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Gesundheit

Das Netzwerk hinter dem Impfstoffhersteller GlaxoSmithKline, dem sächsischen Serum-Werk, dem Robert Koch-Institut und dem Paul-Ehrlich-Institut

Wenn Sie oder Ihre Kinder Impfstoffe erhalten wie Boostrix (gegen Tetanus, Diphterie und Pertussis) oder Priorix (gegen Masern, Mumps und Röteln), dann stammen diese Produkte von dem britischen Großkonzern GlaxoSmithKline plc (GSK) mit einem Börsenwert von rund 100 Milliarden Dollar.

Wenn man den Konzern genauer untersucht, stößt man auf ein Netzwerk des Welfen-Adels, das nicht nur das Britische Imperium leitete, sondern auch die wichtigen Wissenschaftsvereinigungen und Universitäten in erheblichem Maße beeinflusste. In diesem Netzwerk verschwimmen die Grenzen zwischen staatlich und privat, zwischen den Ländergrenzen von Britannien und Deutschland und letztendlich auch zwischen den  Konzernen und Instituten wie dem Paul Ehrlich-Institut und dem Robert Koch-Institut.

Adelige Geheimdienste sind ein Forschungsgebiet, an das sich niemand herantraut und das so behandelt wird, als existiere es nicht. Viele der wichtigsten Konzerne gehen auf adelige Netzwerke zurück.

CEOs

Die aktuelle Direktorin von GSK ist Emma Walmsley, Ehrenmitglied der britisch-königlichen Royal Society of Chemistry, obwohl sie Sprachen und Literatur studiert hatte an der Oxford University. Den Großteil ihrer Karriere verbrachte sie im Marketing des Kosmetik-Konzerns L’Oreal. Ihr Verständnis für Medizin und Biologie scheint extrem begrenzt. Ihre beiden Eltern sind adelig. Ihr Vater Sir Robert Walmsley studierte am Queen’s College in Cambridge, ist Mitglied des elitären Order of the Bath und ein Fellow der Royal Academy of Engineering, er war Vizeadmiral in der königlich-britischen Marine, Chef der Beschaffungsabteilung des Verteidigungsminiteriums und er sitzt bzw. saß in mehreren wichtigen Vorständen von Großkonzernen. Emma Walmsleys Mutter war Lady Christina Walmsley (geboren Christina V Melvil). Die Melvils hatten früh Karriere gemacht in der berüchtigten East India Company des britischen Reichs.

Vor Emma war Sir Andrew Philip Witty der Direktor von GSK. Studiert hatte er Wirtschaft, nicht Medizin oder Biologie. 2012 bekam er den Titel eines Ritters verliehen.

England

Der offizielle Begründer von Glaxo war der Londoner Joseph Edward Nathan. Er startete 1904 mit der Herstellung von Baby-Milchpulver. Erst 1924 folgte mit Vitamin D das erste pharmazeutische Produkt seiner Firma. Das Unternehmen landete am Londoner Börsenmarkt und kaufte sich die Pharmafirma Allen & Hanburys im Jahr 1958, um in dem Markt richtig einzusteigen. Der Gründer von Allen & Hanburys war Silvanus Bevan, ein Mitglied der königlich-britischen Wissenschaftsvereinigung Royal Society. Er heiratete die Tochter des königlichen Uhrenmachers. Einer der Hochzeitsgäste war Sarah Churchill, Duchess of Marlborough, die eng befreundet war mit Königin Anne. Eine weitere wichtige Figur in der Geschichte von Allen & Hanburys war William Allen, Mitglied der Royal Society und Mitbegründer der Royal Pharmaceutical Society of Great Britain. Er heiratete in einflussreiche Familien ein. Eine weitere wichtige Figur in der Firma war Daniel Hanbury, ebenfalls Mitglied der Royal Society. Glaxo holte sich den schottischen Pharmakologen Sir David Jack ins Boot, adeliger Träger des Order of the British Empire und Fellow der Royal Society.

Glaxo fusionierte 1995 mit Wellcome, das zurückgeht auf die Londoner Firma Burroughs Wellcome & Company. Der Adelige Sir Henry Solomon Wellcome war Mitglied der Royal Society, Mitglied der Honorary Fellow of the Royal College of Surgeons of England und Freimaurer.

Ein weiterer Vorläufer des heutigen Konzerns GSK ist SmithKline Beecham. 1848 begann Thomas Beecham noch bescheiden mit der Produktion von Abführmitteln. Unter seinem adeligen Sohn, Sir Joseph Beecham 1st Baronet, wuchs die Firma erheblich. Smith und Kline kauften sich die belgische Firma “Recherche et Industrie Thérapeutiques” und stiegen in das Impf-Geschäft ein.

Drehpunkt Dresden

In Dresden betreibt GSK das ehemalige Sächsische Serumwerk. Dort wurden beispielsweise im Jahr 2007 schlappe 70 Millionen Dosen Grippeimpfstoff hergestellt. Die frühe Geschichte des “Sächsischen Serumwerks und Institut für Bakteriotherapie” führt uns mitten ins Netzwerk: Gegründet wurde es von Karl August Lingner. Sein Förderer, und möglicherweise Strippenzieher, war der der Chemiker Richard Seifert. Dieser Seifert erhielt seine Ausbildung bei Rudolf Schmitt, dem Leiter der chemischen Abteilung des Königlich-Sächsischen Polytechnikums in Dresden. Der sächsische Adel sind Welfen, genau wie der britische Thron. Schmitt hatte an der Welfen-Uni Marburg studiert, war Mitglied der Wissenschaftsvereinigung Leopoldina und der Königlich Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften, die zurückgeht auf den albertinischen Wettiner Friedrich August II. von Sachsen.

Richard Seifert wurde Direktor der in Chemische Fabrik v. Heyden, deren Gründer Friedrich von Heyden vom sächsischen König mit dem Ehrentitel Geheimer Hofrat beglückt wurde, Ritter des Johanninterordens war und einem Adelsgeschlecht angehörte. Eine weitere wichtige Person in der chemischen Fabrik war Hermann Kolbe, der studiert hatte an den Welfen-Unis Göttingen und Marburg. Kolbe wurde auch zum Geheimen Hofrat ernannt und war in den einschlägigen Wissenschaftsvereinigungen wie der Königlich-Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften und der Royal Society in Edinburgh. Sein Partner war Robert Bunsen und wir sehen das gleiche Welfen-Wissenschafts-Netzwerk wie hinter dem Paul Ehrlich-Institut und dem Robert-Koch-Institut, die heute dafür zuständig sind, Impfstoffen wie denen von GSK eine Zulassung zu ermöglichen.

Kolbe hatte wichtige Verbindungen nach Großbritannien wie Lyon Playfair von der University of London, der wiederum bei Justus von Liebig in Gießen studiert hatte, der wiederum durch den Segen des Großherzogs Ludwig I. von Hessen Chemie an der Pariser Uni Sorbonne studieren durfte. Playfair hatte außerdem den Order of the Bath, Privy Council und Fellowship der Royal Society. Er stieg sogar zum Gentleman Usher für Prinz Albert auf sowie zum Secretary of the Department of Science, ein Posten in dem er den Einsatz von Giftgas gegen die Russen im Krimkrieg forderte. Ein weiterer Freund von Kolbe wurde Edward Frankland (Order of the Bath, Fellow der Royal Society) der zeitweise auch bei Justus von Liebig in Gießen arbeitete und die Tochter von Adolf Eugen Fick heiratete, dessen Familie bedeutsam wurde in der völkischen Szene Deutschlands, die den Fortschritt beklagte und damit dem britischen Reich in die Hände spielte.

Marburg

In Marburg/Hessen, einem weiteren Zentrum der Welfen, gibt es die Behringwerke, wo GSK ebenfalls Impfstoffe produziert. Emil von Behring, der 1895 Professor an der Philipps-Universität Marburg wurde, erhielt 1901 für seine Entwicklung der Serumtherapie gegen Diphtherie den Nobelpreis. Er war zeitweise Assistent von Robert Koch und auch Paul Ehrlich war ein Kollege. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Hessen (die Hochburg der Welfen) ist heute das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel und vergibt Zulassungen für Impfstoffe wie die von GSK.

Die Hoechst AG, deren Geschichte ebenfalls auffällig nahe an dem Welfen-Netz ist, gewann Behring für eine Zusammenarbeit. Kaiser Wilhelm II. verlieh ihm 1903 den Titel „Excellenz“ als Wirklicher Geheimer Rat. Die Behringwerke wurden im Dritten Reich Teil der I.G. Farben und beteiligten sich an Menschenversuchen in Konzentrationslagern.

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