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Spielten Hillary und Trump gemeinsam Putin aus?

Kommentar Im politischen Geschäft, wo nichts ist wie es scheint, wird derzeit fast alles so geglaubt, wie es auf das jeweilige Zielpublikum zugeschnitten worden ist: Die Hillary-Fans von der...

Kommentar

Im politischen Geschäft, wo nichts ist wie es scheint, wird derzeit fast alles so geglaubt, wie es auf das jeweilige Zielpublikum zugeschnitten worden ist: Die Hillary-Fans von der politischen Linken glauben naiv, dass nur durch Russlands Desinformationskampagne und Hacks Trump gewinnen konnte. Ein ultra-rechter russischer Präsident half quasi einem ultra-rechten US-Präsidentschaftskandidaten.

Die Trump-Fans hingegen glauben naiv, dass das Hillary-Lager sich die „Russland-Verschwörungstheorie“ nur ausgedacht hat, um das Wahlergebnis anzufechten.

Zunächst muss man Folgendes klarstellen: Russlands Beeinflussungskampage war durchaus real, aber nicht wahlentscheidend. Ob nun einflussreiche Trump-Medien wie Infowars vom Trump-Lager oder von den Russen bezahlt wurden oder nicht, hatte sehr wenig Einfluss auf das Ergebnis. Das Infowars-Publikum hätte niemals Hillary gewählt, unabhängig von den Podesta und DNC-Mails. Die meisten Wähler entscheiden nach altmodischen Kriterien oder aus dem Bauch heraus. Trump hatte zwar die russische Kampange im Rücken, Hillary dagegen hatte Hollywood, größere Spender, die Illegalen die theoretisch an enigen Orten wählen konnten ohne kontrolliert zu werden, das durchwegs linke Schulsystem zur Beeinflussung der Jungwähler, die Massenmedien usw.

Die russische Einflusskampagne ist deutlich weniger wichtig, als mehrere andere Faktoren: Außerdem präsentierten Investigativreporter wie Greg Palast, die schon vor Jahren den Wahlbetrug der Bush-Kampagne aufdeckten, Enthüllungen über die altbekannten Tricks der Republikaner zur Manipulation der Präsidentschaftswahlen 2016. Wieso stürzen sich die Linken nicht auf die Wahlmanipulation wie damals 2000 bei Bush? Stattdessen steht einzig und alleine die russische Einflusskampagne im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Die Washington Post veröffentlichte einen Kommentar, laut dem Putin mit seiner Desinformations-Kampagne den USA sogar noch einen Gefallen getan hätte, denn nun ist bekannt wie die Kapazitäten der Russen aussehen und der US-Apparat sichert sich künftig noch viel stärker ab. Ein weiterer hochinteressanter Kommentar in der Washington Post vermutet: Donald Trump ist wahrscheinlich gar kein Russland-Freund und gar nicht naiv, sondern er erzählt der russischen Führung einfach genau das, was sie hören möchte. Er legt Russland herein, genauso wie er zuvor die Medien hereingelegt hat mit seinen Versprechungen über „drain the swamp“ usw.

Russland traut umgekehrt Trump nicht wirklich, da die Geschichte bisher dahingehend voller Überraschungen war. Nixon startete als vehementer Antikommunist, ließ sich aber dann durch Kissinger für einen soften Kurs erwärmen. Carter startete soft, orientierte sich dann aber am Hardliner Brzezinski.

Falls also Trumps softer Russland-Kurs tatsächlich nur ein ausgefeiltes Manöver ist, welches sich General Michael Flynn oder Kissinger ausgedacht hat, was sagt uns dass dann über das politische Theater mit Hillary und Trump? Alles nur Show? War der Wahlkampf größtenteils eine abgesprochene Sache? Hillary und Obama lachten noch vor 2014 öffentlich über die Vorstellung, dass Russland eine Bedrohung sein könnte. Dann spielten sie plötzlich die Rolle der Hardliner gegen Moskau. Trump hingegen übernahm die Rolle des Russland-Freundes, holte aber für die Republikaner das Weiße Haus, die Parlamente und den Supreme Court. Seit dem zweiten Weltkrieg waren die Republikaner nicht mehr so mächtig. Die mächtigen Russen feiern hingegen laut abgefangenen Kommunikationen leichtsinnig Trumps Sieg und sprechen davon, dass „ihr“ Mann künftig im Weißen Haus sitzt.

Ein solches Theaterspiel passt zur Agenda der amerikanischen Eliten: Sie präsentieren Amerika als etwas naiven Good Guy, der später schwer getroffen werden wird von Russland und sich dann als scheinbarer Underdog und Weltretter wehren muss. Man verschafft dem strauchelnden Russland wieder mehr Luft und Zeit, um das Rüstungsprogramm bis 2020 abzuschließen. Gleichzeitig konnte man die unbequemen amerikanischen Patrioten spalten und sowohl für den Trump-Mainstream begeistern als auch für Russland. Die konservativen Patrioten verlieren somit ihre Eigenständigkeit und ihre Glaubwürdigkeit.

Seit Jahren schon macht Trump Business mit den Russen, seit Jahren schmusen wichtige Kabinettsmitglieder wie Flynn oder Tillerson mit Moskau. Es wirkt, wie ein lange angelegetes Täuschungsmanöver. Selbst Hillary war verwickelt in das Skolkowo-Projekt, der Aufbau des russischen Silicon Valley, und vermittelte allerhand Top-Konzerne aus Amerika an die Russen, die diese Technologie für ihr Militär verwenden können. Die US-Elite will wieder einmal die russischen Vorurteile scheinbar bestätigen, das Bild der dummen US-Politik, die nicht weiter denkt als bis zur nächsten Wahl oder bis zur nächsten Dividenden-Auszahlung.

 

Categories
Politik
One Comment
  • Wegsehen
    9 Januar 2017 at 18:31
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    Es ist und bleibt alles eine grosse Show,in der Politik.Jedes Manöver gut durchdacht,nichts geschieht zufällig und wenn es noch so den Anschein hat. Gegner, die keine sind,freundlicher Anschein,Sympathie,die nur Lüge ist.
    Für den dummen Wähler,der im schlimmsten Fall, nur als Kanonenfutter dient, für Nicht-Insider im Politiktheater inszeniert.
    Man möchte sich übergeben.Und Hollywood klatscht dazu,und vergibt goldene Trophäen. Babylon`s rising.

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