Mehrere Verfahren gegen US-Aktivist Adam Kokesh, übergeben an Bundesgefängnis in D.C.

Washington D.C. – Der amerikanische Irakkriegsveteran und Aktivist Adam Kokesh wurde unmittelbar nach seiner Bezahlung der Kaution in Fairfax County erneut verhaftet und an das höhere Gericht im District...

Washington D.C. – Der amerikanische Irakkriegsveteran und Aktivist Adam Kokesh wurde unmittelbar nach seiner Bezahlung der Kaution in Fairfax County erneut verhaftet und an das höhere Gericht im District of Columbia weitergreicht, wo am Montag ein Richter entschied, ihn bis zur nächsten Verhandlung, vorraussichtlich am 13 August, ohne Kaution festzuhalten. Die Anklage lautet auf das Führen eines Gewehrs oder einer Schrotflinte außerhalb des eigenen Grundstücks, worauf eine Strafe von maximal 5 Jahren Haft und 5000$ steht.

Am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, veröffentlichte Kokesh ein 23-sekündiges Video, in dem er am Freedom Plaza in D.C. eine Schrotflinte durchlädt und der Bundesregierung grimmig eine Revolution ankündigt. Kurz zuvor sagte er eine größere Demonstration ab, bei der hunderte oder tausende bewaffnete Leute über die Brücke in den Regierungsdistrikt vordringen wollten. Die Polizeichefin hatte erklärt, dies zu unterbinden. Es folgte eine Hausdurchsuchung in Kokeshs Haus durch ein Sondereinsatzkommando, lokale Beamte und einen Helikopter zum Verfolgen möglicher flüchtender Personen.

Auf den Anklagedokumenten werden 10 konfiszierte Schusswaffen aufgeführt, darunter eine Schrotflinte von Maverick Arms, bei der es sich alle Anschein nach und den Aussagen von Adam und Kollegen um diejenige aus dem Video vom Unabhängigkeitstag handelt, sowie Marihuana, halluzinogene Pilze und andere Sustanzen die noch getestet werden.

Im Herbst soll der Prozess beginnen wegen Drogenbesitzes und gleichzeitigem Waffenbesitz. Kokesh unterstellte der Polizei, ihm die Drogen untergeschoben zu haben. Dass er seinen ausschweifenden Konsum regelmäßig und öffentlich in seiner Sendung zelebrierte, könnte zwar die Beamten theoretisch motiviert haben, illegale Substanzen zu plazieren, macht ihn aber vor Gericht eher unglaubwürdig. WAMU berichtete dass Kokeshs Anwalt Peter Cooper dem Richter Frederick Sullivan vorhielt, die Park Police könne zumindest nicht beweisen dass die Munition für die Schrotflinte aus dem Video echt sei.

Ihm wurde kürzlich in Fairfax County die Möglichkeit gegeben, für 5000 Dollar Kaution aus dem lokalen Gefängnis freizukommen, man verhaftete ihn aber sofort erneut und reichte ihn an das höhere Gericht von D.C. weiter. Die Anklage lautet auf das Führen eines Gewehrs oder einer Schrotflinte außerhalb des eigenen Grundstücks.

Der Richter entschied am Montag, keine Kaution festzusetzen. Ein Anwalt Kokeshs argumentierte, dass das Youtube-Video nur Polittheater sei, worauf der Richter erklärte, den Angeklagten für einen „sehr gefährlichen Mann“ zu halten. Kokesh hätte außerdem in einem vorhergehenden Fall die Auflagen nach seiner Freisetzung missachtet. Dadurch bleibt er in Haft bis zur nächsten Anhörung am 13. August.

Die Washington Post und Sender wie ABC News und FOX verfolgen den Fall seit dem Youtube-Video, während viele prominente Liberale und Konservative sich von Kokesh abgewendet haben. Einer der letzten großen Unterstützer, Alex Jones aus Texas, der noch Interviews mit dem Aktivisten führten bis kurz vor der Hausdurchsuchung, schweigt zumindest auf seinen Webseiten seit geraumer Zeit über den Fall.

Ein ehemaliger Buchhalter von Kokeshs Unternehmungen, Lucas Jewell, warf kürzlich seinen anarchokapitalistischen Ex-Kollegen, darunter Freundinnen Kokeshs vor, ihn mit Behörden und sogar mit Erschießung bedroht zu haben. Er verfüge über Aufzeichnung dieser Vorfälle und werde diese wahrscheinlich zur Anzeige bringen.

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One Comment
  • Chris
    6 August 2013 at 13:56
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    Schwieriger Fall der Mann, dennoch denk ich das seine Absichten im Grunde gut sind. Die Art wie er seine Ziele erreichen will is aufjeden Fall äußerst frag würdig.

    Ich denke in ihm steckt ein guter Kern. Er sollte sich allerdings besinnen und andere seine Methoden ändern.

    Gefährlich ist er meiner Meinung nach nicht, ich kann mir nicht vorstellen das er jemanden Unschludigen was antut.

    Ich persönlich bin für seine Freilassung, vorrausgesetzt er erklärt sich glaubhaft in Zukunft vernünftiger zu Handeln, und es auch zu tun.

    Es gibt andere Mittel Leute friedlich zu mobilisieren, man stelle sich vor er hätte diesen March on DC wirklich durchgezogen.

    Alles im allen sollte er vernünftiger werden und mit friedlichen Mitteln seine Ziele durchsetzen, vorallem ohne zu riskieren das Menschen verletzt werden.

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