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Politik

Mueller-Show war ein Flop für die Democrats – wichtigste Frage zu Russiagate kam noch nie zur Sprache

Christopher Penler / Shutterstock.com

Kommentar

Sonderermittler Mueller wirkte blass und widerwillig bei seiner Anhörung über die Trump-Russigate-Affäre. Mit seinem Bericht, den kaum jemand in der Bevölkerung in Gänze gelesen hat, wollte er eigentlich abschließen und den Ball an die Democrats im Kongress weiterreichen. Die Democrats verlangten aber von ihm eine filmreife Performance in der Anhörung im landesweiten TV.

Weil die Democrats vorher einen gigantischen Hype zelebrierten, war die Enttäuschung noch größer. Als ob die eigentliche Elite des US-Imperiums es zulassen würde, dass etwas extrem Peinliches ausgegraben wird und zu einem Amtsenthebungsverfahren führt. Trump und seine Vertrauten wie Wilbur Ross haben definitiv seltsame Verbindungen zu einflussreichen Russen, aber diese Verbindungen sind auch genau das, was US-Geheimdienste gernen nutzen gegen Russland. Niemand, aber auch wirklich niemand, spricht von diesem Szenario. Dass Trump und seine Leute mit dem Segen der US-Dienste mit Russen anbandelten. Genauso ist Hillary mit dem russischen Tech-Zentrum Skolkowo verbunden. Außerdem gab es im Kalten Krieg ständig Einmischungen der Sowjets in westliche Wahlen.

Viele hatten sich deutliche Hinweise auf eine Behinderung der Justiz durch Trump erhofft, wobei dies nur eine öffentliche Anhörung war und in diesen öffentlichen Settings darf praktisch keine wirklich relevante Information angesprochen werden wegen der Geheimhaltung. Die Sache ist also nach wie vor offen, wobei natürlich die Medien ständig alles so interpretieren, wie es der eigenen politischen Seite nützt. Die Trump-Fans feiern einen Etappensieg, obwohl sie überhaupt nicht wissen, welche geheimen Informationen existieren, die vielleicht benutzt werden um Trump zu kontrollieren.

Die Anti-Trump-Fraktion in Politik und Medien verschweigt wiederum die krassen Russland-Kontakte einflussreicher Figuren und Organisationen wie beispielsweise Hillary Clinton oder Bilderberg. Niemand wärmt Gerhard Schröders Vergangenheit wieder auf, niemand zerrt Henry Kissinger oder Top-Konzerne vor öffentliche Anhörungen und niemand schert sich (bisher) darum, wieviele mögliche Sowjetagenten nach der Wende in Europa Karriere in der Politik machten.

Trumps persönlicher Anwalt Marc Kasowitz, der ihn gegen die Russen-Vorwürfe verteidigt, vertritt auch die Sberbank, die der russischen Regierung gehört. Comeys Nachfolger beim FBI stammt von einer Anwaltskanzlei, die auch den russischen Top-Konzern Rosneft vertreten soll. Der Irrsinn ist perfekt.

Der CIA-Direktor Pompeo erzählte, was jeder wissen sollte, nämlich dass die Russen sich schon seit Urzeiten einmischen in amerikanische Wahlkämpfe. Wirkliche Konsequenzen hatte das nie.

Trump war nie ein Rebell

Trumps gesamtes Image als Anti-Establishment-Rebell basiert auf nichts anderem als Tweets, heißer Luft und dem darauffolgenden Medienhype, bezahlt von Republicans und zionistischen Milliardären. Vor Jahren pries er noch Hillary als geeignete Präsidentin und hatte linke Positionen.

Heute ist er ist umgeben von Mitgliedern des CFR, Skull and Bones und Bilderberg; alles Organisationen die seit 100 Jahren den Ostblock aufbauen und am Leben erhalten. Die Trump-Administration sieht personell genauaso aus wie eine Bush-Administration.

Trumps Geschäfte und sein Vermögen wurden gerettet von Wilbur Ross und der Deutschen Bank, aber die Spuren nach Russland waren sicher sehr interessant für die US-Geheimdienste.

Trump war auch nie wirklich ein Russenfreund

Was machte Trump denn eigentlich wirklich zum Russenfreund? Ein Schönheitswettbewerb seiner Firma in Russland? Ein paar angelockte Investoren? Ein paar undurchsichtige Meetings? Mehr heiße Luft? Inzwischen ist die Paranoia in Moskau größer als die in Washington, denn Putin fürchtet, dass seine wichtigsten Untergebenen zum Westen überlaufen könnten.

Trumps Ex-Außenminister Tillerson galt eigentlich auch als Russenfreund, war aber dann plötzlich Hardliner und beharrte auf den Sanktionen. Die USA liefern nun gerne billiges Gas an Europa und blockieren die Russen-Pipeline. Beim Syrienkrieg wird auch nicht lockergelassen. Und bei der Rüstung werden neue Höhen erklommen.

All das steht dem Mythos entgegen, laut dem Trump ein Russen-Freund sei.

Trump als CIA-Asset ist durchaus möglich

Trumps Verbindungen und sein Lebenslauf machen ihn zum idealen Kandidaten für einen CIA-Asset, um die Russen und die rebellischen amerikanischen Konservativen hereinzulegen.

In der Vergangenheit kamen immer wieder weitläufige Versuche der russischen Geheimdienste ans Tageslicht, die US-Wahl zu den eigenen Gunsten zu beeinflussen. Es gibt stapelweise Literatur von sowjetischen Überläufern, die solche Operationen beschreiben und mit Akten untermauern. Es würde demnach überhaupt keinen Sinn ergeben, in der heutigen Zeit auf irgendwelche Angebote der Russen einzugehen, kompromittierendes Material über Hillary zu bekommen, denn es bräuchte nur einen Überläufer oder einen Patzer bzw. undichte Stelle, damit die Sache auffliegt. Ganz abgesehen davon, würde Material wie die DNC-Hacks oder die Podesta-Mails nie und nimmer das Risiko aufwiegen.

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2 comments

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Volker Tonhäuser 26. Juli 2019 at 12:58

trump ist doch viel zu instabil, um ein wirkliches asset von irgendjemand-oder irgendetwas zu sein. das schließt punktuelle semikonspirative verbindungen selbstredend nicht aus, aber solche temporären interessensallianzen gibt es in diesen kreisen ohnehin wie sand am meer. die behauptung er sei CIA-Agent ist eine ziemlich plumbe character assasination, bei welcher man sich schon fragen kann, warum der liebe herr benesch immer wieder auf bestimmten personen obssesiv rumhackt…

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AlexBenesch
AlexBenesch 26. Juli 2019 at 14:05

Niemand erwähnt auch nur das Szenario, dass Trump im Einvernehmen mit westlichen Diensten agiert hatte. Niemand wollte ihm mehr Geld leihen, dann kamen die Deutsche Bank und die Russen. Dieses Szenario von vorneherein auszuschließen, ist fatal.

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