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Recht

Das Weiße Haus befördert Folter-Expertin zur Vize-CIA-Direktorin

Regierungsfunktionäre wie Gina Haspel sollten eigentlich der Vergangenheit angehören: Sie leitete ein CIA-Geheimgefängnis in Thailand namens Katzenauge, in dem gefoltert wurde, um George W. Bushs Amerika vor islamischen Terroristen zu schützen. Nicht nur verstarb einer ihrer Häftlinge, sondern sie ließ auch noch Videobänder vernichten trotz gerichtlicher Anordnungen und der Aufforderungen der 9/11-Untersuchungskomission sowie des Weißen Hauses. Dennoch bekam sie die Auszeichnung „George H. W. Bush Award for excellence in counterterrorism“ und der scheidende Aufseher der Geheimdienste James Clapper war ein Fan von ihr.

Anstatt rechtliche Konsequenzen tragen zu müssen, wird sie nun unter Donald Trump zur Vize-CIA-Direktorin befördert. Ihr Vorgesetzter Mike Pompeo ließ die Fortführung der alten Verhörprogramme offen und Präsident Trump äußerte sich ähnlich.

Pompeo ist der Ansicht, Waterboarding (simuliertes Ertränken bei einem Verhör) wie unter George W. Bush sei völlig legal und verfassungskonform. Im Wahlkampf sagte Trump, man müsse noch „viel stärkere“ und „fast undenkbare“ Methoden anwenden. Pompeo ist außerdem ein großer Fan von massiver Überwachung.

abu_ghraib_48Die Beschreibungen darüber, wie Waterboarding in der Praxis tatsächlich aussieht, waren seit 9/11 in den Massenmedien durch frappierende Auslassungen gekennzeichnet, obwohl längst eine ganze Bandbreite an veröffentlichten Regierungsdokumenten zur Verfügung stand. Dick Cheney marginalisierte die Praktik gar als “Ins-Wasser-tauchen”, während vor Jahren unter anderem eine rechtliche Überprüfung der CIA-Verhöre während der Bush-Ära durch das Office of Professional Responsibility des Justizministeriums veröffentlicht wurde. Das Waterboarding der CIA unterschied sich laut dem Justizministerium erheblich von dem, was beispielsweise Soldaten von Eliteeinheiten in ihrer Ausbildung erdulden müssen. Als Vorbereitung erhalten spezielle US-Einheiten quasi “Waterboarding light”:

“Der Verhörende schüttet eine geringe Menge Wasser auf den Lappen [über dem Gesicht des Soldaten] in einer kontrollierten Weise.”

Eine ganz andere Kategorie ist jedoch das Waterboarding an Kriegsgefangenen und Terror-Verdächtigen: Die CIA benutzte zum Beispiel dermaßen viel Wasser, dass der Geheimdienst laut den veröffentlichten Memos irgendwann zu einer Salzlösung überging um das Auftreten von Lungenentzündungen zu verringern. Die verhörenden Agenten wurden angewiesen, den auf speziellen Wipp-Bahren festgeschnallten Subjekten das Wasser genau dann in den Mund zu zwängen, wenn jene gerade einatmen. Laut dem Bradbury-Memo können Krämpfe im Kehlkopf auftreten, die sogar dann anhalten und das Atmen unmöglich machen, wenn das Schütten eingestellt und der Gefangene in eine aufrechte Position gebracht wird:

“Ein qualifizierter Arzt würde sofort einschreiten, um sich um das Problem zu kümmern und ggf. einen Luftröhrenschnitt durchführen.”

Die Häftlinge wurden von der CIA im Vorfeld auf eine Flüssignahrung-Diät gesetzt um die Auswirkungen abzumildern, falls jemand während dem Waterboarding sein eigenes Erbrochenes einatmet. Das empfohlene Produkt war “Ensure Plus”, eine ballaststoffreiche Trinknahrung in neun verschiedenen Geschmacksrichtungen (Vanille, Kakao, Waldfrucht, Banane, usw). Das Justizministerium während der Bush-Ära authorisierte die CIA zusätzlich, das Waterboarding mit anderen Foltermethoden zu kombinieren. Häftlinge konnten über 7 Tage durchgehend wachgehalten werden indem man ein Seil oder eine Kette von ihren Handfesseln zu einem Haken in der Decke führte, sodass sie sich nie hinsetzen oder hinlegen konnten. Während dieser “Vorbereitung” auf das Waterboarding trugen die Häftlinge Windeln und wurden gefüttert. Ein weiteres Memo von Bradbury aus dem Jahr 2005 beschreibt, wie Häftlinge zwischen den Waterboarding-Einheiten u.a. gegen die Wand geschleudert, in eine kleine Kiste gesteckt, in Stresspositionen gekettet und mit kaltem Wasser abgespritzt werden durften. Viele Häftlinge gaben irgendwann auf, und versuchten bewusst zu ertrinken. Die Agency wurde angehalten, jede Session zu Forschungszwecken ausführlich zu dokumentieren. Ex-Navy SEAL Jesse Ventura fand in der Larry King Live-Sendung auf CNN deutliche Worte über den Nutzen dieser Verhörmethode:

“[Es] ist Folter… Es ist Ertrinken. Es gibt einem vollständig das Gefühl, dass man ertrinkt. Es taugt nichts weil man… lass es mich so formulieren: Gib mir ein Waterboard, Dick Cheney und eine Stunde Zeit und ich krieg ihn dazu, die Sharon Tate-Morde zu gestehen.”

Die BILD berichtet, dass Trump wohl auf Henry Kissinger gehört hat als es darum ging, sein Kabinett zu besetzen.

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2 comments

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Dirt 7. Februar 2017 at 7:59

Ähhh…
Alex hat seine Infos von Mainstream Media, wie NYTimes oder dem Guardian. -.-

Wasch labbast du?

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roberto solano 6. Februar 2017 at 17:32

Mittlerweile hat sich gezeigt, dass auch Trump eine Marionette von Israel ist. Die Politik wird einfach weitergeführt als wäre nix gewesen. Iran soll als nächstes fallen… Bush, Clinton, Obama, und nun Trump … absolut kein Unterschied – die USA ist weiterhin ein Spielzeug von Isarel. Ja man kann sogar sagen, das die ganze NATO seid 9/11 nichts anderes macht, als für Israel Kriege zu führen. Aber was soll da entstehen ? Das ist nicht etwa neu, sondern ein alter Plan, der Schritt für Schritt umgesetzt wird… Israel ist seid Generationen eindeutig das mächtigste Land der Erde, und auch das intelligenteste.

http://www.informationclearinghouse.info/pdf/The%20Zionist%20Plan%20for%20the%20Middle%20East.pdf

Dieser Plan macht klar was gerade im nahen Osten passiert und welche Rolle Trump spielt.

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