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Oktober, 6

Wem nützt letztendlich die Veröffentlichung der 90.000 Seiten über den Afghanistanfeldzug?

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Anstatt dem „Krieg gegen den Terror“ einen empfindlichen Schlag zu verpassen, scheint die Veröffentlichung von 90.000 Seiten an geheimen Dokumenten des US-Militärs über den Afghanistanfeldzug durch die Online-Plattform Wikileaks eher das Gegenteil zu bewirken. Die Publikation The Guardian in Großbritannien, die New York Times in den USA und das deutsche Magazin Der Spiegel bekamen frühzeitig Zugang zu dem Material und verbrachten mehrere Wochen damit, es zu prüfen.

Der Unteroffizier Bradley Manning der US Army, der bereits der Weitergabe von geheimen Material an Wikileaks angeklagt wird, steht auch im Verdacht die Quelle für die Afghanistan-Dokumente zu sein. Gegenüber dem Hacker Adrian Lamo, der ihn schließlich an die Behörden verriet, soll er geäußert haben:

„Hillary Clinton und ein paar Tausend Diplomaten auf der Welt werden einen Herzinfarkt kriegen wenn sie eines Morgens aufwachen und herausfinden, dass ein gesamtes Depot an geheimer Außenpolitik der Öffentlichkeit in einem durchsuchbaren Format zugänglich ist.“

Das Weiße Haus kritisierte wie erwartet die Wikileaks-Veröffentlichung vehement und verlautbarte, jene „könnte Leben von Amerikanern und unserer Verbündeten aufs Spiel setzen und bedroht unsere nationale Sicherheit“. Allerdings sei man in Washington laut Michael Calderone von Yahoo zufrieden gewesen mit der Berichterstattung der New York Times. Die Informationen über verschwiegene zivile Opfer, Sondereinsatzteams für gezielte Tötungen und diverse Kriegsverbrechen werden überdeckt von Anschuldigungen gegen Pakistan. Eine Ausweitung des Krieges gegen den Terror nach Pakistan wurde ohnehin von der Obama-Administration gefordert, die eigentlich mit einer Antikriegshaltung in den Wahlkampf gezogen war. Insbesondere stürzt man sich nun medienwirksam auf unbestätigte Hinweise in den 90.000 Seiten, welche Osama Bin Laden betreffen. Eine Bedrohungsanalyse des International Security Assistance Force Regional Command über Selbstmordattentäter im August 2006 vermutete, dass Bin Laden sich regelmäßig mit anderen Terrorführern getroffen hätte in der Grenzregion von Pakistan und Afghanistan. CIA-Direktor Leon Panetta verkündete noch vergangenen Monat, dass es seit über sieben Jahren keine bedeutenden Hinweise mehr gegeben hätte.

Assange

Wikileaks-Gründer Julian Assange scheint auf die linksliberale Medienlandschaft und die Mainstream-Antikriegsbewegung gesetzt zu haben. Seine Fähigkeiten als Hacker und Informationsaktivist sind unbestritten, es mehren sich jedoch die Hinweise darauf dass seine Fachkenntnisse über Politik und Geschichte nicht über das Niveau eines Noam-Chomsky-Lesers hinausreichen. In einem Interview mit Matthew Bell vom Belfast Telegraph äußerte er sich abfällig über Verschwörungstheorien wie etwa über 9/11; jene seien „durchgeknallt“ und nichts weiter als eine „Ablenkung“ von echten Verschwörungen. Die elitäre Bilderberg-Organisation, über die investigative Reporter wie Jim Tucker und Daniel Estulin seit langem bedeutende Insiderinformationen beschaffen, hält Assange für „geringfügig verschwörerisch“.

Der weltberühmte Friedensaktivist und linksliberale Antikriegsikone Howard Zinn sagte 2008 vor Publikum, dass es ihm egal sei, ob 9/11 ein Inside Job gewesen war. Dies ähnelt der verächtlichen und teilnahmslosen Rhetorik anderer linksliberaler Meinungsmacher wie Noam Chomsky und Alexander Cockburn. Buddy Moore, ein unabhängiger Kandidat für den US-Senat in Colorado, fragte Zinn ob jener ihm beistehen werde mit öffentlich geäußerten Zweifeln über die offizielle 9/11-Geschichte und besonders über die Zerstörung der Zwillingstürme und Gebäude 7. Zinn sagte dass er skeptisch wäre im Bezug auf die offizielle Geschichte, sagte aber darauf:

„Ich weiß nicht viel über die Situation und die Wahrheit ist, es kümmert mich nicht wirklich, das ist Vergangenheit…das ist eine Ablenkung von dem was wir wirklich zu tun haben.“

Er meinte, das Debattieren über die Drahtzieher von 9/11 „lenkt ab vom Umgang mit der jetzigen Situation.“

Während eines Events des Internet Forums im Jahr 2006 behauptete Chomsky, dass die 9/11-Wahrheitsbewegung „obskure und zweifelhafte Theorien“ verbreite und Aktivisten davon ablenkt, Verbrechen zu verfolgen die „wesentlich ernster sind als die Sprengung des WTC“. Als jemand gegenüber Chomsky zahlreiche Ereignisse wie den Anschlag auf die USS Maine, den Vorfall am Golf von Tonkin und Pearl Harbor nannte und fragte, weshalb er so kategorisch jedwede Vorstellung ablehnt dass 9/11 ein Ereignis unter falscher Flagge gewesen war, wiederholte Chomsky ganz einfach seine anmaßende Haltung:

„Das Konzept der ‚Operation unter falscher Flagge‘ ist kein sehr ernstzunehmendes meiner Meinung nach. Keines der Beispiele die sie beschreiben, oder sonstirgendeines in der Geschichte, weist auch nur eine entfernte Ähnlichkeit auf zu der angeblichen 9/11-Verschwörung. Ich schlage vor dass sie jedes davon genau betrachten.“

Chomsky lehnte die Möglichkeit einer Beteiligung der US-Regierung an 9/11 nur vier Monate nach den Anschlägen ab; ein Jahr bevor jene als Grund für die Irak-Invasion hergenommen wurden. Auf eine Frage über Vorwissen der US-Regierung sagte er zu dem Publikum einer FAIR-Veranstaltung in New York’s Town Hall am 22. January 2002:

„Das ist eine Internet-Theorie und sie ist hoffnungslos implausibel. Hoffnungslos implausibel. So hoffnungslos implausibel dass ich keinerlei Grund sehe, darüber zu reden.“


al-Kaida

Die Taliban entwickelten sich aus Koranschulen, die von der pakistanischen Regierung entlang der Grenze zu Afghanistan geschaffen und von den USA, den Briten und den Saudis finanziert worden waren. Die Erschaffung der Taliban wurde „aktiv von dem ISI [pakistanischer Geheimdienst] und der CIA ermutigt“ laut dem Experten Selig Harrison. Auch der republikanische Kongressabgeordnete Dana Rohrabacher räumte diese Tatsache ein.

„Zwischen 1994 und 1996 unterstützten die USA die Taliban politisch durch ihre Verbündeten Pakistan und Saudi-Arabien, im Prinzip weil Washington die Taliban als anti-Iran, anti-schiitisch und pro-westlich betrachtete. Zwischen 1995 und 1997 wurde die Hilfe durch die USA noch weiter verstärkt, wegen der Unterstützung des Unocal- [Pipeline]-Projekts,“

schreibt Ahmed Rashid, Experte über Pakistan und Afghanistan. US-Außenministern Hillary Clinton gestand 2009 während einer Kongressanhörung über die Außenpolitik der Obama-Administration, dass die USA die Taliban erschaffen hatten:

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13 Kommentare

  1. […] Eine Bedrohungsanalyse des International Security Assistance Force Regional Command über Selbstmordattentäter im August 2006 vermutete, dass Bin Laden sich regelmäßig mit anderen Terrorführern getroffen hätte in der Grenzregion von Pakistan und Afghanistan. CIA-Direktor Leon Panetta verkündete noch vergangenen Monat, dass es seit über sieben Jahren keine bedeutenden Hinweise mehr gegeben hätte. […]

  2. Das Pakistan mit in den Krieg verwickelt ist, sei übrigens nicht die Schuld von Wikileaks, sie veröffentlichen alles und bieten aber die Grundlage für Politik und Medien, aber dafür können sie nichts.

    Es liegt an uns die Informationen die bereitliegen korrekt zu deuten. Dabei bleibt Wikileaks neutral sie stellen sie nur bereit. Die Medien und die Politik polarisieren.

  3. Solange wir Worte als Verbrechen betrachten und nicht auf das Handeln des Menschen achten, ist diese Reaktion von Alexander Benesch verständlich. Er ist halt auch nur ein Mensch 😉

    Hier wird aber eindeutig von der Politik und den Medien schon versucht Wikileaks in ein schlechtes Licht zu rücken und, dass diese Internetseite nun auch auf diesen Zug aufspringt hätte ich nicht gedacht.

    Wikileaks hat schon mehr vergehen aufgedeckt was jeder Laie schwarz auf weiß selber sehen kann als ein Alex Jones.

  4. Nur man muss es ja nicht so weit kommen lassen. Wenn ‚Agent Smith‘ echt mal bei einem klopft und ansagt was los wäre, wenn man nicht spute und hampeln täte, wie man befehle… das reicht den meisten grossen Individuen doch schon. Mit Geheimdiensten ist nicht zu spassen, und wenn sämtliche amerikanischen Geheimdienstorganisationen ankündigen WikiLeaks ‚platt‘ zu machen, noch vor ein paar Wochen, und dann kommt so ne Leakaktion… und der Kerl lebt noch, ja Hallo? lol – wenn das nicht das Werk der Geheimdienste müsste der Typ doch als Gefahr für die Sicherheit wie ein dreckiger Terrorist behandelt werden, aber nix der Kerl steht da und präsentiert e swie ne Prosa.

  5. Glaubt mir: Ein paar Tage Geheimurlaub für die Zielperson in einer nicht existierenden Basis, irgendwo am Arsch der Welt und JEDER wird zur Marionette, ob man will oder nicht. Mürbe machende Medikamente in hohen Dosen, unmittelbar lebensbedrohliche Folter, extreme Schmerzen, keine Narben, die übelsten Story was man mit dem Rest deiner Familie anstellen würde nachdem man schon Tod ist, Hypnose, NLP, permanent damit konfrontiert das man jedes Detail aus deinem Leben kennt, und das sind nur methodische Beispiele. Niemand hält das aus. Sterben im KZ, oder bei ein bischen ‚Spinnerei‘ klein beigeben? Es liegt doch auf der Hand.

  6. 9/11 ist die Basis, das Fundament der Weltpolitik. Alle Maßnahmen der Sicherheitspolitik ALLER Regierungen in Innen-und Außenpolitik werden mit 9/11 und dem damit verbundenem Kampf/Krieg gegen den Terror begründet. Das muß man immer im Auge behalten.

    Wer dieses Fundament negiert, abfällig als Spinnerei bezeichnet, sich gar lustig macht über die Verschwörungstheoretiker – der betreibt Unterstützung für die Politik von Bush, Rumsfeld, Rice, Obama und wie sie alle heißen. Im Auftrag der Hochfinanz und der Globalisten.

    Natürlich sind die Veröffentlichungen von Wikki absolut notwendig und ich bin dankbar, daß es diese Plattform gibt. Ich denke aber das Assange sich und der Bewegung mit seiner Haltung zu 9/11 einen Bärendienst erweist.

  7. Als ich mir die Berichterstattung zu den Dokumenten angesehen habe, und davon gab es ne Menge, war mein erster Gedanke: „Als nächstes soll Pakistan dran glauben“ und diese Dokumente dienen ganz klar als Beweis und Erklärung für die Massen dass dieser Angriff nötig ist.

    Warum also nicht darüber reden?!

  8. Zugute halten muss man Wikileaks dass sie das gesamte Material veröffentlicht haben. Wenn wikileaks ein falsches Spiel spielen wollte, hätten sie ja auch einfach nur die Pakistan-relevanten Sachen veröffentlichen können.
    Außerdem muss man es den Mainstreammedien ankreiden, dass sie ihren Fokus auf Pakistan gerichtet haben. Dafür kann wikileaks ja nun garnichts! Ich denke auch, man sollte Wikileaks freien Lauf lassen, solange sie immer allumfassend ihre Dokumente veröffentlichen. Mir ist es lieber, wikileaks verändert garnichts an ihren Dokumenten und bleibt in dem Sinne sauber.

  9. Ich meinerseits zweifle keineswegs an der Aufrichtigkeit von wikileaks. Woran ich momentan zweifle, ist das Denk- und Unterscheidungsvermögen des Betreibers dieser Seite hier. Daß Wikileaks unsren Machthabern ein Dorn im Auge ist, dürfte unbestritten sein. Und daß selbige Machthaber nun nichts unversucht lassen um wikileaks zu dikreditieren und mit einer Schmutzkampagne zu überziehen, ebenso wie sie es mit Jane Burgermeister gemacht haben, sollte ebenso logisch nachvollziebar sein. Warum jedoch Alexander Benesch auf dieses durchsichtige Manöver reinfällt und diese Scmutzkampagne mitträgt und fördert, das kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Die Agenda unserer Freunde ist doch recht simpel: „Divide et impera“, d.h. schaffe Zwietracht unter deinen Feinden, sodaß sie sich gegenseitig mißtrauen und bekämpfen, um damit jegliche Solidarität im Widerstand gegen das herrschende System zu zerstreuen. Warum läßt Alexander Benesch sich so benutzen und verbreitet auf seinen Seiten das von den Regierenden gewünschte Mißtrauen und Zweifel an wikileaks ???

  10. Jede Veröffentlichte geheime Information ist nützlich solange sie echt ist.
    Warum so viel Gerede über die Person hinter dem Wikileaks wenn die Informationen die dort veröffentlicht worden sind echt sind dann ist das Handeln von diese Person nützlich und zu begrüßen. Es ist ein wenig lustig das ihr hinter jedem außer euch selbst hier einen Regierungsverschwörer seht. Seit ihr hier nicht vielleicht Meinungsmacher der unsichtbaren Kräfte? wer weiß? 🙂

  11. nicht einmal ein Video worin gesagt wurde, dass im Plan der NWO auch ein Angriff gegen Pakistan geplant war?
    Dann würden die Veröffentlichungen so einen Angriff doch begünstigen?
    Oder bringe ich vielleicht schon alles durcheinander?

  12. Auf welcher Seite steht wikileaks?

    Wie sehr können solche „Veröffentlichungen“ in ihrer Wirkung vor berechnet werden, so dass der gezielte Einsatz dieser Plattform zwar zunächst den Eindruck des investigativen Journalismus im weitesten Sinne darstellt und vorhandene Resentiments gegen Regierungen ihre Befriedigung erfahren, im folgenden Ablauf jedoch diese Veröffentlichungen Teil eines Planes sind?

    Ich zweifle an der „Aufrichtigkeit“ von wikileaks.
    Denn unbeantwortet ist wohl die Frage, wie sehr Julian Assange dann doch „verstrickt“ ist in entsprechende Systeme?

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