CIA schützte Nordkoreas Beschaffer von Atomwaffentechnik

Der US-Außenminister Rex Tillerson warnt unheilvoll, dass die Diplomatie mit Nordkorea gescheitert sei. Die letzte stalinistische Diktatur der Welt droht derweil mit Krieg und die Lage ist ernster denn...

Der US-Außenminister Rex Tillerson warnt unheilvoll, dass die Diplomatie mit Nordkorea gescheitert sei. Die letzte stalinistische Diktatur der Welt droht derweil mit Krieg und die Lage ist ernster denn je auf Grund der Atomwaffen und der natürlichen Uranvorkommen unter der Kontrolle von Kim Jong Un und dessen Generälen. Dabei hatte Nordkorea gar nicht die erhebliche Leistung gestemmt, die Technik für Atomwaffen selbst zu entwickeln.

Abdul Kadir Khan, der Vater des pakistanischen Atomprogramms, gab 2004 zu, nukleare Technologien mit Hilfe eines weltweiten Schmugglernetzwerks unter anderem an eine Einrichtung in Malaysia weiter gegeben zu haben, die wichtige Teile für Zentrifugen herstellt. Khans Kollaborateur B.S.A. Tahir betrieb in Dubai eine Frontorganisation, die Komponenten für Zentrifugen nach Nordkorea lieferte. Obwohl niederländische Behörden Khans Aktivitäten schon 1975 misstrauisch gegenüber standen, wurde eine Festnahme zweimal durch die CIA verhindert. Der ehemalige niederländische Premierminister Ruud Lubbers sagte:

„Dieser Mann wurde über 10 Jahre lang beobachtet und es war klar, dass er ein ernstzunehmendes Problem darstellt. Doch mir wurde zum wiederholten Male erklärt, dass der Geheimdienst damit sehr viel besser umgehen könne. In der Tat hatte nicht Den Haag das letzte Wort, sondern Washington.“

Lubbers gab bekannt, dass Khan, der nukleare Geheimnisse verkauft und sie somit Nordkorea zugänglich gemacht hatte, unter dem Schutz der CIA in den Niederlanden ein und aus ging. Er wurde laut Georg W. Bush schließlich zu einer Art

„Primärverkäufer eines umfangreichen internationalen Netzwerks, das für die Verbreitung nuklearer Technik und Know-How zuständig war“

Die Canada Free Press berichtete:

„Lubbers glaubt, dass die CIA Khans Aktivitäten deshalb erlaubte, weil Pakistan im Kampf gegen die Sowjetunion eine Schlüsselposition einnahm. Zu dieser Zeit finanzierte und unterstützte die US-Regierung die Mujahideen, unter anderem auch Osama Bin Laden. Sie wurden vom pakistanischen Geheimdienst trainiert um gegen Sowjet-Truppen zu kämpfen. Anwar Iqbal, der Washington- Korrespondent für die pakistanische Zeitung Dawn, sagte zu ISN Security Watch dass Lubbers Angaben durchaus korrekt sein könnten. ‘Das war Teil einer miesen langfristigen Strategie. Die USA wussten, dass Pakistan Atomwaffen entwickelt, aber es interessierte sie nicht weil jene nicht dazu bestimmt waren, gegen sie eingesetzt zu werden. Sie dienten als Abschreckung gegen Indien und möglicherweise auch gegen die Sowjets’.”

Im September 2005 wurde bekannt, dass das Amsterdamer Gericht, das Khan 1983 zu vier Jahren Haft verurteilte, die Akten die den Fall betrafen verloren hatte. Die Vizepräsidentin des Gerichts, Anita Leeser, beschuldigte die CIA die Akten gestohlen zu haben. In der niederländischen Nachrichtensendung NOVA erzählte sie:

„Irgend etwas läuft hier verkehrt, solche Dinge verlieren wir nicht einfach. Ich finde es schon verblüffend wenn Leute politisch relevante Akten einfach verlieren, besonders wenn es im Auftrag der CIA geschieht. So etwas ist einfach unerhört.”

Pakistans Präsident Pervez Musharaf bestätigte 2005, dass Kahn Nordkorea mit Zentrifugen und Informationen über deren Entwicklung versorgt hatte. Dadurch dass die US-Regierung mit ihrer Politik Nordkorea half, einen Leichtwasserreaktor zu bauen und die CIA genau bescheid wusste, dass Khan Nordkorea Mittel zur Entwicklung nuklearer Waffen zur Verfügung stellte, wurde sie zum direkten Komplizen bei der Versorgung Kim Jong-ils mit den Atomwaffen, deren Überprüfung sie jetzt verlangt.

Khan stammt aus einer muslimischen Mittelschichtfamilie in Bhopal. 1952 ging Khan nach Pakistan. Als Maschinenbaustudent besuchte er die University of Karachi, ging nach der Graduierung nach Deutschland, wo er an der Technischen Universität Berlin studierte und danach über die Niederlande, wo er 8 Semester Metallurgie an der Technischen Universität Delft (Niederlande) studierte, nach Belgien wo er 1972 schließlich an der Katholischen Universität Leuwen in Belgien promovierte. Von 1972 bis 1976 arbeitete er für das Physical Dynamics Research Laboratory (FDO), ein Unterauftragnehmer der niederländischen Niederlassung der Urenco-Gruppe, der Ultra-Centrifuge Nederland (UCN), in der UCN-Anlage in Almelo und hatte dank laxer Sicherheitsmaßnahmen Zugang zu den fortschrittlichsten Zentrifugenentwürfen, welche ihm den Aufbau einer pakistanischen Urananreicherung ermöglichte. Als Indien 1974 seine erste Atombombe getestet hatte, war die Regierung in Pakistan alarmiert und Khan bot seine Hilfe an. Im Jahr 1975 hatte der US-Geheimdienst CIA die Regierung der Niederlande gebeten, gegen Khan nicht weiter wegen des Verdachts des Nukleardiebstahls zu ermitteln. Der damalige Premierminister Zulfikar Ali Bhutto beauftragte Khan nach seiner Rückkehr Anfang 1976 mit der Leitung des pakistanischen Kernforschungsprogramms.

Khan wies zunächst Vorwürfe zurück, er habe Baupläne für neuartige Atomwaffen an den Iran oder Nordkorea verkauft. Die Berichte seien eine Lüge und „totaler Schwachsinn“, sagte Khan zu AFP. In Wirklichkeit seien es „die westlichen Regierungen“, die die Atomtechnologie entwickelt und verkauft hätten. Nach einer Vernehmung durch den pakistanischen Geheimdienst ISI und dem Abzeichnen eines Geständnisses erklärte Khan am 4. Februar 2004 im Fernsehen, dass er die volle Verantwortung für die nukleare Weiterverbreitung übernehme und weder die Regierung noch die Armee involviert wären. Er bat die Nation um Verzeihung.

Khan wurde 2004 von der pakistanischen Regierung unter Hausarrest gestellt, nachdem er öffentlich zugegeben hatte, sein Wissen an Nordkorea, den Iran und Libyen weitergegeben zu haben. Nach eigenen Angaben tat er dies nur unter Druck der damaligen Regierung und dem Versprechen, anschließend begnadigt zu werden. Dies geschah jedoch erst 2009.

wikipedia-Zitate unter der Lizenz  „Creative Commons Attribution/Share Alike“

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