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Technologie

Warum verwenden Prepper und Patrioten ausgerechnet die Telegram-App?

In Berichten über elitäre Prepper-Gruppen aus Soldaten und Polizisten hört man immer wieder von Chats über die verschlüsselte Handy-App Telegram. Abgesehen davon, dass man die Chats auch abfotografieren und leaken kann und dass Handys selbst unzählige Hintertüren besitzen, überrascht es, wie leichtfertig man auf eine App setzt, deren Programmierer nicht greifbar sind und die immer wieder Schwächen offenbarten.

Die Basis des Entwicklerteams befindet sich nach Eigenangaben in Dubai. Die Telegram Messenger LLP ist aber unter der Londoner Adresse eines Unternehmens registriert, das seinen Hauptsitz auf den Seychellen hat. Gesellschafter dieses Unternehmens sind zwei Firmen mit Sitz auf den Jungferninseln und in Belize. Die Telegram Messenger LLP wurde jedoch im Januar 2019 von Pavel Durov aufgelöst. Laut Presseberichten hat Telegram Angestellte in St. Petersburg.

Alles klar?

Dem Nutzer stehen für das Versenden von Nachrichten zwei Modi zur Verfügung: Bei allen „normalen Nachrichten“ werden die Nachrichten dauerhaft und auch für den Betreiber – und damit jeden, der Serverzugriff erlangt – lesbar auf dessen Servern gespeichert („Cloud Chats“). Unter anderem Edward Snowden und der Sicherheitsexperte und Mitentwickler des Signal-Protokolls Moxie Marlinspike kritisierten daher, dass die Sicherheit von Telegram allein auf Vertrauen in die Betreiber basiert. Nur bei den optional zu aktivierenden „Geheimen Chats“ wird eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verwendet. Allerdings sind dann die jeweiligen Nachrichten nur auf den Endgeräten der jeweiligen Benutzer gespeichert, von denen aus der Chat gestartet wurde. Diese sind nur für Unterhaltungen zwischen zwei Nutzern, nicht jedoch für Gruppen oder Channels, sowie nur für wenige Desktop-Clients verfügbar. Aber man kann Gruppen-Chats abfotografieren.

Für die Kommunikation zwischen Telegram-Server und dem Endgerät wird das von Telegram selbst entwickelte MTProto-Protokoll verwendet. Die Sicherheit dieses Protokolls, des Gesamtkonzepts, sowie die Vermarktung als „sicherer Messenger“ wurden von Experten vielfach kritisiert.

Telegram benutzt laut dem Verschlüsselungsexperten Rüdiger Weis, Professor für Informatik an der Beuth Hochschule für Technik Berlin, die inzwischen als gebrochen angesehene Hashfunktion SHA-1. Nach Aussagen von Telegram stellt dies keine Sicherheitslücke im verwendeten Protokoll dar. Das Unternehmen setzt die Hashfunktion außerdem nicht in Kombination mit einem erprobten und als sicher geltenden Standardverfahren zur Verschlüsselung ein, sondern setzt eine selbstentwickelte technische Lösung ein.

Enthält Auszüge aus wikipedia

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