Verwirrspiel um Anis Amris Schusswaffe

Archivbild: Everett Walker/CC-SA 4.0 Anis Amris Schusswaffe gibt einige Rätsel auf. Die italienische Traditionszeitung Corriere della Serra berichtet, dass seine Waffe, mit der er einen Polizisten in Mailand anschoss, exakt dieselbe...

Archivbild: Everett Walker/CC-SA 4.0

Anis Amris Schusswaffe gibt einige Rätsel auf. Die italienische Traditionszeitung Corriere della Serra berichtet, dass seine Waffe, mit der er einen Polizisten in Mailand anschoss, exakt dieselbe sei mit der der polnische LKW-Fahrer getötet worden war. Nicht nur wird über das identische Kaliber gesprochen (22er), sondern auch über forensische Analysen des Laufs, der Hülsen und der Geschosse.

Die Waffe, die auf Pressebildern gezeigt wird, scheint eine Erma EP 552 zu sein, oder ein ähnlicher verkleinerter Nachbau der Walther PPK in Kaliber 22. Weder auf den abgenutzten Griffschalen noch an der verkratzten Beschichtung am Metall sind irgendwelche Hersteller-Markierungen, Logos oder Nummern zu sehen. Eine solche Gebrauchtwaffe wäre selbst auf dem Schwarzmarkt bestenfalls 300€ wert. Hoffentlich kann ein Sachverständiger irgendwo dazu kommentieren. Die Erma-Werke gibt es seit 1997 wegen Insolvenz nicht mehr, demnach wäre die Waffe mindestens 19 Jahre alt. Sie sieht noch deutlich älter aus und könnte 40 Jahre oder mehr auf dem Buckel haben.

Behörden gaben an, dass es sich um keine herkömmliche Waffe gehandelt habe, sondern um ein selbstgebasteltes “Schießinstrument”. Wie man das genau verstehen soll, wird sich erst zeigen. Möglicherweise sei er gar nicht in der Lage gewesen, mit der Waffe am Weihnachtsmarkt in Berlin wahllos auf Menschen zu schießen. Wie aber konnte er dann auf einen italienischen Beamten feuern?

Es ist komisch, dass Amri trotz seiner Kontakte zum islamischen Staat und trotz der Netzwerke des IS in Europa auf eine solch billige/selbstgebastelte Waffe zurückgreifen musste. Immerhin stellte die Waffe auf seiner langen und unsinnigen Rundreise von Berlin nach Frankreich und schließlich Italien seine einzige Möglichkeit dar, einer Gefahrsituation zu entfliehen. Außerdem wurde bekannt, dass Amri versucht hatte, von einem Spitzel des LKA eine Schusswaffe zu kaufen. Eine Verhaftung fand nicht statt.

Bei dem äußerst mysteriösen NSU-Trio waren mehrere erlaubnispflichtige Schusswaffen gefunden worden: Eine Radom VIS 35, Walther PP, Ceska 83 mit Schalldämpfer, eine ERMA EP552S,
Maschinenpistole, sne 1952 mit Klappschaft (wahrscheinlich PPS Typ 43).

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