Alex Benesch
“Der Westen hat die arabischen Diktaturen unterstützt im Namen des Kampfs gegen den Terror. Das war nicht gerade schön für die Menschen auf der anderen Seite”,
erklärte Ägyptens neuer Präsident Mursi bei einer Veranstaltung der Körber-Stiftung in Berlin. Ausgerechnet seine eigene Gruppe, die Muslimbruderschaft, waren die “Menschen auf der anderen Seite”. Seine Gruppe mordete Präsidenten, Christen, Muslime, Touristen und Polizisten um einen Scharia-Staat zu etablieren. Auch seine Gruppe wurde und wird vom Westen unterstützt.
Nach der erfolgreichen Revolution folgt nun Phase der “Normalisierung”, die Etablierung eines neuen Unterdrückungsapparates. Die Muslimbrüder haben ewig gewartet auf diesen Moment und bekamen ihn ausgerechnet auf Wunsch des Westens, mit dicken Krediten obrendrauf. Wie will man die deutschen Touristen für dringend benötigte Devisen zurückholen, wenn abseits der Bade- und Saufstrände Frauen ausgepeitscht werden weil sie vergewaltigt wurden? Wie will man Kompromisse finden, wenn die Kompromisslosigkeit immer das Programm und die Antriebsfeder der Gruppe war?
Ein Leben als Terrorist
Das größte Problem für die Muslimbrüder, der wichtigste Grund um sich einem lebensgefährlichen Dschihad anzuschließen, war der Untergang des Kalifats in der Türkei und die Tatsache, dass Ägypten einfach kein Scharia-Staat war.
Am 6. Oktober 1981 tötete ein verkleideter Scharfschütze während einer Militärparade den Staatschef Anwar as-Sadat für die Organisation al-Dschihad, der militärische Flügel von Al Gama’a al Islamiyyah, geleitet unter anderem vom inzwischen sehr prominenten Ayman al-Sawahiri. Dieser kämpfte unter anderem als Kopf des ägyptischen Dschihad für die CIA in Bosnien.
Nach zahlreichen Attentaten gegen Touristen, Polizisten, ägyptische Muslime, Christen und andere war spätenstens mit der Sadat-Tötung Schluss mit Lustig. Vizepräsident Hosni Mubarak rief das Kriegsrecht aus und ging äußerst brutal vor gegen die Dschihadis. Deren Philosophie verbreitete sich jedoch mit erstaunlicher Geschwindigkeit. Das Untergrund-Buch “Die vernachlässigte Pflicht” von Abdul Salam Faraj belehrte die Massen über den Islam und forderte die rücksichtslose Bekämpfung der säkularen Regierung Ägyptens. Ein weiteres berüchtigstes Manifest hieß schlicht “Die Verfassung”.
Der zur Legende gewordene Hasan al-Banna kämpfte bereits mit 13 Jahren in der ägyptischen Revolution gegen die Briten im Jahr 1919. Mit 16 ging es dann an die Universität von Kairo. Das große Kalifat in der Türkei fiel (mit Hilfe der Briten und ihren subversiven Freimaurerlogen) und das Business as usual in dem neuen Ägypten trieb ihn 1928 dazu, mit seinem Bruder und 4 Freunden zu Hause die Muslimbruderschaft zu gründen. Ende der 40er Jahre hatte die Gruppe bereits 500.000 aktive Mitglieder plus nochmal soviele Sympathisanten. Man scheiterte dabei, den ägyptischen Premierminister Nuqrashi Pasha zu ermorden und handelte sich 1948 das Organisationsverbot ein. 3 Wochen später gelang der Mord, im Folgejahr wird Banna auf der Straße erschossen.
Eine zweite Lichtgestalt der Jäger des verlorenen Kalifats war Sayyid Qutb. Als Funktionär des ägyptischen Kultusministeriums sollte er 1948 das Erziehungssystem in den USA untersuchen und unternahm eine Reise. Er schrieb entsetzt über die “Höhlenmenschen” die er dort fand und die sexualisierten Horrorakte, auch bekannt als Tanzveranstaltungen. General Abdul Nasser und die Muslimbruderschaft wurden zu Qutbs großer Hoffnung, die Agenda hieß: König Faruk stürzen. Sobald Nasser an den Schalthebeln der Macht saß, schwand aber sein Interesse an der Umwandlung des Staates gemäß der Scharia und die Radikalinskis schossen sich auf ihn als ihr nächstes Ziel ein. Qutb landete im Knast. Sawahiri, der mit der CIA in Bosnien kooperierte, erhielt nur 3 Jahre Haft wegen “Waffengeschäften” und schloss sich dann dem anderen CIA-Mann Osama Bin Laden an.
Der Islam oder der “Islam”
Die gemäßigten Muslime werfen den terroristischen Gotteskriegern traditionell vor, die Lehren des Propheten zu verzerren oder fehlzuinterpretieren. Die Muslimbrüder kontern mit der Haltung: Ihr versteht oder kennt euren Glauben nicht.
Die Gemäßigten betonen, die höhere Bedeutung des Dschihads sei ein geistiger Kampf in einem selbst. Eine Geschichte aus den Hadithen wird hierfür herangezogen, der Sammlung aus Überliferungen: Mohammed kehrte aus einer Schlacht zurück und erklärte, das Abmurksen von Feinden sei nur der kleine Dschihad, der Große hingegen wäre der spirituelle Kampf des muslimischen Lebens. Die Radikalen sind von diesem Hadith überhaupt nicht beeindruckt und halten ihn für schlicht erfunden, auch die angesehensten Hadith-Gelerhten der Welt halten ihn für “schwach”. Sie passt nicht zu den anderen Lehren des Islam und dem Koran, den Regeln zu folgen wird nirgendwo als Dschihad beschrieben.
Sawahiri erzählte seinen Jüngern über einen Kampf, den Mohammed persönlich gegen ein jüdisches Dorf in der Nähe von Medina namens Ta’if angeführt hatte. Alle Dörfler wurden massakriert, was kein Problem darstellte. Eigentlich ist es nur strengstens verboten, Glaubensbrüder abzumurksen, aber wenn es halt nicht anders geht um den Feind zu treffen, dann sei auch das okay, schließlich wandern die unbeteiligten muslimischen Opfer ja in den Himmel.
Die Gemäßigten erklären den Dschihad als reine Selbstverteidigungsmaßnahmen für das Heinmatland des Islam, Qutb weist darauf hin dass die ersten Kalifen die größtmögliche offensive Ausbreitung anvisierten. Auch zu softe muslimische Regierungen seien der Feind. Die “Verfassung” von Al-Dschihad verglich das ägyptische Gesetzbuch mit dem islamischen Recht. Sex unverheirateter Menschen soll laut der Sure 24,2 mit hundert Schlägen geahndet werden, woanders ist Steinigung gefordert. In Artikel 273 des ägyptischen Stragesetzbuchs heißt es zur Enttäuschung der Jäger des verlorenen Kalifats nur:
“Eine Ehebrecherin darf nicht strafrechtlich verfolgt werden, es sei denn ihr Ehemann erhebt gegen sie eine Anklage.”
Eine ehebrechende verheiratate Frau hat mit maximal zwei Jahren Haft zu rechnen. Für die einen ist dies Steinzeit, für die Muslimbrüder soft und eine Beleidigung. Sure 2,217 nennt die vom Glauben abfallen die “Gefährten des Feuers”. Auf Apostasie steht der Tod. Die ägyptische Verfassung nennt den Islam zwar Staatsreligion, von Todesstrafen oder anderen Folgen für Abtrünnige ist jedoch nirgendwo die Rede. Der Klassiker schlechthin ist Sure 5,38 :
“Hackt dem Dieb und der Diebin die Hände ab als Vergeltung für das was sie begangen haben, als Schreckbild von Allah!”
Die ägyptischen Gesetze sehen “nur” Arbeitslager vor. Die einzigen beiden Länder, die die Scharia vollständig anwenden, sind Saudi-Arabien und Iran.














Ach wie ich das liebe diese Auflistungen der Koran Verse… vielleicht mal selbst im Koran nachschauen was da steht und nicht nur einzelne Suren als “Beweis” herziehen!
Zum ersten Beispiel mit der “Ehebrecherin” (Sure 24,2) nur ein wenig weiter Lesen im Koran und die Lösung kommt… (Sure 24,5) “außer denjenigen, die nach alledem bereuen und rechtschaffen werden, denn Allah ist Allvergebend und Barmherzig.”
Zweites Beispiel mit dem Dieb (Sure 5,38) nur eine “Aja” weiter kommt wieder die Lösung (Sure 5,39) “Wer aber bereut, nachdem er Unrecht getan hat, und es wieder gutmacht, so nimmt Allah seine Reue gewiß an. Allah ist Allvergebend und Barmherzig.”
Die Extremisten interpretieren das so, dass man die Strafen vollziehen muss und wenn man danach reue Zeigt Gott dir verzeiht.
Doch im Allgemeinen heisst es wenn man seine Tat bereut und auch nur wenn man sie wirklich bereut einem die Tat verziehen wird.
Das macht überhaupt keinen Sinn, Reue gegenüber Gott und menschliche Strafen sind zwei völlig unabhängige Dinge die man nicht in Bezug zu einander setzen kann. Entweder Gott entscheidet und der Mensch hällt sich raus (warum dann aber menschliche Strafen überhaupt erwähnen?) oder der Mensch bestraft selber, dann aber unabhängig von Reue oder Gottes Wille (schließlich kann er unmöglich wissen ob die Menschen ihre Reue auch wirklich ehrlich meinen).
Dazu kommt, dass die meisten Strafen so oder so ungerechtfertigt sind, unabhängig von ihrer schwere oder ihren Konditionen. Einvernehmlichen, außerehelichen Sex zu betrafen ist kriminell.
Für diese Suren im Koran gibt es keine Rechtfertigung, egal wie man sie im Einzelfall interpretiert.
diese muselmanen, wenn es die nicht gäbe… man müsste sie glatt erfinden! die besten troublemaker, die man sich vorstellen kann.. aber wer weiß vllt haben die kranken spinner an der spitze (egal ob pyramide oder sch…haufen) den islam genau für diesen zweck erfunden; mondsüchtige versus sonnenkreuzler (also die guten “christenmenschen”, welche sich satanische namen geben und in okkulten gruften rituale abfeiern) … da wird so mancher sterne stehen, fünf- oder sechsstrahlig …
ernsthaft: bild oben. zwei psychos die ihre rolle spielen.
und wie an anderer stelle erwähnt (und oben von “Samy Fresh” ins rollen gebracht): die ganzen argumente der “gutmenschen” versus den “politisch inkorrekten” sind eigentlich immer gleich; dieselben stichworte, dieselben keulen, dieselben feindbilder…
die “argumente” haben BEWUSST sollbruchstellen eingebaut, damit sie die gegnerische gruppe (und jeder wähnt sich IMMER in der opferrolle!) wieder mit neuen sollgebrochenen halbargumenten profilieren können, damit ETC
und ich mache es mir weißgott nicht einfach, zu behaupten “isch eh alles gefakte illuminatenkacke”… im gegenteil; ich versuche ständig diese komischen threads auseinanderzunehmen und herauszubekommen wie man dieses lagerdenken überwindet………
als dank: VERSCHWÖRUNGSTHEORETIKERkeule -,-
wie leicht haben es dagegen die gutmenschen, islamisten und pi news trolle; einfach rückhalt bei der grünen partei, ihrem zentralratsheini und dem nächsten schlägertrupp oder straßenpolitiker finden…
aber es gibt -noch- zuwenige, welche mal versuchen diese ganzen diskussonen im netz durchzuackern auf gewollte und geskriptete stränge — und die gibt es!
vor allen dingen wenn es um … diesen einen staat mit i vorne im namen , “islamkritik” etc geht
hier ist bekannt, dass teilweise studenten bezahlt werden um in propalästinensischen blog rumzuflennen..
denkfabriken stecken wohl ebenso dahinter bestimmt
auch die tatsache, dass kommentatoren “godwins law” gerade zu suchen, indem sie – egal welches thema – die signalwörter wie “sarrazin” “sozialschmarotzer” oder “isr…” bringen mit allen folgeshitstorms.. stinkt gewaltig!
aber es ermüdet -,-
Ich gebe den radikalen Islamisten in ihrer Auslegung des Koran recht. Schriftreligionen sind nunmal in ihrem Wesen unbeweglich, es sei denn, es gibt ähnlich wie im Christentum zwei sich widersprechende Testamente.
Die gemäßigte Auslegung ist nur ein amüsanter Versuch, den Islam in zivilisierteren Gesellschaften integrationsfähig zu machen. Das Christentum war etwas schlauer.
(gemäßigte) Muslime, die in ihrem tiefsten Inneren natürlich um die Brutalität ihrer eigenen Religion wissen, insbesondere wenn sie sie auch wirklich (!) praktizieren würden, versuchen dann verzweifelt sie zu relativieren. Ist ja auch irgendwo ganz süß.
Oh und wie ging der Spruch noch gleich?
An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Überall dort, wo der Islam auch wirklich was zu sagen hat, sieht man die entsprechenden Resultate. Was gibts da eigentlich misszuverstehen? “DER ISLAM” gehört zu Deutschland??!!
Das ist ein sehr interessanter Artikel, vielen Dank!
Es herrscht wohl ziemliches Chaos im Islam, was diese tausenden Hadite und deren “Sicherheit” angeht. Als Außenstehender denkt man, die Araber glauben alle an den Koran und gut ist, aber das ist ja viel komplizierter…