Politik

Die Army, die Hacker, die Medien und Wikileaks haben alle Bradley Manning beschissen

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Ein Kommentar von Alexander Benesch

Man kann es nicht anders formulieren Der vermeintliche Whistleblower, der Wikileaks mit seinem Datenmaterial der US Army weltberühmt machte, wurde von wirklich allen total beschissen. Zuallerest von den US ARMY:

Schlimmere Lügner als Gebrauchtwagenhändler und Prostitierte: Armee-Rekruteure

Nicht nur sind die Werbespots fast schon Satire, die Rekruteure dürfen dich auch von oben bis unten belügen wie Satan in einem animierten Cartoon der deine Seele will: Tolle Bonuszahlungen, Abenteuer, Ansehen, zukünftige Job-Gelegenheiten, Weiterbildungen, eine Bruderschaft, persönliche Evolution zum heldenhaften Mann usw.

In der Realität händigt man mit seiner Unterschrift seine Seele und seinen Hintern an Uncle Sam aus und ruiniert sein Leben: Das Geld ist ein Witz, das Risiko extrem, die Leistungen eine Schande und hinterher benötigt niemand in der realen Job-Welt deine Fähigkeit, nach Armee-Regulierungen dein Bett zu machen. Die Rekruteure müssen ihre Quoten erfüllen um ihren Job zu behalten, also lügen sie beispielsweise dass

  • die Chancen, nach der Grundausbildung in den Krieg geschickt zu werden, gering seien. Manche Rekruteure erklären den Interessierten sogar, der Krieg sei schon lange vorbei. “Krieg? Welcher Krieg?”
  • man jederzeit aussteigen könnte indem man “Failure to adapt” als Grund angibt
  • man ruhig unwahre Angaben machen kann in den Beitrittsformularen, wie etwa über Drogensucht oder andere Probleme
  • man auch bestimmt die Karriere in der Armee verfolgen könne die man sich vorstellt.
  • man nach seinem aktiven Einsatz nicht mehr eingezogen werden kann. In Wirklichkeit verpflichtet man sich für mindestens 8 Jahre und kann solange erneut in den aktiven Dienst geholt werden

Manning hat wohl selbst seine Probleme dem Rekruteur verschwiegen, der wiederum alle möglichen Register gezogen hatte, um dem dürren Jungen Hoffnungen zu machen. Kein Star-Anwalt, keine Support-Gruppen, keine Presse und erst recht nicht die Organisation von Pfeifen namens Wikileaks konnte ihn vor dem gewaltigen Militärapparat schützen. Deshalb hat er es abgelehnt, dass eine Jury über ihn richten soll, was das Militär hätte blamieren können. Deshalb verlas er vor Gericht nun eine unterwürfige Entschuldigung und erklärte, er habe falsch gehandelt.

Nach bereits drei Jahren verschärfter Haft im Zuge der Ermittlungen und der Aussicht auf weitere Jahrzehnte an Haft unter absurden Bedingungen in einer militärischen Einrichtung, erkennt Bradley Manning den Unsinn seiner ursprünglichen Absicht, mit Hilfe von narzisstischen Nerds wie Julian Assange die Welt zu verbessern.

All die validen Punkte, die Mannings Anwalt im Prozess angeführt hatte, wurden demonstrativ vom Gericht ignoriert als es darum ging, die Verurteilung in fast allen Punkten zu erwirken. Im Nachhinein, nachdem die Machtdemonstration gelungen ist und ein Exempel statuiert wurde, welches potentielle weitere Whistleblower deutlich abschrecken wird, hört sich das Gericht doch wieder die Einwände u.a. von Army-Psychologen an, da ein gewisses Maß an Gnade dem unterwürfigen Besiegten zugestanden werden muss.

Manning, so wie er der Welt präsentiert wurde, hätte niemals auch nur erwägen dürfen, als Homosexueller und Transsexueller den Streitkräften beizutreten, in dem Vertrauen, irgendwie doch noch zum anerkannten klassischen Helden-Stereotyp zu werden und seinen Vater oder die Gesellschaft zu beeindrucken. Viele haben versucht, sich durch die Armee zu “heilen” und sind gescheitert. Manning schrieb seinem Master Sgt. Paul Adkins:

“Das ist mein Problem. Ich dache durch eine Karriere im Militär würde ich es loswerden.”

Die Streitkräfte können nicht einmal massenhafte Vergewaltigungen von weiblichen Soldaten oder die Vielzahl an Selbstmorden oder die posttraumatischen Belastungsstörungen in den Griff bekommen.

Den massiven Datensätzen, zu denen er Zugang hatte und die er letztendlich entwendete, war auch nicht zu trauen, schließlich handelt es sich um manipulatives, mehrfach bereinigtes Material für unterrangige Angestellte des Staates. Überall triefte die Propaganda durch, welcher Staatschef nun ein ganz böser Bube sei und warum man den Krieg gegen den Terror ausweiten solle.

Die Hacker

Offiziell wurde Manning von einem Hacker an die Behörden verraten. Darüberhinaus hätte auch nie der Hacker-Szene insgesamt trauen dürfen, aus der er seinen Mindset und seine verwanzten Werkzeuge bekam, die er benutzte um Material zu Wikileaks-Servern hochzuladen. Wikileaks ermunterte lange Whistleblower, TOR zu benutzen das von der US-Regierung bezahlt wird.

Wikileaks

Die Organsiation, die partout kein Geheimnis für sich behalten kann, bestand aus zwei Hampelmännern mit einem alten Server und 2 Helfern, wo keiner den anderen wirklich kannte, alle aber den Behörden und Geheimdiensten bekannt waren. Assange machte Millionen mit Mannings Material, verblies die Kohle aber an die teuersten Anwälte der Welt und seine Sex-Prozesse und erklärte immerzu, er kenne Manning nicht und weiß nicht, wer das Material beschafft hätte.

Die Presse

Wikileaks sammelte Millionen an Spendengeldern und schien revolutionär, die großen Zeitungen verkauften traumhafte Auflagen und teure Werbeanzeigen und konnten wieder den Eindruck stärken, sie stünden auf einer neutralen Position, während sie die Anzahl der Toten in den Kriegen drastisch nach unten manipulierten und generell dem Army-Skript folgten.

Das Ende vom Lied

Manning erwartet eine Einzelzelle ohne Internet, die Möglichkeit mit anderen Häftlingen zu interagieren und erlaubte Besuche zu empfangen. Jede Strafe oberhalb von 10 Jahren muss automatisch in den United States Disciplinary Barracks in Fort Leavenworth, Kansas, abgesessen werden. Die Zellen haben entweder 3,25 oder 7,4 Quadratmeter.

War der ausgebildete Jung-Spion nicht bereits von Anfang seiner Datendiebstähle an erwischt worden? Ist es nicht garantiert, dass alle Army-Computer von Nachrichtendienstanalysten verwanzt sind? Lies man ihn ins Messer laufen weil man sich davon etwas versprochen hatte? Wird er offiziell innerhalb der nächsten drei Jahre von einem Mithäftling als “Verräter” umgebracht werden oder Selbstmord begehen? Könnte er stattdessen mit etwas plastischer Chirurgie, neuer Identität und einem prall gefüllten Konto auf den Cayman Islands woanders vor einem Computer stationiert werden? Dem Moloch US-Militär ist alles zuzutrauen. “Theres dirty, but there ist also ARMY dirty!”

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2 comments

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Fudge 18. August 2013 at 16:20

Wenn du heute zur Bundeswehr gehst und eine höhere Laufbahn anstrebst, dann wirst du einen großen Einblick, in die Nachwuchsgewinnung der Army, bekommen. Ganze Laufbahnlehrgänge bzw. Pflichtlehrgänge haben feste Termine in der Planung, in denen Army Offiziere Vorträge halten, die Deutschen als Pussys bezeichnen und erzählen wie toll sie sind.

Dann werden Fahrten in US Bases hier in Deutschland unternommen, die jungen deutschen Soldaten dürfen sich die riesigen Fitnessstudios und Kantinen anschauen, in denen es wirklich jeden Scheiß zu fressen gibt und schämen sich für ihr Land.

Natürlich darf in Präsentationen dieser beschissene, schlechte “Army Strong” Werbespot auch nicht fehlen…

Trotzdem habe ich noch nie erlebt oder gehört, dass die Amis ein einziges Mal die Bundeswehr, in einer Übung mit AGDUS geschlagen hat.

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6e75 18. August 2013 at 15:12

…und für viele US-Bürger ist er ein Verräter. Alle haben sich daran Bereichert, während er im Knast verrotten darf. Für wen hatte er es eigentlich alles getan? Geltungsdrang wird Ihm suggeriert, was er nicht abstreiten kann. Er war schon gebrochen, wie seine Zukunft aussieht, liegt nicht in seiner Hand. Armer Hund!

Wenn man damit durch ist hat man einen Kandidaten geschaffen, mit den man Asange beseitigen kann ohne das es auf das System zurück fällt.

Wenn er sich selbst hinrichtet oder gerichtet wird, bleibt es ewig ein Zeichen in den Geschichtsbüchern, für jeden der die Wahrheit über Missstände der Gesellschaft näher bringen will.

Persönlich hoffe ich das er in 2nd C. Programm kommt, mit neuer Identität und veränderten aussehen und ohne den Hintergrund, ein Killer auf Abruf sein zu müssen.

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