Kommentar

Die AfD ist in Aufruhr wegen den US-Wahlen. Wenn Biden tatsächlich Präsident wird, können die Mitglieder und Supporter nicht mehr den Gedanken verbreiten, man hätte einen mächtigen Verbündeten im Weißen Haus. Die Partei könnte noch stärker Richtung Moskau driften und die Radikalen in der Partei könnten noch mehr Druck ausüben mit der Panik vor einem Weltuntergang.

Jahrelang schwamm die AfD auf der neurechten Trendwelle, die von amerikanischen Milliardären wie den Mercers und Kochs bezahlt wurde. Es ist davon auszugehen, dass auch die Republicans sich weiterhin bemühen werden, bestimmte Trends und Narrative auf deutsche Konservative loszulassen.

Eine gesteigerte Radikalität und ein gesteigerter Pro-Moskau-Kurs der AfD gäbe wiederum den Linken mehr Futter, um Auftrieb zu erhalten. Es wird für die AfD zunehmend schwieriger, zu punkten, da die COVID-Kritik gefloppt ist (und die üblichen Hardcore-Truther und Neonazis die Demonstrations-Szene infiltriert haben), das Thema Zuwanderung momentan nicht im Mittelpunkt steht und auch die Altparteien mehr auf Law and Order setzen können.

WELT hat in der bisher gründlichsten Auswertung zur AfD mehr als 100 Reisebewegungen nach Russland, in umkämpfte Gebiete in der Ostukraine, auf die Krim, in den Kaukasus und nach Weißrussland seit 2015 festgestellt. Die Reisenden waren Abgeordnete der Länder, des Bundes, des EU-Parlaments sowie Funktionäre der Partei.

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