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Einsatz von Wahrheitsserum bei Colorado-Amokschützen wirft Fragen auf


Bob Adelmann (The New American)

Als der Verteidiger von James Holmes, der angebliche Amokschütze von Aurora Colorado, Montag erklärte dass Holmes noch nicht bereit sei, in seiner Mordanklage eine Klageerwiderung abzugeben, verlautbarte der Arapahoe County Distrikt-Richter William Sylvester stattdessen eine: Nicht schuldig. Der Richter meinte, Holmes könnte seine Erwiderung abändern auf “nicht schuldig wegen Unzurechnungsfähigkeit”, aber in diesem Fall müsste er sich einer “narcoanalytischen Befragung” unterziehen mit “medizinisch angemessenen Medikamenten” um zu bestimmen, ob er wirklich zur Tatzeit unzurechnungsfähig war oder dies nur vorgibt.

Wahrheitsseren haben eine fragwürdige Geschichte und ihre Effektivität steht stark in Frage. Der Einsatz wirft darüberhinaus ernsthafte rechtliche, ethische und verfassungsrelevante Fragen auf. Scopolamin, Thiopental und Amytal sind die am häufigsten in solchen Befragungen verwendeten Substanzen, weil der Befragte dadurch enthemmt und gesprächig wird. Laut der Gale Encyclopedia “garantieren sie jedoch nicht die Ehrlichkeit des Subjekts. Personen unter dem Einfluss von Wahrheitsseren können nach wie vor lügen und fantasieren.”

Bei der Prozedur würde man Holmes graduell mehr und mehr der Substanz injizieren, bis er ruhig und offener für die Befragung wird. August Piper, ein Psychiater aus Seattle der Wahrheitsseren bei Patienten verwendet hat, erklärt die Funktionsweise:

“Während einer Befragung mit Amytal verabreicht der Arzt kleine Mengen des Medikaments intravenös, alle paar Minuten. Die Prozedur dauert für gewöhnlich rund eine Stunde. Der Patient ist schläfrig und spricht undeutlich, ist aber wach, der sogenannte Zwielicht-Zustand.”

Die Antworten sind jedoch nicht unbedingt nützlich oder zulässig vor Gericht. Piper erklärt, dass der Effekt lediglich darin besteht, “die Hemmschwelle des Patienten zu senken, um praktisch alle möglichen Informationen zu berichten, sowohl falsche als auch wahre.” William Shephard, Vorsitzender des Strafprozessabteilung der Amerikanischen Anwaltskammer, erklärte dass der Einsatz eines Wahrheitsserums um die Zurechnungsfähigkeit eines Angeklagten zu bestimmen, höchst ungewöhnlich ist und erhebliche Schwierigkeiten im Bezug auf den 5. Verfassungszusatz verursacht. Der oberste Gerichtshof entschied, dass ein Geständnis das mit Medikamenten erzielt wurde, unzulässig ist.

Holmes erwarten 166 Anklagepunkte wegen Mord und Totschlags. Eine weitere Frage ist: Haben die Medikamente die er während der Tatzeit konsumierte, etwas mit seinem Verhalten zu tun? Wie erklärt sich sein seltsames Verhalten vor dem Prozess, mit den feuerroten Haaren und seinem müden, roboterhaften Gesicht. Hatte er Hilfe von Komplizen? Wie erklären sich die Zeugenaussagen, laut denen jemand ihm die Tür öffnete und Gaskanister ins Publikum warf? Woher bekeam der mittellose College-Student das nötige Geld für seine Käufe?

2 Comments on this Post

  1. Unbeugsam

    Hat er nicht offenkundig der Presse erzählt, er sei der Joker…?
    Könnte natürlich ein Vorwand sein um nicht in den Knast, sondern in eine Psychartrie eingewiesen zu werden. Aber wenn er wirklich davon überzeugt ist sollen die den Typ doch nach Arkham bringen… ;)
    Soll doch Dark Knight sich mit dem rumschlagen…

  2. Wjatscheslaw Michailowitsch Skrjabin

    Man hat langsam mit dem Dreck der US-amerikanischen Lügereien die Schnauze voll. Mich kotzt es mittlerweile an jede Woche eine neue Schandtat der Geheimdienste zu hören.
    Und dabei noch diese offensichtlichen Lügen, die nur dem dummen amerikanischen Volk verkauft werden können, dessen Schulbildung der öffentlichen Schulen gleich Null ist.
    Die armen Opfer !

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