Die 9 umstrittensten Bundeswehr-Ausrüstungen

Der böse Witz lautet, die Bundeswehr hält den Feind solange auf, bis eine richtige Armee kommt. Fair ist das nicht, denn ein Soldat ist von seiner Ausrüstung genauso abhängig...

Der böse Witz lautet, die Bundeswehr hält den Feind solange auf, bis eine richtige Armee kommt. Fair ist das nicht, denn ein Soldat ist von seiner Ausrüstung genauso abhängig wie jeder andere Berufler. Hier sind die 9 problematischsten Ausrüstungen der deutschen Streitkräfte:

1. Das Gewehr Heckler&Koch G36

Ein vertraulicher Abschlussbericht der zuständigen Wehrtechnischen Dienststelle belegt laut dem SPIEGEL, dass das Standardgewehr G36 (Foto oben) bei Erwärmung durch Sonneneinstrahlung und Dauerfeuer an Präzision verliert. Von einem „erheblichen Mangel“ spricht auch ein anderes internes Dokument, das dem SPIEGEL vorliegt.

Das G36 besteht zum Großteil aus Polymer, was wesentlich leichter als Holz ist, und bereits seit vielen Jahren erfolgreich in Pistolen vieler Hersteller zum Einsatz kommt. Feuert man aber 90 Schuss durch ein G36 (das sind drei 30er-Magazine die in wenigen Sekunden durch sind) soll die Waffe einen Streukreis von 50 bis 60 Zentimetern aufweisen. Das heißt wenn der Schütze völlig akkurat zielt, kann der Schuss einen halben Meter abweichen.

Das Polymer soll bei 23 Grad Temperatur oder Sonneneinstrahlung an Steifigkeit verlieren. Heckler & Koch mit einer Stellungnahme, in der das Unternehmen die Berichterstattung „als Teil einer mittlerweile über zwei Jahre andauernden und äußerst vielschichtigen Kampagne gegen das Unternehmen“ bezeichnete. Die Waffen seien vom Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung abgenommen worden, von einem Mangel könne keine Rede sein. In über 10 Jahren Kampfeinsatz der Bundeswehr in Afghanistan sei Heckler & Koch keine einzige Beschwerde der kämpfenden Truppe in Bezug auf die Treffleistung des Gewehres G36 im heißgeschossenen Zustand bekannt geworden.

„Nach Kenntnis von Heckler & Koch sind auch innerhalb der Bundeswehr diesbzgl. keine Beschwerden der kämpfenden Truppe bekannt geworden.“

Wenige Wochen darauf berichtete BILD von einer internen Prüfung der Wehrtechnischen Dienststelle, bei der die Angaben des „Spiegel“ bestätigt worden seien. Einer dieser Berichte an den Bundesverteidigungsminister wurde zitiert:

„Alle bisher untersuchten G36 zeigen im heiß geschossenen Zustand eine Veränderung des mittleren Treffpunktes, dass ein Gegner in einer Entfernung von 200 Metern nicht mehr sicher bekämpft werden kann.“

Die Bundeswehr habe intern auf die Notwendigkeit zur Kühlung der Waffe nach schneller Schussfolge hingewiesen, mit der Begründung, dass die Bekämpfung von Zielen über 100 Metern andernfalls erschwert wird. Von Soldaten aus dem Einsatz seien bisher keine Beschwerden öffentlich bekannt geworden.

2. Die Heron-Drohne

Anstatt die verlässliche amerikanische REAPER zu kaufen, entschied man sich im letzten Moment doch für ein Leasing der israelischen HERON für 110 Millionen Euro. Mitmischen wollen auch die europäischen Firmen Rheinmetall und EADS. Gleich am 17. März 2010 raste eine aus ungeklärten Gründen in eine am Boden stehende Transall-Maschine. Aufgrund eines vermuteten Motorausfalls stürzte am 19. Dezember 2010 eine Heron 1 ab und wurde gezielt zerstört, nachdem ein Bergungsversuch durch einen amerikanischen Hubschrauber gescheitert war.

3. Transportflugzeug A 400M

Wieder einmal sollte EADS neues Gerät entwicken. Was kann da schon schiefgehen? Die Software ist überkompliziert, das Flugzeug ist 12 Tonnen zu schwer und die Laderampe kann noch keine Pamzer aufnehmen. Am 22. April 2008 gab der für die Airbus-Militärsparte zuständige Carlos Suarez in Sevilla bekannt, dass die internen Kosten für das Projekt um 1,4 Milliarden Euro gestiegen seien. Suarez wollte jedoch nicht beziffern, wie hoch die Gesamtkosten des Entwicklungsprogramms seien. Weiterhin bestätigte er, dass Airbus noch immer Probleme mit den Triebwerken der A400M habe.

Am 10. Januar 2009 veröffentlichte die Financial Times Deutschland (FTD) einen Artikel, demzufolge der Airbus-Konzern „vor einer kompletten Überarbeitung des 20-Mrd.-Euro-Festpreisauftrags für 180 Maschinen“ stehe. Als Grund wurde genannt, dass momentan weder das geplante Eigengewicht des Flugzeugs noch die angepeilte Nutzlast erreicht werden könne.

Weiterhin haben laut Branchenkreisen Simulationen von Airbus ergeben, dass Steilanflüge, auch „Sarajevo-Approach“ genannt, bei jetzigem technischen Stand ein Propellerflattern auslösen würden. Im Januar 2010 sind die genauen Mehrkosten unbekannt. Der Spiegel spricht von etwa 11,3 Mrd. Euro.

2014 hofft man, dass es nach vielen Tests und Verteuerungen endlich fliegen kann.

4. Mehrzweckhubschrauber NH 90

Entwickelt von….richtig, EADS. Er kann immerhin fliegen, taugt aber nicht unbedingt als Militärhubschrauber. Er kann mangels Bodenfreiheit nur auf fast völlig ebenen Flächen landen, die Soldaten können nur ohne Ausrüstung einsteigen. Soldaten die mit Ausrüstung 110 Kilo wiegen, müssen draußen bleiben. IdZ-Equipment wiegt 23 Kilo. Abseil-Equipment lässt sich nicht anbringen, die Befestigung der Waffe für den Bordschützen ist unzweckmäßig. Ein amerikanischer Chinnook aus den 60er Jahren ist da noch ein tauglicheres Design.

Während der Flugerprobung der Vorserienmaschinen bei der Bundeswehr ermittelte eine Expertengruppe 2010 der „Luftlande- und Lufttransportschule“ eine Mängelliste, aufgrund derer die Empfehlung ausgesprochen wurde:

„Wann immer möglich sind alternative Luftfahrzeuge zur Verbringung von Infanteriekräften zu nutzen.“

Eine Infanteriegruppe mit Gepäck für 24 Stunden passe wegen des geringen Platzangebots nur in den Hubschrauber, wenn Sturmgewehre, Panzerfäuste und Gepäck ohne Sicherung auf den Boden gelegt werden.

5. Unterstützungshubschrauber Tiger

Eignet sich mit seinem Triebwerk nur für mitteleuropäische Gefilde. Selbst die älteste Variante des amerikanischen Apache ist besser. Ein Tiger kostet doppelt soviel wie ein Apache.

Der deutsche Kampfhubschrauber Tiger, von dem die Bundeswehr 1999 insgesamt 80 Stück bestellt hat, ist laut einem Antwortschreiben des parlamentarischen Staatssekretärs im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt, an den verteidigungspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, nicht einsatzfähig. Bartels warf zudem der Bundeswehr vor, eine ungeeignete Bewaffnung bestellt zu haben:

„Der Tiger ist für die Panzerabwehr optimiert, am zweitbesten kann er Bunker brechen. Über eine Bordkanone wie die französische Tiger-Version verfügt das deutsche Modell nicht.“

Es ergibt sich ein einsatztaktischer Nachteil des MG-Pods im Vergleich zur Bordkanone dadurch, dass das Maschinengewehr starr nach vorne gerichtet ist, während die Bordkanone schwenkbar ist. Dies wirkt sich in erster Linie negativ auf den Selbstschutz des Hubschraubers aus, da zur Bekämpfung einer Bedrohungsquelle das ganze Fluggerät in deren Richtung gedreht werden muss, während eine schwenkbare Bordkanone sehr zügig auch auf Ziele abseits der Flugrichtung gerichtet werden kann. Planungen für eine Nachrüstung der RMK 30 bestehen von konzeptioneller Seite aus nicht.

6. Einsatzfahrzeug Mungo

Selbst ein Amateur könnte eine Handgranate in den hinteren Bereich werfen. Bei der Anlieferung in Afghanistan fielen Räder ab, in vielen Terrains ist er untauglich. Eine Rucksackbombe tötete die Fahrer eines Mungos obwohl das eigentlich unmöglich sein soll.

Nachdem KMW im Jahr 2006 eine verbesserte Version an die Truppe übergeben hat, wurden einige Mängel behoben. Jedoch stellen nach Angabe von Soldaten die Halterungen der Panzertüren, Trittbleche, Sitzbänke, die Geländegängigkeit, die zu langsame und laute Rückwärtsfahrt beim Ausweichen und die G36-Halterungen noch immer ein Problem dar.

Im Afghanistaneinsatz der Bundeswehr werden verstärkt Mängel an Radaufhängungen, Federung und Achsen festgestellt, die durch die „Straßenverhältnisse vor Ort“ verursacht werden. Zwischenzeitlich wurden Berichte aus dem Verteidigungsministerium bekannt, dass das Fahrwerk des Mungo für den Einsatz unter schwierigen geografischen Bedingungen ungeeignet sei. Insbesondere der geringe Durchmesser der Räder und die geringe Stabilität werden bemängelt. Aufgrund dieser Situation sollten die 28 Fahrzeuge, die sich in Afghanistan befinden, abgezogen werden. Aufgrund der unzureichenden Fähigkeit im Einsatz wird von einer zukünftigen Beschaffung weiterer Mungos vermutlich abgesehen werden, ohne dabei über eine Alternative für leichte, luftverladbare Fahrzeuge zu verfügen.

7. Das MOWAG Eagle IV Geländefahrzeug

Man nennt es die Schweizer Keksdose und es lässt sich mit einer altertümlichen sowjetischen RPG-7 knacken.

Am 9. Juli 2009 wurde eine Bundeswehr-Patrouille des Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) in Faizabad (Afghanistan) im Distrikt Keshem mit einer Sprengfalle angegriffen. Aufgrund der geringen Ladung und des Ortes der Detonation unter dem einzigen nicht besetzen Sitz blieb die dreiköpfige Besatzung weitestgehend unverletzt, jedoch war das Fahrzeug nicht mehr fahrbereit und musste durch ein anderes Fahrzeug der Patrouille abgeschleppt werden. Bereits dabei stellte sich heraus, dass die Minenverriegelung unzureichend war. Beide Türen links sowie die Dachluke wurden aufgerissen. Alle Ausrüstungsgegenstände und Fahrzeugzubehör des unbesetzten linken hinteren Platzes wurden bis zu fünf Meter aus dem Fahrzeug geschleudert.

Die Amerikaner fahren zunehmend MRAP und haben diese Probleme nicht mehr

8. Das System Infanterist der Zukunft (IdZ)

10 Millionen Euro für 150 Soldaten. 23 Kilo wiegt der ganze Plunder und man muss sich in der Nähe des Fahrzeugs aufhalten wo man seine Batterien aufladen kann. Der Minicomputer braucht im Ernst einen Stylus-Stift zum Bedienen.

Einen Stylus-Pen!

Das Laser-Zielsystem kann die eigene Position verraten. In Afghanistan kam ein Trupp unter Beschuss und natürlich ging der Stylus-Stift verloren, der notwendig war um per Funk die eigenen Koordinaten durchzugeben für die Anforderung von Unterstützung. Die medizinische Notfallausrüstung war wegen dem schweren Zeug am Mann im Fahrzeug gelagert und erstmal außer Reichweite der verwundeten Bundeswehrler. Die Batterien waren wegen der Kälte schon schwach und die Funkverbindung dementsprechend schlecht.

Für das zukünftige System IdZ ES gelten Kritikpunkte wie das Gewicht, die nur bedingte Erneuerung der Feld- und Biwakausrüstung – diese entspricht in keiner Weise mehr den Erfordernissen und heutigen langjährig bewährten Möglichkeiten. Dies führt dazu das sich Soldaten teilweise „befehlswidrig“ selbst ausrüsten. Die steigende Anzahl von „Verbrauchern“ führt zu einem hohen Bedarf an Batterien für die Stromversorgung. Daneben steht die steigende Informationsflut für Soldaten auf allen Ebenen und die Durchgriffsmöglichkeit höherer Führungsebenen auf die unterste Gefechtsebene, ohne die vollständige Gefechtslage zu kennen und gleichzeitig die untere Gefechtsebene mit Informationsabruch oder Informationen zu belasten. Zusätzlich erschweren die Leuchtbildschirme die Tarnung bei Dunkelheit.

9. Eurohawk-Drohne

Bei der RQ-4E Euro Hawk handelt es sich um eine Variante der Northrop Grumman RQ-4B für die Bundeswehr, deren Sensorik von EADS stammt, was natürlich große Hoffnungen aufkommen lässt. Am 21. Juli 2011 traf die erste Maschine zur Einrüstung der Aufklärungselektronik in Manching ein. Das Euro-Hawk-Programm wurde im Mai 2013 von Verteidigungsminister Thomas de Maizière beendet.[23] Der Ausstieg erfolgte mit der Begründung, dass die Flugsicherheitsbehörde der EU die Drohne nur für den Flug über unbewohntem Gebiet zertifizieren würde; die Drohne soll kein für den zivilen Luftverkehr zertifiziertes automatisches Antikollisionssystem besitzen.[24] Rechtlich möglich wäre nur eine militärische Zulassung.[25] Laut dem Hersteller Northrop Grumman sind elektronische Systeme zur Kollisionsvermeidung Bestandteil der von Deutschland bestellten Drohnen.[26] Eine nachträgliche Zertifizierung würde nach Schätzungen der Luftwaffe zusätzlich zwischen 500 und 600 Millionen Euro kosten.

Der Bundesrechnungshof enthüllte 2013 in einem 33-seitigen Prüfbericht ein „folgenschweres Organisationsversagen“ der Bundeswehr bei dem Drohnen-Projekt. Der Bericht beschreibt ein skurriles Eigenleben der Rüstungsabteilung im Wehrressort. Schon vor Vertragsschluss waren die Zulassungsprobleme für den Luftverkehr bekannt. Trotzdem arbeitete die Rüstungsabteilung von 2007 bis 2012 an dem Projekt weiter. Die Rüstungsabteilung im Wehrressort verschwieg einfach die absehbare Pleite des ganzen Projekts. Der Prüfbericht des Rechnungshofes dokumentiert die Statusberichte der Rüstungsabteilung.

wikipedia-Zitate unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“

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Sicherheit
24 Comments on this post.
  • Matthias
    16 April 2014 at 0:27
    Leave a Reply

    Diese teilweise geballte unwissenheit ist schon klasse. Ich möchte doch mal ein paar Gedanken mit euch teilen.

    Der Gebirgsjäger : Wie sollte deiner Meinung nach denn eine Ausbildung in Deutschland aussehen, wenn aufgrund von „Menschenrechten“ nicht mal eine Entführung Simuliert werden darf und der gleichen?

    Ich war bei einer echten Elite Einheit (nicht eine die sich nur dafür hält weil DAMALS zu Hakenkreuz Zeiten diese Einheit mal nen Berg alleine gehalten hat) und meine Vorbereitung auf meine Einsätze war einwandfrei. Und wer nur ein bischen ehrlich zu sich selber ist , auf alles kann man nicht vorbereitet werden.

    G36 : Ein normaler Infantrist im Feuergefecht schiesst NIEMALS Automatisch. Nur einzeln und gezielt. Und wenn es zu einem so Langen Feuergefecht kommt, müsst ihr mal etwas wissen , das echte Leben ist kein Action Film wo die Soldaten Minutenlang Feuernd durch die Wildnis rennen , Autos Explodieren und der Held am Ende Heroisch mit der Schönheit nach Hause verschwindet.

    Und Der Herr der das G3 lobt , hatte wohl noch nie eins in der Hand. Also das Lochvisier des G3 ist also das non plus Ultra ? Na dann viel Spass.

    Das einzigge was am G3 wirklich besser ist , it das Kaliber. Mehr aber auch ned.

    Und JEDES Gewehr verliert an genauigkeit wenn es heiss ist. deswegen wechselt man beim MG3 z.b. nach 120 schuss das Rohr.

    Und wer jemals ein G3 in der Hand hatte und ein G36 nimmt das G36. Alleine dieses wackelnde Lochvisier eines 30 Jahre alten G3. Da braucht das Gewehr kene Abweichung den Zielen ist eh ned drin.

    Und in der Tat kann man dazu mal ne Liste machen wo wir die beste Ausrüstung haben <-

    – Leopard 2A7, Patriot , usw.

    (Der Dingo ist übrigends auch totale Grütze, das voll die Wackelbude)

  • Felix
    16 März 2014 at 21:08
    Leave a Reply

    Naja , also dass mit dem G36 war nur die fehlerhafte Munition Schuld ….
    Und man muss auch die guten Bestände der Bundeswehr berücksichtigen wie die neuen Fregatten F125 , Leopard 2 ,Dingo, Eurofighter etc.
    Und die ausbildung bei der BW ist in den letzten Jahren erheblich besser geworden , insbesondere die Auslandseinsatz-vorbereitung .

  • Onkel Wö
    19 Oktober 2013 at 20:31
    Leave a Reply

    @Umtrieb

    wie definierst Du Glück?

    Kämpfen kann unheimliche Glücksgefühle auslösen. Also ist das Zitat Bullshit.

    Lies anstatt Pasternak mal van Creveld ; )
    z. B. Kriegskultur

  • Brigant
    10 Oktober 2013 at 17:24
    Leave a Reply

    Das G36 ist kein MG(3) sondern ein Sturmgewehr. Der Lauf ist nicht für anhaltendes Dauerfeuer ausgelegt.
    Aber bei 90 Schuss sollte es funktionieren ohne Probleme. Hab davon noch nie gehört. Es hat natürlich auch Probleme z.B. bei Nebel kann das Visier beschlagen aber der Lauf gilt als recht gut. Vermutlich hat HK recht und es handelt sich um eine Schmutzkampagne. So was wäre im Einsatz schon längst raus gekommen.

    • Fudge
      10 Oktober 2013 at 19:41
      Leave a Reply

      Niemand hat behauptet, dass das G36 ein MG sei. Das Rohr ist nicht für anhaltendes Dauerfeuer ausgelegt, sollte es aber sein, da es sich bei dem Sturmgewehr um die Hauptkampfwaffe handelt.

      Nehmen wir an ein 30 Mann starker Zug wird angegriffen und muss nun unter Deckungsfeuer ausweichen. Der Zug wird von der Seite angegriffen, so nutzt der das normale „Peeling“ und wird unter Deckungsfeuer nach vorn oder nach hinten ausweichen. Während ein Halbzug (15 Mann) ausweicht, gibt ein Halbzug (15 Mann) Deckungsfeuer.

      In der Regel weicht ein Halbzug 50 m aus, und gibt dann für den anderen Halbzug Deckungsfeuer, dieser muss dann die Distanz des Halbzuges überbrücken (100 m).

      Das Ausweichen dauert in der Regel 2 bis 3 Minuten, in der Zeit werden, oder besser sollten die 30 Projektile eines Magazins, sich bereits beim Feind befinden. Während dem Ausweichen wird nachgeladen. Nehmen wir also an ein Zug ist im afghanischen Gelände unterwegs und wird angeschossen. Da der Feind nicht dumm ist, wählt er eine Position in welcher der Zug länger braucht um richtige Deckung zu finden.

      Wenn 1 km überbrückt werden müssen, um eine Base zu bilden und sich dem Feindfeuer zu entziehen, wobei die Soldaten halbzugweise überschlagen ausweichen, dann wird jeder Soldat während der Aktion 10 Magazine verschossen haben.

      In der Praxis sind es 8 – 10 Magazine. Und wir haben hier noch keine Verwundetenlage.

      Die Probleme mit dem Gewehr sind seit Jahren bekannt, aber natürlich wird man einen Teufel tun und ein „frisch“ beschafftes Gewehr wieder abschaffen. Das G3 (7,62 mm) ist ein wesentlich effektiveres Sturmgewehr, weshalb sich Einheiten um die Bestände streiten. Das G36 dejustiert bereits wenn es zu Boden fällt, oder gegen etwas prallt. Die Batterien des Reflexvisiers haben oft defekte und dann ist kein Ersatz da. Kämpfen ist dann nur noch durch Deutschuss oder das optische Visier (sinnlos im Nahkampf bis 200 m) möglich.

      Der größte Fehler wird gar nicht angesprochen. Es handelt sich dabei um das normale G36 A1 wie man es oben auf dem Bild sieht und Standard ist in der regulären Truppe. Dieses Gewehr ist schlicht ein Fabrikatsfehler, da das Gewehr überhaupt nicht richtig gehalten werden kann! Der Abstand von Handschutz, Magazin- und Schacht, sowie Griffstück ist schlichtweg falsch. Anschlagsarten der richtigen modernen Schiesstechnik sind unmöglich, ohne Zubehör wie den Frontgriff/Sturmgriff, welcher in vielen kämpfenden Einheiten nicht angefordert werden kann.

      Ich könnte das alles jetzt noch ausweiten, aber ich denke das müsste reichen um aufzuzeigen dass es sich um keine Schmutzkampagne handelt.

      • Brigant
        8 November 2013 at 10:05

        Das G3 ist in der Tat besser geeignet für die weiten Distanzen in Afghanistan aber bestimmt nicht weil es weniger stark erhitzt sondern weil es durch seine kräftigere 7.62 mm Patrone eine höhere Reichweite hat.
        Dieses überhitzungsproblem soll nur bei sehr langen Gefechten auftreten und auch andere Sturmgewehr wie das M4 haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen ganz zu schweigen vom britischen SA80, welches erhebliche Mängel bei Einführung hatte. Das klingt für mich eher nach klagen auf hohem Niveau. Ich denke HK wird da nachbessern.
        Ansonsten sollte man auch mal die Vorzüge des G36, wie seine sehr hohe Zuverlässigkeit. Im Test kam man auf 10000 Schuss ohne Ladehemmung. Das M16 in seiner neusten Ausführung kam nur auf 2000 Schuss.
        Natürlich wäre das SIG 550 eine bessere aber auch teuerere Wahl gewesen aber grottig ist das G36 so weit ich das beurteilen kann aus mehreren Testberichten nicht.

  • Umtrieb
    9 Oktober 2013 at 6:56
    Leave a Reply

    Wahren Frieden auf der Welt gibt es erst, wenn keinem Kind mehr auch nur ein Haar gekrümmt wird.

    Und noch ein Zitat von Boris Pasternak (1890-1960, u.a. „Doktor Schiwago“):
    „Glückliche Männer melden sich nicht freiwillig zur Armee“
    auf englisch:
    „Happy men don’t enlisten“.

  • Fudge
    8 Oktober 2013 at 2:54
    Leave a Reply

    Ich finde es lustig, dass der Lanzer im Bild oben kein Magazin im G36 hat. Tatsächlich war es bei vielen Stabsoffizieren, der regulären Kräfte, Mode dies aufgrund des „agressiven“ Charakters zu verbieten, sowie schlechte Benotungen auf Waffenausbildungen angehender Offiziere zu vergeben, wegen dem Aufstellen von Zielscheiben an Hauswänden, da dies eine Exekution darstelle.

    Während man woanders lernt, aus einem Glas Murmeln und einer Sprenggranate, eine tödliche Cluster-Trap zu basteln.

  • vollbremsung
    7 Oktober 2013 at 16:28
    Leave a Reply

    Scheint das gleiche wie in der Schullandschaft. Abgesehen der Tatsache, dass Schule staatliche Indoktrination ist, war der Output in recht vielen deutschen Schulen in den 70er, 80er und 90er Jahren zumindest besser als die meisten anderen Staaten der Welt. Dann wurde aber über die OECD die „False Flag“ ausgepackt und mit PISA die vermeintlich deutsche Bildungskatastrophe über gefakte Statistiken und haarsträubende Befragungsmethoden diagnostiziert. Das Öffentlich-Rechtliche folgte den (geheimen) Auftrag und führte im Sinne der Hegelschen Dialektik eine „Christansen“-Runde nach der anderen, bei der dann Hans-Wurst seine neues Besser-Lernen-Konzept vorstellen dürfte. Natürlich war die „Lösung“ schon längst erdacht und mit der „Schockwirkung“ war die Bevölkerung bereit die neue Bilidungs-Offensive anzugehen. Die war aber nur dazu da die deutsche Bildung auf „Lutscher-Niveau“ zu drücken. Hier scheinen an den zentralen Stellen der Kommissionen wohl ebefalls Maulwürfe, Saboteure und anderes GlobalGovernance-Gesindel am Werk, ähnlich wie man es dem Bericht nach in der Rüstungsabteilung vermuten könnte.

  • Fudge
    6 Oktober 2013 at 22:03
    Leave a Reply

    Nr 1. ist doch ganz klar die Koppel bzw. Bundeswehr Tragegestell Hüft- und Schulter.

    • Freigeist
      6 Oktober 2013 at 23:55
      Leave a Reply

      Ja weil sich die Deutschen mal wieder gedacht haben „Hey, wir machen jetzt ein ganz neues System mit dem man nichts sonst kombinieren kann, dass wird bestimmt so ein Marktküller wie um 1900“.

      Die Russen kopieren das US TLBV Kampfmittelträgersystem aber die Deutschen meinen sie sind so schlau und kochen sich ne extra Bockwurst.

  • abgelehnt83
    6 Oktober 2013 at 14:55
    Leave a Reply

    Wohin man guckt nur Produktion für den Müll und hier natürlich auf Steuerzahlerkosten. Doppelt verarscht schadet besser!

    Mal eine Frage an alle Militärexperten: Ist das bei unseren „Freunden“ bei den BRICS eigentlich auch alles schrottig oder sind die eher gut ausgerüstet (oder zumindest besser als im Westen)?
    Das wäre ja fast eine Einladung dann, wenn hier alle nur zur Schwäche gezwungen sind und drüben alles tipptop ist oder zumindest hochgezüchtet zur Übernahme!
    Die lachen sich doch bestimmt alle den Arsch ab über uns -,-

    Und passend dazu (Sicherheit!) lese ich wieder sowas:
    http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/kriminalitaet/id_65848606/strassenbahn-schlaeger-sind-schon-wieder-frei.html

    In so einem Land leben wir: einerseits Prügelpolizei aber dann so Wischiwaschijustiz welche manchen Leuten alles durchgehen lässt.
    Und wer das kritisiert ist was? Richtig.

    Da wird jemand ins Koma geschlagen und die Täter können frei rumlaufen???
    Wieviele Leute hocken unschuldig in Knästen und Klappsmühlen???
    In ein paar Jahren wird sich das ÜBELST rächen Alter!

    • alex
      6 Oktober 2013 at 18:32
      Leave a Reply

      Die Chinesen bauen ältere amerikanische Designs nach und kombinieren diese mit moderner Elektronik und Waffen. Die Russen haben viele eigene Entwicklungen und ich glaube weniger Shit beispielsweise bei Kampfbombern.

  • Rattenkönig
    6 Oktober 2013 at 14:53
    Leave a Reply

    Wenn die Bundeswehr eine Top-Ausrüstung hätte, wäre das sozial ungerecht den Aufständigen oder „Russen“ gegenüber….

    Eine Armee repräsentiert letztendlich nur die Politik, die sie beauftragt.

    Meiner Erfahrung nach muss man mit dem G36 nur ein paarmal „hart“ in Deckung gehen, dann hat sich das mit der Zielgenauigkeit, auch ohne Hitze. Blöde Plastikknarre…

    Es ist ein Trauerspiel

  • Liberty
    6 Oktober 2013 at 14:45
    Leave a Reply

    Anfügen muss man natürlich noch, dass diese grottige Leistung der Rüstungsindustrie nicht verwundern kann angesichts quasi monopolistischer Strukturen in der Wehrwirtschaft. Da ist doch seit Jahrzehnten klar, dass EADS jeder Luftfahrzeug entwickeln darf. Die Folge sind Leistungen wie bei der Deutschen Bahn. Der gleiche Bockmist.

    • alex
      6 Oktober 2013 at 18:33
      Leave a Reply

      EADS ist auch immer bei Bilderberg vertreten durch Enders

      • Liberty
        6 Oktober 2013 at 19:23

        Oh ja, du hast recht, wie konnte ich das vergessen. Nachtigall ick hör dir trapsen.

  • Liberty
    6 Oktober 2013 at 14:38
    Leave a Reply

    Na dann hat die Russische Armee (die dann wohl wieder in Rote Armee umbenannt wird) freie Fahrt durch Europa. Ganz toll.

    Dazu kommt noch, dass die BW seit über 10 Jahren regelrecht abgewrackt wird. Und ich meine nicht die Abrüstung unmittelbar nach Ende des Kalten Krieges, sondern das was seit ca. 2000 abgerüstet wird. Was ist denn heute noch von der BW übrig? Die 260 Leo2 stellen bestimmt kein Abschreckungspotential dar, sogar die Schweiz verfügt mWn über mehr. Die vorzügliche Panzerjägertruppe (Jaguar-RakJPz) und die ebenso starke Heeres-Fla-Truppe (Roland und Gepard) wurden abgeschafft. Ganze 5 mechan. Brigaden sind noch übrig, verfügen i.d.R. aber auch nur noch über je 2 Kampfbataillone. Die beiden Luftlande-Brigaden werden zu Regimentern abgerüstet usw. usf.

    Und wer war federführend für dieses Abwracken verantwortlich? Die Atlantikbrückler Guttenberg und dieMiesere. Verräter wohin man blickt.

  • Freigeist
    6 Oktober 2013 at 13:09
    Leave a Reply

    http://www.combatreform.org/

    Die Army rüstet genauso für den Mülleimer. Siehe Striker vs. Bradley vs. M113. Der hochmoderne Striker bleibt im Matsch stecken, die Räder fallen ab und so weiter..

    • Liberty
      6 Oktober 2013 at 14:42
      Leave a Reply

      Bloß dass die US Army lediglich über 7 Stryker Brigaden verfügt, und die mWn alle aus Infanterie Brigaden mit Hummers umgerüstet wurden. Dagegen stehen ca. 20 Panzerbrigaden mit Abrams und Bradleys.

      Bei der BW dagegen bleibt gar nichts mehr übrig außer Gerümpel. Von der Zersetzung der Kampfmoral durch dümmliche linke Propaganda ganz zu schweigen. Durch die Kampagnen der Atlantikbrücken-Presse vor einigen Jahren wegen angeblicher Kameraden-Schikane, ist die Truppe sicher auch nicht stärker geworden.

      • alex
        6 Oktober 2013 at 18:34

        Der Leopard 2 soll wirklich gut sein und wird auch munter vom Ausland gekauft. Der kann sogar kurz komplett durch Wasser fahren (Tauchen).

        Die Bundeswehr hätte gerne mehr, kriegt aber keine

      • Liberty
        6 Oktober 2013 at 19:22

        Das deutsche Material aus der Zeit des Kalten Krieges soll durchweg hervorragend gewesen sein: Leo 1 und 2, Marder, Jaguar, Roland, Gepard, Luchs. Aber das Meiste ist entweder mittlerweile außer Dienst (Jaguar, Gepard, Roland, Luchs) oder nur noch in kleinen Stückzahlen da, z.B. ca. 260 Leo 2 von ursprünglich mal 1800. Und die neueste Version hat mWn ein verkürztes Rohr zwecks besserer Einsatzfähigkeit in urbanem Gelände, dadurch aber auch eine geringere v0, also geringere Schlagkraft.

  • Marcel E.
    6 Oktober 2013 at 12:54
    Leave a Reply

    Hi Alex,

    vielen Dank für den Bericht, ich war mehrere Jahre bei den Gebirgsjägern und wurde auch mehrfach für den Auslandseinsatz vorbereitet. Es hieß anfangs (im Jahr 2005) im GebJgBtl 233 Mittenwald, dass nur jeder Hauptgefreiter in den Einsatz mitkommen dürfe (aufgrund der mil. Erfahrung) – später war dies jedoch möglich ab einer Dienstzeit von 6 Monaten; Hauptgefreiter wird man fühestens nach einem Jahr. Desweiteren ist die Ausbildung katastrophal – selbst bei der so genannten Elite. Ich habe ein paar Monate in einem Transporthubschrauberregiment verbracht, dort wurden sogar Papiere gefälscht, damit „Büro-Soldaten“ auch mal in den Einsatz fliegen können. Als ich das mitbekommen habe, wurde ich sehr wütend, da diese noch mehr unfähigeren Soldaten beispielsweise als Doorgunner eingesetzt wurden, obwohl sie überhaupt keine Gefechtserfahrung haben -geschweige denn einer infanteristischen Ausbildung, die über Gewehrputzen hinausgeht. Als ich im Einsatz war, musste ich letztlich feststellen, dass der Soldat in eine völlig unvorbereitete Situtation katapultiert wird – sogar auf politische Bildung wird kaum Wert gelegt. Für meinen Einsatz in Afghanistan wurde lediglich ein Nachmittag vorgesehen. Ich könnte noch von vielen Dingen berichten, allerdings ist das in einem Kommentar nicht angebracht. Beste Grüße

    • abendbrot
      9 Oktober 2013 at 12:12
      Leave a Reply

      Eine ähnliche Erfahrung habe ich gemacht. Bei uns hat keiner den Grundwehrdienst verlängert, denn wir wären ab dem 10. Monat ab nach Afgahnistan gekommen. Wenn wir dann nur im Lager die Latrinen hätten säubern müssen, wär das ja okay gewesen, aber als Panzeraufklärer wären wir immer hübsch durch die afgahnische Wallachei gegondelt. Und wir hatten eine extrem lausige Infanterieausbildung. Wenn unsere Fahrzeuge außer Gefecht gesetzt würden, hätten wir ziemlich alt ausgesehen.

      Da ist es so ziemlich jedem Grundwehrdienstleistenden vergangen, ein paar Monate länger zu machen.

      Ach ja – die zwei Frauen (Unteroffiziere) bei uns in der Kompanie mussten sich dann natürlich nicht außerhalb des Feldlagers aufhalten (hab ich so gehört). Das hebt natürlich die Moral innerhalb der Truppe ungemein.

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