Da Russland nun wegfällt als Energielieferant und man nicht einfach unzählige Windräder und Voltaik-Anlagen in Deutschland bauen kann, soll es der alte Desertec-Plan richten für Strom aus der afrikanischen Wüste. Vor Jahren galt das Projekt als tot, aber nun sind bereits wieder mehr als 60 Konzerne an Bord, darunter ThyssenKrupp, Siemens Energy, E.on, RWE und Uniper.

In den unsicheren afrikanischen Staaten soll Sonnenenergie eingefangen, in Gas konvertiert und bis nach Europa transportiert werden. Statt einer Abhängigkeit von Russland erfolgt demnach eine Abhängigkeit von Afrika.

Bis 2050 sollte Desertec ursprünglich den Weg für den Bau Hunderter Öko-Kraftwerke in Nordafrika und dem Nahen Osten ebnen. Paul van Son, Geschäftsführer der „Desertec Industrial Initiative“, forderte damals via FAZ-Interview implizit, aber eindeutig und öffentlich und entgegen bisherigen Plänen STEUERMITTEL für sein superteures Projekt:

„Dem deutschen Steuerzahler kann man versprechen, dass die Investitionen der ersten 15 Jahre in den zweiten 25 Jahren zurückverdient werden“.

Dazu kämen noch ggf. die Zusatzkosten für die Stabilisierung nordafrikanischer Länder inklusive Terrorismusbekämpfung. Die Europäische Union träumt seit geraumer Zeit davon, sich zu einer neurömischen Mittelmeerunion auszuweiten, aber davon ist man realistisch noch ein ganzes Stück entfernt. An Fracking in Deutschland scheint nach wie vor kein Interesse zu bestehen.

Es wurde viel Wind gemacht um Desertec, allerdings machten die beteiligten Firmen dann doch einen Rückzieher. Die Desertec-Planer orientierten sich an der Prognose, dass der Gaspreis bis 2030 um 60Prozent steigen werde. Nur dann würde sich Desertec wirklich rentieren.

„Vieles ist blöd gelaufen“, sagte Andreas Huber, Direktor der Desertec Foundation. Die als gemeinnützig eingestufte Desertec Foundation war damals beim Club of Rome angesiedelt. Priorität sei gewesen, Nordafrika mit Energie zu versorgen und nur den Rest nach Europa zu leiten. Inzwischen reißen sich Diktatoren, Chinesen und mächtige Araber um dieses Business in Afrika.

Der große Aufhänger für Desertec waren immer Studien laut denen eine überschaubare Fläche in Afrika theoretisch genügend Strom für die ganze Welt erzeugen kann.

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