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Der amerikanische Irakkriegsveteran, Aktivist und Anarchokapitalist Adam Kokesh veröffentlichte ein polarisierendes Video auf Youtube, in dem er anscheinend am Freedom Plaza in Washington D.C. am Unabhängigkeitstag eine Schrotflinte durchlädt und die “finale amerikanische Revolution” erklärt.


Ursprünglich hatte er zu einem großen bewaffneten Protestmarsch aufgerufen, der zwar in manchen US-Territorien legal wäre, nicht aber in D.C.

District of Columbia Metropolitan Police Department Chief Cathy Lanier erklärte, dass sie den Kriegsveteran Adam Kokesh und weitere Demonstranten am 4. Juli verhaften lassen werde, falls diese die Waffengesetze verletzen.
Gegenüber NewsChannel 8 verkündete sie:

“Den District of Columbia mit geladenen Schusswaffen zu betreten ist ein Gesetzesbruch und werden das auch so behandeln müssen.”

Andere prominente Aktivisten, die den Marsch für keine gute Idee hielten, wurden öffentlich von Kokesh mit Beleidigungen überzogen, wie Lew Rockwell oder James Yeager. Kokesh verbrannte sogar theatralisch einen Mitgliedsausweis der Organisation Oath Keepers. Die Hauptargumente gegen den Marsch waren einseseits die hohe Anfälligkeit eines solchen Events für Regierungsprovokateure, die verkleidet als Demonstranten die Situation mühelos eskalieren könnten, andererseits die schiere Unmöglichkeit, dass der oberste Gerichtshof die illegalen Handlungen der Demonstrationsteilnehmer später für verfassungskonform erklären und die Strafurteile niederer Gerichte aufheben würde. Es hatte ohnehin lange gedauert, bis die obersten Richter es gewagt hatten, einen Fall über den zweiten Verfassungszusatz zu verhandeln. DC vs. Heller führte zu einem Grundsatzurteil zugunsten der Auslegung im Hinblick auf ein individuelles Recht auf Schusswaffenbeseitz, im Gegensatz zu dem Recht der Bundesstaaten, Garden aufzustellen.

Nichtsdestotrotz ließen die Richter einen schwammigen Interpretationsspielraum für die Einschränkungen des privaten Waffenbesitzes. Das Handfeuerwaffenverbot in DC fiel zwar, nichtsdestotrotz ist das offene Führen von Gewehren weiterhin illegal. Es ist praktisch ausgeschlossen, dass ohne dramatische Vorfälle nationaler Tragweite der Supreme Court in absehbarer Zeit einen weiteren Fall über den zweiten Verfassungszusatz annehmen wird und sein eigenes, vorheriges Grundsatzurteil komplett oder in wichtigen Punkten aufhebt.

Am Ende hatte Kokesh den Marsch doch abgeblasen und veröffentlichte im Nachhinein ein Video auf Youtube, in dem er augenscheinlich am Freedom Plaza in Washington D.C. am Unabhängigkeitstag eine Schrotflinte durchlädt und die “finale amerikanische Revolution” erklärt. Im Titel des Videos wird erklärt, der “Marsch” sei “ein Erfolg gewesen”. In der Videobeschreibung heißt es:

“Kannst du die schweren Verbrechen zählen die in dem Video begangen werden?”

Die zuständige Polizeibehörde erklärte, man untersuche, ob das Video echt sei. Zu klären ist, ob es sich um Aufnahmen handelt die tatsächlich am Freedom Plaza mit einer echten Schrotflinte und echter Munition gedreht wurden, oder ob visuelle Tricktechnik zum Einsatz kam oder eine funktionsuntüchtige Deko-Waffe mit unechter Munition.

Eine einzige Verurteilung würde bis zu 5 Jahren Haft bedeuten. Kokesh hat bislang auf Anfragen der Medien hinsichtlich der Echtheit der Waffe nicht geantwortet.

In der Vergangenheit veröffentlichte er immer wieder Videos, die ihn beim Drogenkonsum von u.a. DMT und Marihuana zeigen, in denen er erklärt, seit langem keine Einkommensteuererklärung mehr auszufüllen.

Als strikter Anarchokapitalist lehnt er jede Form von Staatlichkeit, selbst die amerikanische Verfassung ab und bezeichnet Patriotismus als extrem dumm.