführende und softe Wikileaks-Veröffentlichung eine so hohe Glaubwürdigkeit genießt. Es starben laut verlässlichen Untersuchungen deutlich mehr als eine Million Irakis seit 2003, aber dies wird überschattet von den verlogenen Zählungen des Militärs von insgesamt lediglich rund 100.000 Opfern. Dem internationalen Publikum wurde durch die New York Times, den Spiegel und andere einprogrammiert, mit Ungläubigkeit zu reagieren auf die tatsächliche Realität dieses Krieges. Man wird wohl eine Reaktion bekommen wie diese: „Aber die US-Armee wollte doch die Zahl von 100.000 Toten geheimhalten! Wir haben jetzt das Quellmaterial von der US-Armee selbst, also ist es Schwachsinn von der zehnfachen Anzahl Toten zu reden! Das ist nur Propaganda von irakischen Aufständischen die sich gegen den Demokratisierungspozess wehren oder Propaganda des Iran oder al-Kaida!“ Die veröffentlichte Sammlung an Schlachtfeldberichten aus dem Irak ist nichts weiter als zusätzliches Quellmaterial. Es handelt sich nicht um ein realistisches Bild dieses Krieges. Es handelt sich nicht um eine Sensation.

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