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Um Himmels Willen, FDP: Lindner verhindern!

PolitikUm Himmels Willen, FDP: Lindner verhindern!

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Ein Kommentar von Alexander Benesch

Die FDP ist heute für die breitere Bevölkerung in etwa so unwählbar, wie die vor wenigen Jahren gegründete Laptop-Gratis-Online-Porno-Kommunistenbrigade von den Piraten. Die große Koalition ist jetzt so weit links, dass sich viele Liberale schuldbewusst wünschen, sie hätten doch die FDP im September gewählt.

Die großen Systemmedien geben nun Christian Lindner im Vorfeld des FDP-Sonderparteitags am 7. und 8. Dezember mächtig viel Aufmerksamkeit, um gegen die große Koalition zu wettern, während in den Kommentarsektionen die Leser fragen, wen denn die Belange einer 3%-Partei noch interessieren. Da schimpft der Sonnyboy zum Beispiel ausgerechnet über die Euro-Rettungspolitik:

„Das ist der Sündenfall. Der deutsche Sparer zahlt dann für südeuropäische Banken, die vor der Pleite stehen.“

Dabei war er es doch, der die parteiinterne Schäffler-Revolution gegen die Eurorettung gerade noch so niederwerfen konnte, und danach mit einem 8%-Ergebnis dank Zweitstimmenkampagne der CDU in NRW beschenkt, sowie zur einflussreichen Bilderberg-Konferenz in Großbritannien eingeladen wurde. Man hat den Mann rechtzeitig aus der Verlierertruppe in Berlin abgezogen und ihn neu aufgebaut. Die Bundes-FDP bekam dann im September ganz nach dem Wunsch von EZB, Goldman Sachs und Brüssel keinerlei Hilfe durch die CDU. Die Banker haben jetzt ihre Wunschkoalition.

The European nennt Lindner gar „einen der begabtesten Politiker seiner Generation. Er hat das Zeug, der FDP glaubwürdig neue Energie und Richtung zu geben.“ Dabei haben seine Konkurrenten doch echte unternehmerische Erfahrung vorzuweisen. Lindner hingegen klebt die Moomax-Sache am Fuß: Während der New Economy-Blase ging die Firma pleite, die Avatare programmierte welche keiner wollte:

Enjoyventure verlor an eigenen Mitteln etwa 600.000 Euro, die KfW Bankengruppe – und damit Bund und Länder – verlor weitere 1,4 Millionen Euro. In dieser Höhe hatte Enjoyventure für die Moomax GmbH erfolgreich einen öffentlichen Förderkredit beantragt. Aufgrund der Insolvenz der Moomax GmbH ging der Rückzahlungsanspruch unter und auch die Haftung von Enjoyventure entfiel. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Lindner, dass die Mittel „sehr überwiegend“ dazu genutzt worden seien, um qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen. Er deutete an, dass Moomax viele Arbeitsplätze geschaffen habe, wollte die genannte Zahl aber auf Nachfrage nicht autorisieren. Der letzte Moomax-Geschäftsführer Wolfgang Lubert hingegen nannte eine Zahl von weit unter zehn Festangestellten, diese Zahl wurde auch aus einer weiteren Quelle genannt. Die Recherche der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kommt zu dem Ergebnis, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der 2 Millionen Euro als Gehälter an die drei Moomax-Geschäftsführer geflossen sein muss.

Jetzt ist Lindner kein Porsche fahrender Student mehr und kein Jungunternehmer, der aus KfW-Geld während der New Economy-Blase sein „Geschäftsführer“-Gehalt bekommt, sondern ein Politiker der wohl in vier Jahren das Außenminister-Ressort oder den Posten des Finanzministers übernehmen wird! Denn die große Koalition wird JEDEN Bürger so richtig anstinken und die Nachfrage nach der FDP dramatisch erhöhen.

Das Bilderberg-Establishment sind die Königsmacher und ihre Wahl fiel auf Lindner. Ähnlich dazu baut man in den USA liberale Kandidaten auf wie Rand Paul und inszeniert sie als neue Ronald Reagans, soll heißen: Viel liberale Rhetorik, Nibelungentreue zu den Großbanken. Christian Lindner bewies bei der Bekämpfung des Vorstoßes von Frank Schäffler gegen die Eurorettung in der FDP bereits seine Treue gegenüber dem Establishment.

Es wurde aus Mitgliederkreisen berichtet, dass die Abstimmungsunterlagen getrennt voneinander in dem Mitgliedermagazin versandt worden waren, viele schmissen das Magazin in den Papierkorb ohne zu merken dass damit ihre Möglichkeit zur Abstimmung flöten ging. Viele die den Zettel ausfüllten und abschickten, vergaßen einen zweiten, angeblich woanders im Magazin befindlichen Zettel und machten ihre Stimme dadurch unbeabsichtigt ungültig. Das Abstimmungsergebnis fiel knapp aus zugunsten der Parteiführung. Unsere Anfrage an die FDP-Landtagsfraktion NRW lautete:

Hallo sehr geehrtes Team von Herrn Christian Lindner,

wir sind eine liberale Medienorganisation und haben ein paar Fragen über die anstehende Bilderberg-Konferenz im britischen Watford, die Herrn Lindner auf der Teilnehmerliste führt:

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2335440/Guest-list-secretive-Bilderberg-conference-shows-Osborne-Balls-join-Amazon-Google-chiefs.html

Wird Herr Lindner tatsächlich teilnehmen und wenn ja in welcher Funktion? Wer bezahlt die Reise? Ist ihm bekannt, dass die BBC herausgefunden hat, dass bereits 1955 die Organisation den Euro geplant hatte?
http://www.infowars.com/leaked-1955-bilderberg-docs-outline-plan-for-single-european-currency/  Was erhofft sich Herr Lindner von der Teilnahme und wie erklärt er sich, dafür ausgewählt worden zu sein?

Die Antwort lautete:

Sehr geehrter Herr Benesch,

üblicherweise wird über die Bilderberg-Konferenzen erst im Nachhinein informiert. Deshalb bitte ich um ihr Verständnis, dass wir uns zu diesem nicht öffentlichen Termin auch nicht öffentlich äußern können. Zu Charakter und Ablauf könnten Sie aber Teilnehmer der Vergangenheit wie Angela Merkel, Peer Steinbrück, Helmut Schmidt, Guido Westerwelle, Joschka Fischer oder Jürgen Trittin befragen. Mit freundlichen Grüßen

Glauben sie nicht, dass die vermeintliche Strahlekraft von Christian Lindner die FDP wieder zu einer Partei machen wird, die liberale Interessen vertritt.

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