Paul Joseph Watson
Prison Planet.com
Wednesday, May 4, 2011

Erst war Bin Laden bewaffnet, dann wieder nicht. Erst benutzte er seine Frau als menschliches Schutzschild, dann wieder nicht. Erst wurde er sofort an Ort und Stelle erschossen, dann hieß es er wurde erst gefasst und dann erschossen. Erst wäre seine Behausung eine luxuriöse 1-Million-Dollar-Villa gewesen, dann ein schmutziges Haus ohne Klimaanlage. Die Pakistanis waren nicht eingeweiht, dann waren sie es wieder. Mit jedem neuen Tag bleibt weniger übrig von der daramtischen Schilderung von Präsident Obama am Sonntag Abend.

Die zahlreichen Ungereimtheiten bei der sich ständig verändernden Darstellung über die angebliche Tötung von Osama Bin Laden erinnern frappierend an zwei vergangene Fabeln, die dem amerikanischen Volk die Heldenhaftigkeit des US-Militärs vor Augen halten sollten, sich jedoch als bühnenreife Inszenierung entpuppten: Die “Rettung” von Jessica Lynch und der Tod von Pat Tillman. Der London Guardian hatte seinerzeit über die Soldatin Lynch berichtet:

“Das Pentagon war beeinflusst durch Hollywood-Produzenten von Reality-Shows und Action-Filmen.”

Der Filmproduzent Jerry Bruckheimer (The Rock, Armageddon, Pearl Harbor) besuchte mehrmals das Pentagon um zu erörtern, wie man die verschiedenen militärischen Besatzungen weltweit besser an das Massenpublikum zu Hause verkaufen könne. Man verwandelte Jessica Lynch kurzerhand in eine Kriegsikone, die in einer dramatischen Nacht- und Nebelaktion aus einem irakischen Krankenhaus befreit wurde. Laut den Drehbuchschreibern im Pentagon wäre Lynch in einem Hinterhalt von irakischen Soldaten angeschossen und in ein Hospital gebracht worden wo man sie folterte. Die furchtlose Amazonenkriegerin soll eigenhändig den irakischen Widersachern einen verheerenden Kugelhagel entgegengesetzt haben, während neun ihrer Kameraden fielen. In Wirklichkeit kauerte sie die ganze Zeit in ihrem Fahrzeug in Deckung und wurde von irakischen Krankenhausbediensteten gerettet. Anstatt sie später einfach aus dem praktisch unbewachten Krankenhaus abzuholen, sandte das US-Militär Kampfhelikoper – und ein eingespieltes Kamerateam.

“Es war wie ein Hollywood-Film. Sie waren bewaffnet, riefen “Go! Go! Go!”, verschossen Platzpatronen und man hörte Explosionen. Sie machten eine große Show aus dem Angriff auf das Krankenhaus – wie in Actionfilmen mit  Sylvester Stallone oder Jackie Chan,”

beschrieb Dr. Anmar Uday die Szenerie. Es dauerte über einen Monat bevor ans Licht kam dass Lynch sich den Arm gebrochen und einen Knöchel verletzt hatte und von den Irakis vorbildlich behandelt wurde. Ihr Fahrzeug war umgekippt und sie lieferte sich kein heroisches Feuergefecht. Als das Pentagon die Märchenversion verbreitete und clever geschnittene Videoaufnahmen der Öffentlichkeit preisgab, erklärte der Sprecher General Vincent Brooks:

“Ein paar mutige Seelen haben ihr Leben riskiert damit die Aktion gelingt, getreu dem Credo dass man niemals einen gefallenen Kameraden zurücklässt.”

Die irakischen Soldaten hatten jedoch einen Tag vor der Rettungsaktion bereits das Krankenhaus verlassen, nur noch Ärzte und Krankenschwestern waren übrig. Einen weiteren Tag zuvor war sogar der Versuch unternommen worden, Lynch den US-Streitkräften auszuhändigen, man wurde jedoch beschossen und musste kehrtmachen. Später sagte Lynch vor einem Kongressausschuss aus, dass das Rambo-Image um ihre Person aus “Falschinformation”, “Hype” ud “Lügen” bestand. Im Zeitraum von 18 Monaten nach dem Angriff aus dem Hinterhalt starben mysteriöserweise vier der Soldaten, die Lynch aus dem Krankenhaus “gerettet” hatten: Einer wurde aus einem fahrenden Auto heraus erschossen, ein anderer beging Selbstmord, einer starb bei einem Autounfall.

Die BBC berichtete:

“Es war die Strategie der Amerikaner, die passenden TV-Aufnahmen zu generieren mit Hilfe von eingebetteten Reportern und Bildern von den eigenen Kameras. Den Film schnitt man auch selbst.”

Um den Tod des Offiziers Pat Tillman im April 2004 wurde ebenso vom Pentagon und den Massenmedien ein Märchen gesponnen um die Unterstützung für die Kriege im Irak und in Afghanistan anzufachen. Tillman verzichtete auf eine Multimillionen-Dollar-Karriere im Profifootball um sein Land zu verteidigen; nach 9/11 lehnte er einen Vertrag bei den Cardinals in Höhe von 3,6 Millionen Dollar ab und meldetet sich für die Armee. Nach einer Tour im Irak starb er während der letzten von zwei Afghanistan-Einsätzen.

Zuerst erklärte das Pentagon, er sei von Taliban-Kämpfern erschossen worden, erst später hieß es im Zuge von Ermittlungen dass er durch Feuer aus den eigenen Reihen umgekommen war. Ein medizinischer Bericht der Army im Juli 2007 kam zu dem Schluss, dass er mit einem M16-Gewehr mit drei Kugeln aus nur rund 3 Metern Abstand in den Kopf geroffen wurde, was auf eine gezielte Tötung hinweist. Die Associated Press berichtete:

“Mediziner der Army hielten den geringen Abstand der drei Einschusslöcher in Pat Tillmans Stirn für verdächtig und versuchten erfolglos, die entsprechenden Stellen zu Ermittlungen darüber zu bewegen, ob der Tod des ehemaligen NFL-Spielers ein Verbrechen war.”

“Die medizinische Faktenlage passte nicht zu der Beschreibung des Szenarios,”

sagte ein Arzt, der Tillmans Leiche untersucht hatte. Die Ärzte, deren Namen in den Dokumenten geschwärzt waren, sagten dass die Einschusslöcher so nahe beieinander lagen dass der Army Ranger Tillman anscheinend von einem M16-Gewehr aus gerade einmal 3 Metern Entfernung niedergemäht worden war. In einem Bericht heißt es:

“Es gab am Tatort überhaupt keine Anzeichen von feindlichem Feuer – niemand wurde von feindlichem Feuer getroffen und auch keine Ausrüstungsgegenstände wurden getroffen.”

Der Artikel enthüllt ebenfalls dass “Armeeanwälte sich gegenseitig Glückwunsch-Emails gesendet hatten dafür, dass sie die Ermittler in Schach halten konnten während die Armee interne Ermittlungen durchführte wegen ‘eines Todesfalls auf Grund von unbeabsichtigtem Feuer aus den eigenen Reihen’, die zu administrativen, nicht-strafrechtlichen Konsequenzen führten. Tillman war anfangs ein willkommendes Aushängeschild für den Krieg gegen den Terror. Als er jedoch herausfand dass die Invasion des Iraks auf einem Berg aus Lügen basierte und nichts mit der Verteidigung Amerikas zu tun hatte, war er zutiefst entzürnt und wollte nach Hause zurückkehren um eine Führungsfigur der Antikriegsbewegung zu werden. Bereits im März 2003, unmittelbar nach der Invasion, sagte Tillman zu seinem Kameraden SPC. Russell Baer:

“Dieser Krieg ist so verdammt illegal,”

Er hielt sein gesamtes Platoon dazu an, bei der Präsidentschaftswahl 2004 gegen Bush zu stimmen. Tillman entsprach nicht dem Klischee des tumben Rambos, sondern war ein intellektueller Mann mit festen moralischen Überzeugungen. Tillman hatte sogar bereits begonnen, für den Zeitpunkt seiner Rückkehr Treffen zu arrangieren mit Antikriegs-Ikonen wie Noam Chomsky. Sein Tod hinderte Tillman schließlich daran, eine Lichtgestalt der Antikriegsbewegung  zu werden.

General Wesley Clark war zu Gast bei Keith Olbermans Sendung auf MSNBC gewesen und gab an, dass “die Befehle von ganz oben kamen” um Tillman zu ermorden da jener ein politisches Symbol gewesen war und seine Opposition gegen den Krieg dazu hätte führen können, dass die Bevölkerung den sofortigen Rückzug fordert.