Kommentar

Die CDU ist die Partei der nackten Zahlenanalyse, wissenschaftlicher Meinungsforschung und Algorithmen. Deshalb konnte sie Deutschland bisher dermaßen viel antun, ohne im hohen Bogen aus den Parlamenten zu fliegen. Praktisch nichts von Bedeutung wird ohne wissenschaftliche Absicherung getan, ohne ideales Timing und professionelle Wortwahl.

Bei der AfD hingegen scheinen Talking Points zu regieren und praktisch niemand untermauert seine Position mit Politikwissenschaft und Meinungsforschung. 3 Millionen AfD-Wähler meinen, die AfD grenze sich nicht genügend nach rechts ab. Aber ein Poggenburg sagt nur: Der Rechtskurs hat uns keine Stimmen gekostet, sondern viele eingebracht. Und natürlich grassiert der Talking Point, dass nur Petry und die anderen Spielverderber und Nestbeschmutzer Schuld seien, dass man nicht 20% bei den Bundestagswahlen geholt hätte.

Als ob 3 Millionen Wähler einfach nur blöd seien und sich von den Massenmedien und Petrys Kritik an Höcke und anderen hätten verunsichern lassen. Fragen wir doch wissenschaftlich einen repräsentativen Ausschnitt dieser 3 Millionen Wähler, was sie erlebt haben, als sie versucht hatten, in ihrem Familien- und Bekanntenkreis Werbung für die AfD zu machen. Diese Wähler würden meiner Abschätzung nach ihr Leid klagen, dass sie kaum an jemanden durchdringen konnten und sich ständig rechtfertigen mussten und es ihnen irgendwann zu peinlich und zu heikel war. Dann müssten die Meinungsforscher noch fragen, wie stark diese Wähler die Massenmedien und Frauke Petry verantwortlich machen für diese Schwierigkeiten und wie stark hingegen Höcke und Co.

Die AfD kann sich solche Forschung durchaus leisten. Für wenige tausende Euros ist man dabei. Alles andere ist nur irreführendes Geschwätz.

Bei der AfD ignorieren ein paar Leitwölfe die Ansichten von Millionen von Wählern. Genauso scheren sich einige rechte Medien nicht darum, was Millionen Wähler denken, und erreichen gerade einmal einen winzigen Bruchteil der Wähler.

Die aktuellen Talking Points innerhalb der Partei und in diversen Medien lauten: Petry sei nur machtgeil gewesen und sie könne nicht glaubwürdig die Rechten in der Partei kritisieren, weil sie selber ja das Wort “völkisch” rehabilitieren wollte. Das ist erst mal nur heiße Luft und Käse. Posten und Aufmerksamkeit sind auch für andere attraktiv. Es wäre sogar opportunistischer gewesen, wenn Petry einfach nur mitgeschwommen wäre. Und ihre „rechten“ Tendenzen sind nichts im Vergleich zu anderen in der Partei. Her mit den Studien, weg mit dem hohlen Geschwätz.

Für die Facebook-Opfer: Ich stelle mich nicht platt auf Petrys Seite, sondern rege dazu an, die wichtigsten Fragen wissenschaftlich zu klären. Die Details zu den persönlichen Animositäten und Persönlichkeitsstrukturen in der Partei sind ein ganz anderes Kapitel und man muss das getrennt betrachten können. Leider wird das im Moment eher verwischt und ich warne nochmal eindringlich vor Russlandpropagandisten und Landesverrätern, die nur auf Befehl Moskaus die AfD beklatschen und heimlich gar nicht wollen, dass die Partei eine dominante Stellung in Deutschland erhält. Moskau fördert bei uns gleichzeitig auch Linke, Russlanddeutsche, Moslems und grast auch den Mainstream ab.

Das letzte, was Moskau will, sind souveräne starke Staaten in Europa. Alle gegenteiligen Behauptungen sind erstunken und erlogen, oder einfach nur hoffnungslose Naivität.