Finanziell desaströser „Marshall-Plan für Afrika“, sonst werden wir „überrollt“

Kommentar NRW-Flüchtlingsminister Stamp ist derjenige, der jetzt gegen „allein reisende, marodierende Männer“ poltern darf, um die Wähler wieder zur CDU zu treiben. In dem Interview versteckt sich aber ein entscheidender...

Kommentar

NRW-Flüchtlingsminister Stamp ist derjenige, der jetzt gegen „allein reisende, marodierende Männer“ poltern darf, um die Wähler wieder zur CDU zu treiben. In dem Interview versteckt sich aber ein entscheidender Talking Point, der immer wieder von einflussreichen Politikern benutzt wird: Er will den „Marshallplan für Afrika“ mit Investitionen in Milliardenhöhe. Also letztendlich eine Ausweitung der Mittelmeerunion auf weitere Teile Afrikas. Wenn der Steuerzahler nicht blecht, dann werden wir überrollt, heißt es im Prinzip.

Sucht man nach dem Begriff „Marshall-Plan für Afrika“, gibt es allerhand deutliche Ergebnisse. Bei der Heinrich Böll-Stiftung heißt es:

Führende afrikanische Ökonom/innen haben für die G20 errechnet, dass afrikanische Länder einen Bedarf von 93 Milliarden US Dollar pro Jahr brauchen, um nur ihre Basisinfrastruktur so auszubauen, dass sie kein Wachstumshindernis mehr ist.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung will noch mehr Geld ausgeben:

Im Jahr 2015 flossen weltweit über 50 Milliarden Euro an staatlicher Entwicklungsfinanzierung (ODA) nach Afrika. Natürlich brauchen wir angesichts der Herausforderungen mehr ODA-Mittel. Bei einem Investitionsbedarf zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) in Afrika von mehr als 600 Milliarden US-Dollar jährlich (Quelle: Economic Development in Africa Report 2016, UNCTAD) können ODA-Mittel alleine nicht die Lösung sein. Wichtig ist daher ein Finanzierungsdreiklang aus:

  • Mobilisierung von eigenen Finanzmitteln in den afrikanischen Staaten und Stärkung der Eigenleistungsfähigkeiten;
  • Stärkung privater Investitionen und Mobilisierung privaten Kapitals mit neuen Förderinstrumenten und Anlageprodukten;
  • Einsatz von ODA-Mitteln zur Hebelung privater Investitionen.

Das klingt nach stärkerer Ausbeutung der Afrikaner und der Steuerzahler aus Industrieländern. Ausgesuchte Insider können traumhafte Profite machen und ihr Risiko wird von staatlichen und suprastaatlichen Institutionen übernommen. Die Menschen in der Euro-Zone sollen also auch noch für ein weiteres Abenteuer haften, obwohl die Eurozone schon pleite ist:

Jeder Steuer-Euro hebelt ein Vielfaches an privatem Kapital. Investitionen werden dadurch auch für großinstitutionelle Anleger wie Versicherungen und Pensionskassen attraktiv.

Staatliche Entwicklungsgelder können darüber hinaus als Garantieinstrumente – analog der Absicherung von Wirtschaftsexporten durch Hermesbürgschaften – zur Absicherung von privaten Investitionen eingesetzt werden (ODA-finanziertes Bürgschaftsinstrument)

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MigrationskrisePolitik
2 Comments on this post.
  • abgelehnt83
    23 Juli 2017 at 0:04
    Leave a Reply

    Tja, die üblichen Mafia-Erpressungs-Methoden – nix neues von den „hohen Herren“ … zum Wetter

  • KIDWITDEGUN
    21 Juli 2017 at 23:50
    Leave a Reply

    Man muss sich die Logik mal reinziehen:

    „Wir sind zu inkompetent, um Euch zu beschützen. Aber wählt uns bei der nächsten Wahl!“

    „Wir haben kein Konzept für die Sicherheit unseres Staates. Aber wir wissen genau, was man in Afrika tun sollte.“

    „Wir haben die Migrationskrise nicht vorausgesehen. Aber wir wissen genau, was man in der nächsten Zeit tun muss.“

    „Die Afrikaner haben uns nicht gewählt. Aber denen helfen wir jetzt.“

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