Alexander Benesch

Die radikalen Anarchokapitalisten sägen für das Establishment an den Fundamenten der Republik. Selbst das Mises-Institut, dessen Namensgeber klargestellt hatte dass Liberalismus mit Anarchie gar nichts zu tun hat und die Republik notwendig sei, ist inzwischen von Anarchisten durchzogen. Viele nicht-prominente Anhänger der Anarcho-Ideologie waren vorgestern noch Sozialisten oder völlig unbedarft.

Der Guru Hans-Hermann Hoppe kündigt das Kommen des neuen aristokratisch-kapitalistischen Herrenmenschen an, und die Sektierer betrachten sich als die Revoluzzer-Ersatz-Jesusfigur John Galt aus Ayn Rands narzisstischem Roman “Atlas Shrugged”. Hoppe predigt, all jene hassen zu lernen, die in irgendeiner Form die Republik wollen, und dass die Revolutionsbewegung Märtyrer braucht. Solche gibt es beispielsweise in Form von Adam Kokesh.

Ob nun gefordert wird, die Republik schnell zu beseitigen oder stückweise über den sog. “Gewährleistungsstaat” oder über “individuelle Sezession”, immer wird das Modell der Privatrechtsordnung mit verblüffend offensichtlichen und gigantischen Konstruktionsfehlern beworben. Die grandiosesten Irrtümer ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

“Die privaten Sicherheits- und Justizkonzerne halten sich an das Grundkonzept namens Privatrechtsordnung

Man geht in den gedanklichen Modellen, besser gesagt in den Luftschlössern, irrtümlicherweise davon aus dass die Menschen und privaten Sicherheits- und Justizkonzerne sich nach dem Kaputtschlagen der Republik an das Grundkonzept names Privatrechtsgesellschaft halten werden. Die Fantasievorstellung einer bunten Privatrechtsordnung hat eine ungeschriebene Verfassung mit toll klingenden Grundrechten, aber niemanden der außerhalb vom profitgetriebenen Markt steht um diese ungeschriebene Verfassung zu verteidigen.

In einer Umfrage von Rasmussen aus dem Jahr 2008 sprachen sich nur 53% aller Amerikaner für den Kapitalismus aus, 27% waren sich nicht sicher und 20% waren für den Sozialismus. Würde man die Republik erdolchen, und die Menschen hätten hunderte oder tausende verschiedene Rechtsordnungen zur Auswahl, wäre das Chaos perfekt. Die meisten Menschen würden sich für einen Sicherheitskonzern entscheiden, der die eigene Ideologie oder Religion vertritt. Fast alle Ideologien und Religionen sind aber im Kern intolerant und irrational. Fällt die Republik als Kontrollorgan weg, würden alle möglichen Gruppen anstreben, eigene unfreie Staaten zu etablieren und in den restlichen Gebieten, die man noch nicht kontrolliert, Satelliten zu haben. Üblich ist es auch für ideologische und religiöse Gruppen, einen gefährlichen Universalanspruch auf die Beherrschung des Planeten zu haben. Den vielen Kultmitgliedern ist es egal, dass das eigene Vorgehen fremde Menschen abschreckt und dies marktwirtschaftliche Nachteile mit sich bringt. Der Kontrollmechanismus Markt versagt hier eindeutig. Menschen entscheiden oft nach emotionalen Motivationen, nicht rationalen.

Nur weil eine Republik abgeschafft wird, heißt das nicht dass danach das Konzept Staat in den Köpfen verschwunden ist. Die Leute werden neue, ihnen genehme Staaten fordern. Außerdem können fremde, bereits existierende Staaten sich in einer Privatrechtsordnung breitmachen und zunächst auf der privatwirtschaftlichen Schiene ihren Machtbereich ausdehnen.

“Private Sicherheitskonzerne werden gegenüber Menschen abseits ihrer Kundschaft fair sein”

Menschen wollen meistens kein Recht, sondern nur Recht bekommen. Gruppenmoral ist ein Riesenproblem. Wenn sich unweigerlich Sicherheitskonzerne mit religiöser, rassischer und/oder ideologischer Linie entwickeln, werden sie im Rahmen ihrer strategischen Überlegungen ihr Möglichstes tun, um ihre eigenen Kunden abzuschirmen vor gruppenfremden Menschen: Spuren vernichten und abschirmen sind zwei hervorragende Methoden dafür. Wie will der Geschädigte mit begründetem Anfangsverdacht an mehr Beweise gelangen, wenn das Sicherheitsunternehmen des Täters Spuren beseitigt hat, Meineid-Zeugen aufmarschieren lässt und es nicht erlaubt, dass eine Durchsuchung und Verhöre stattfinden?

Es geht nicht nur um individuelle Diebstahlsverbrechen aus monetären Motiven, sondern auch um religiös und ideologisch motivierte Gruppenverbrechen. Nochmal: Den vielen Kultmitgliedern ist es egal, dass das eigene Vorgehen fremde Menschen abschreckt und dies marktwirtschaftliche Nachteile mit sich bringt.

Das einzige Kontrollinstrument ist für den einzelnen in der Privatrechtsordnung der eigene Geldbeutel. Wenn fremde Gruppen mit ihren Rechtsordnungen einen schlechten Ruf haben, kann man sich natürlich entscheiden, mit solchen Leuten keine Geschäfte mehr zu machen. Dummerweise kann einen das sehr stark einengen und zu einer stark segregierten Gesellschaft führen. Der von der eigenen Privatrechtsgruppe kontrollierte Bereich kann recht klein sein und so ist man genötigt, doch Geschäfte mit Mitgliedern aus krummen fremden Privatrechtsgruppen zu machen oder Geschäfte mit dem Ausland zu machen, was zu neuen Gefahren führt. Wenn man mit fremden Staaten handelt oder mit Firmen in fremden Staaten, wer ist dann für die Justiz zuständig? Wie einigt man sich bei Problemen? Letztendlich ist klar, dass viele faule Kompromisse geschlossen werden würden und häufig die Justizkonzerne und andere Stellen sich nach Kriterien “einigen” die sich ständig ändern können und mit richtiger Rechtssprechung nichts zu tun haben.

Stellen sie sich vor, was wir heute für ein Chaos mit Autoversicherungen hätten, wenn es keine Republik und keine unabhängige Justiz mehr gäbe. Stellen sie sich vor, ein einflussreicher Mullah fährt ihnen ins Auto und verletzt sie. Er hat bei seinem muslimischen Justizversicherer einen ultra-teuren Tarif und ruft sogleich Leute herbei, die die Spuren beseitigen. Versuchen sie zu filmen, holen die sich einfach ihre Aufzeichnungen und verprügeln sie ggf. noch. Sie können sich bei ihrem eigenen Justiz-Versicherer beschweren, der kann aber ohne Beweise nicht viel machen und kann sich auch keine weiteren Beweise holen. Selbst wenn sich schon mehrere Kunden über diesen Mullah und ähnliche Kunden des muslimischen Justizdienstleister beschwert haben, so hat dummerweise ihr non-muslimischer Versicherer keinerlei Interesse, hier einen Skandal loszutreten, weil zum Beispiel eigene Großkunden wichtige Geschäfte machen mit Kunden des muslimischen Versicherers. Außerdem wird einfach gelogen, sie hätten bei dem Zusammenstoß den Propheten Mohammed aufs Übelste beleidigt. Da geht es um viele Arbeitsplätze, Öl und mögliche kulturelle Spannungen, da interessiert man sich nicht dafür, ihnen als kleines Opfer Gerechtigkeit zu liefern. Wenn sie sich dann ihre Republik zurückwünschen, haben sie keine Chance mit dem Unterfangen. In ihrem Vertrag mit ihrem Versicherer steht nämlich geschrieben, dass es streng verboten ist und hart bestraft wird, konkrete Bestrebungen vorzunehmen um die Republik wiederherzustellen. Willkommen in der Privatrechtshölle ohne Ausweg, sie wurden aufs Bitterste verarscht. Bedanken sie sich bei den Intellektuellen die sie da reingetrieben haben.

“Private Sicherheitskonzerne würden gegenüber ihrer eigenen Kundschaft fair und hart sein

Die Vertreter einer Privatrechtsordnung unterstellen immer, dass private Sicherheitsunternehmen auch gegenüber ihren eigenen Kunden hart und fair durchgreifen würden. Der Kunde müsse ja einen langen, langen Vertrag unterschreiben wo er sich verpflichtet, schön brav zu sein.

Wenn aber all die anderen religiösen und ideologischen Gruppen mitsamt deren Versichererm ständig unfair sind, dann fordern bald auch die Kunden des anständigeren Sicherheitsdienstleisters von selbigem umfangreiche krumme Schutzmaßnahmen. Das ist einfach der Selbsterhaltungstrieb. Der Ehrliche ist in einer rein profitorientierten Justizordnung einfach immer der Dumme. Natürlich gilt auch hier, dass fremde Gruppen irgendwann auch misstrauisch werden und auf Abstand gehen.

Begeht man ein kleineres Vergehen, wie etwa eine an sich harmlose Beleidigung oder das Ausspannen eines Ehepartners, an einem gruppenfremden Menschen, der beispielsweise bei einem ultrachristlichen Sekten-Unternehmen versichert ist, ist man unter bestimmten Umständen ziemlich am Arsch. Denn wenn die Fanatiker glänzende Geschäfte machen mit deiner Gruppe und Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, dann hat man schnell die eigene Gruppe gegen sich. Sie haben zwar nur eine harmlose Beleidigung ausgestoßen, trotzdem einigen sich die beiden Versicherer auf eine Strafe wie Auspeitschen oder gleich Steinigen.

Man wäre in der Privatrechtsgesellschaft ständig sehr paranoid, denn man muss immer einschätzen können, wie die unzähligen unterschiedlichen, sich ständig wechselnden Loyalitäten und Rechtssprechungen gerade aussehen. Wie wollen sie sich notfalls gegen ihren eigenen kriminell handelnden Versicherer wehren wenn es keine unabhängige Justiz mehr gibt? Auswandern? Das ist kein Recht sondern Mist.

Geht es um Zwistigkeiten innerhalb einer Gruppe haben sie vielleicht noch Glück, wenn es um kleinere Sachen geht. Ansonsten haben sie Pech, da zählen Geld und Seilschaften.

“Die Sicherheit wird viel billiger in der Privatrechtsgesellschaft werden”

Ganz im Gegenteil. Lesen sie den Artikel “Die explodierenden Sicherheitskosten und der Absturz des Lebensstandards beim Wegfall der Republik

“Das Kontrollmittel namens Geldbeutel reicht aus, um böse Konzerne abzustrafen”

Wie oben bereits erklärt, setzen sich diejenigen Interessen durch, hinter denen mehr Geld steckt und mehr andere Druckmittel. Der ideologisch und religiös stärker geprägte Mensch schert sich nicht um die offenen und versteckten Kosten und andere negative Folgen seines irrationalen Handelns, er sieht nur die Gruppenmoral und die Gruppenziele und die Verheißungen. Das ist tödlicher Sprengstoff, keine Markt-Utopie. Freuen sie sich auf Vertuschungen, heimliche Attentate, Medienlügen und eine Rückkehr ins Mittelalter.

Ohne Republik, mit unzähligen Sicherheits- und Justizunternehmen, muss der Bürger unzählige Presseartikel, TV-Sendungen und Bücher konsumieren, um irgendeine auch nur ansatzweise informierte Kundenentscheidungen zu treffen über das Handeln einer Großzahl an völlig unterschiedlichen Sicherheitsunternehmen. Selbstverständlich kaufen sich die Sicherheitsdienstleister genehme Darstellungen in den Massenmedien und alternativen Medien, was das Informations-Chaos vergrößert. Entweder der Bürger muss für seine Recherche enorme Zeit aufwenden, die er lieber in seinen Beruf und ins Geldverdienen stecken würde, oder er entscheidet sich wegen dem Zeit- und Konkurrenzdruck auf dem Billiglohn-Arbeitsmarkt (wg. der starken Zuwanderung) hingegen dafür, anhand oberflächlicher Kriterien seinen Sicherheitsdienstleister auszusuchen, was es dem Konzern leichter macht, zu täuschen und die Preise hochzutreiben. Der Kunde geht dorthin, wo es “am wenigsten schlecht” ist. Die Anbieter bieten nur dann halbwegs vernünftige Preise, wenn man gleich einen 12-Monats-Vertrag unterschreibt. Die ach so tollen Möglichkeiten des Kunden in der Privatrechtsgesellschaft, mit seinem Geldbeutel zu wählen und böse Konzerne abzustrafen, verlieren sich in dem unübersichtlichen Dschungel, der expandierenden Komplexität und dem Zeitdruck.

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41 comments

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Liane 26. Juli 2013 at 0:14

“Minimalstaat: Keimzelle des Maximalstaates – Widerlegung von A. Benesch und P. Boehringer”

http://www.freiwilligfrei.info/archives/4899

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Liane 26. Juli 2013 at 0:14

– Stefan Blankertz

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dennis 25. Juli 2013 at 13:32

Ich stimme den meisten Punkten hier zu. Bei der Debatte, ob man Staaten braucht, muss man sich immer fragen, was ihn denn überhaupt ausmacht.
Es spielt keine Rolle, ob Straßen, Bildung und Versicherung staatlich sein können (auch im Liberalismus ist das möglich). Vielmehr ist der Staat die einzige Institution, die (außerhalb von Notwehr etc.) Gewalt und Zwang nutzen kann. Das bezieht sich natürlich auf Räume außerhalb vom eigenen Privateigentum. Jeder hat natürlich prinzipiell das Recht, das eigene Grundstück zu schützen. Aber nur eine staatliche Gruppe darf fremdes Eigentum betreten, um dort Durchsuchungen oder Verhaftungen durchzuführen.
Das ist zumindest meine Definition. Natürlich ist es unzureichend zu sagen, dass nur der Staat es “darf”. Aber de facto hat der Staat das Gewaltmonopol. Dass die Freiheitsrechte des Einzelnen als Axiom festgesetzt werden können, ist, denke ich, allgemeiner Konsens unter Libertären. Es ist eben nur die Frage, wie man das umsetzt.
Ich denke, das Gerechtigkeit objektiv ist. Daher halte ich Privatrecht für bedenklich.Wichtig ist aber vor allem, dafür zu sorgen, dass das staatliche System so wenig Korruption und damit Kollektivismus wie möglich zulässt. Eine Polizei unter einem Minister kann durchaus problematisch sein, wenn sich Instanzen nicht gegenseitig überwache. Teile und herrsche! Das ist für einen libaralen Staat noch wichtiger als für jeden anderen.
Aber im Zweifel ist die Privatrechtsgesellschaft einfach die Utopie, die man als Libertärer anstreben kann. Rechtschaffenede Menschen könnten so leben. Aber das sinnvolle Ziel wäre im Moment der Minimalstaat.

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ST 19. Juli 2013 at 19:34

Man könnte sich wirklich die Mühe machen und jedes Argument hier grade rücken. Doch wer sich so sehr un seiner Unwissenheit verlaufen hat, dem ist wohl kaum noch zu helfen. Es gibt nicht wenige Akedemiker die sich mit dem Thema beschäftigen und Herr Benesch drischt hier vom Hörensagen drauf rum. Allein schon das Zitat von Mises ist absurd. Den Begriff Anarcho-Kapitalismus gabs erst durch Murray Rothbart. Als dessen Bücher heraus kamen war Mises schon in Rente.

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Liane 19. Juli 2013 at 20:10

“Herr Benesch drischt hier […] drauf rum.”

Serdar Somuncu würde sagen: “Jede Minderheit hat das Recht auf Diskriminierung.” ^^

“Allein schon das Zitat von Mises ist absurd. Den Begriff Anarcho-Kapitalismus gabs erst durch Murray Rothbart.”

Ich las in “Die Gemeinwirtschaft” auch, dass Mises Anarchie ablehnte. Wieso ist das absurd? Sicher kannte Mises den Begriff “Anarcho-Kapitalismus” und Details diesbezüglich nicht, aber dahinter verbirgt sich ja eben, ganz der Anarchie entsprechend, die Ablehnung eines Gewaltmonopolisten. Mises hingegegen sah die kapitalistische Wirtschaftsordnung nur durch einen reinen Rechtsstaat für gewährleistet. Er hätte somit (wahrscheinlich) auch den Anarcho-Kapitalismus abgelehnt.

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Liane 19. Juli 2013 at 20:34

Was ich in diesem Artikel besonders geil finde, ist “Anarcho-Ideologie”.

Ich nehme hier wirklich mal Wikipedia zur Veranschaulichung:

“Als wertfreier Begriff ist Ideologie „die allen politischen Bewegungen, Interessengruppen, Parteien, aber auch Konzepten immanente“ Summe der jeweiligen Zielvorstellungen (siehe Politische Ideologie).

Der insbesondere von Karl Marx geprägte Ideologiebegriff betrachtet Ideologie als „Gebäude, das zur Verschleierung und damit zur Rechtfertigung der eigentlichen Machtverhältnisse dient“; Marx spricht auch von „Überbau“.”

Mich interessiert hier Marx Ideologiebegriff. Weil ersteres reine Etymologie ist und somit auch Minarchismus eine Ideologie ist. So ziemlich alles wäre eine Ideologie, was den Begriff ziemlich belanglos macht.

Verwendet man aber den Ideologiebegriff wie Marx (so wie ich das auch immer verstehe), dann kann man schlecht sagen, dass Anarchie etwas zugunsten von Machtverhältnissen verschleiern (!!!) möchte. [Und ich versuche zumindest mich genau deswegen immer von Ideologien fernzuhalten]

Alex kann durchaus zurecht sagen, dass es aber Probleme (wie mit seinen ganzen Beispielen) geben würde (Islamisten etc. pp.), aber diese Probleme sind ja lustigerweise ideologischer Natur. 😉

Es gibt in diesem Sinne keine Ideologie des “lass mich in Ruhe”.

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ST 20. Juli 2013 at 10:15

Richtig: “wahrscheinlich”. Das ist kein Beweis, denn Mises kannte die Überlegungen Rothbarts zu diesem Zeitpunkt wohl nicht. Die linken Anarchos sind stark ideologisch geprägt. Hab erst letztens einen Text gelesen von wegen böser “Kommerzialisierung” und “kapitalistisch-bürgerliche Gesellschaft”, die zwingend diskriminierend sein muss. Das sie sich damit selbst diskriminierend verhalten, merken die nicht. Natürlich ist es logisch dass es zu verschiedensten Spielarten in Freiheit kommen wird, doch frag ich mich was die eigentlich unter Freiheit verstehen. Deren marxistisches Kasten-System ist mir zuwider. Es ist ja sogar so, dass es ja nicht mal zwingend zu den “DROs” nach Rothbart o.ä. kommen muss. Die psychologischen und ökonomischen Erkenntnisse seit Bakunin, Marx usw. sind von denen anscheinend nicht bemerkt worden. Deswegen sollte man vorsichtig sein zu behaupten welche Anarchie hier gemeint ist.

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Liane 20. Juli 2013 at 11:25

Ok ok. Ist auch richtig. Problem ist: Mises ist tot.
Man kann ihn einfach nicht mehr fragen, wie er das mit Rechtsverhältnissen von Eigentum im Anarcho-Kapitalismus sieht (das sind die Details, die er wohl nicht kannte).
Würde er heute noch leben und immer noch einen “Rechtsstaat” als Konflikt- und Gewaltmonopol befürworten, würde er auch AnKap ablehnen. Aber das können wir halt einfach nicht wissen.

Man entwickelt sich, ist lernfähig, das Bewusstsein ist addaptiv und die Austrian-School ist sowieso ständig erweitert worden. “Anarchie ist doof weil Mises” ist natürlich *gähn*

.

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Bugs 20. Juli 2013 at 13:26

Auf alle Fälle lobte Mises Rothbards Buch “Man, Economy & State” in höchsten Tönen. Es ist das wahrscheinlich beste Wirtschaftsbuch, das jemals geschrieben wurde und immer noch absolute State of the Art (hatte letztes Jahr 60-jähriges Jubiläum).

Jeder, der das Buch liest und versteht, ist doch automatisch Kapitalist.

Das Buch ist gerade für Minarchisten ein Must-Read, wenn sie sich vor Kapitalisten nicht lächerlich machen wollen.

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Libertärer 19. Juli 2013 at 18:19

Ich hab mal meine Gedanken über diese Diskussion festgehalten. Sowie ich die Menschen einschätze, KANN der Nullstaat gar nicht entstehen, da Menschen schlicht die Sicherheit in der Gruppe suchen.

http://der-libertaere.blogspot.co.at/2013/07/anarchokapitalismus-eine-weitere-idee.html

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Bugs 19. Juli 2013 at 4:32

Als Anarchokapitalist sehe ich immer noch keinen Konflikt zwischen Minarchisten und Kapitalisten.

Alex betreibt hier die Selbstzerfleischung des Libertarismus. Ist vom vielleicht größten Ökonomen des 20. Jahrhunderts, Rothbard, auch so vorhergesagt worden.

Die Qualität seiner Ausführungen ist katastrophal.

Das Mises Institut ist von “radikalen Anarchokapitalisten” gegründet worden. Ohne die “radikalen Anarchokapitalisten” gäbe es heute weder eine Österreichische Wirtschaftsschule noch hätte Alex von Mises jemals gehört.

Viel Spaß beim Weiterschwurbeln!

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Ingo 19. Juli 2013 at 8:30

Amen

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Liane 19. Juli 2013 at 10:27

“Das Mises Institut ist von “radikalen Anarchokapitalisten” gegründet worden. Ohne die “radikalen Anarchokapitalisten” gäbe es heute weder eine Österreichische Wirtschaftsschule noch hätte Alex von Mises jemals gehört.”

So sieht es aus!

“Inzwischen von AnKaps durchsetzt” 😀

Lustig ist auch, dass Alex darauf rumreitet, dass Mises ja ein klassischer Liberaler war. Wo ist da jetzt der Kritikpunkt? Das Theoriegebäude der Austrians wurde ständig weiterentwickelt.

…und
Amen^^

PS: Warum immer AnCap wenn mans als Anarcho-Kapitalismus ausschreibt?

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alex 19. Juli 2013 at 15:34

Die AnCaps sind die Zeugen Jehovas der Liberalen *wegduck*

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Liane 19. Juli 2013 at 16:10

Er hat schon wieder AnCap gesagt 😛


Hey Alex, was sagt der Oliver? Gibts schon einen Termin für das Battle? Ich muss das wissen, um mir rechtzeitig eine Tüte Chips zu kaufen.

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Ingo 20. Juli 2013 at 8:22

Bist wohl so arm, das du für eine Tüte Chips lange sparen musst?

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Liane 20. Juli 2013 at 9:23

Ne, das ganze Geld findet nur für andere Sachen einen neuen Eigentümer.^^ (abgesehen vom Staat -.-)

Chips interessieren mich nur bedingt. Wie Popkorn im Kino, weisst du? Kauft man sich ja so auch nicht unbedingt – aber wenn die Situation es hergibt? Warum nicht? Mal eine etwas andere Nebenbeschäftigung um etwas genüßlich zu verfolgen.

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Ingo 20. Juli 2013 at 13:47

Sag mal, warst du nicht die, die in Leipzig wohnt?
Oder bist du die Blume, die früher hier war?
Bitte schreib mal

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Liane 20. Juli 2013 at 18:28

Ich bin nicht Blume und wohnen tue ich in Rostock. o/
http://www.youtube.com/watch?v=rVXxInLRPnQ&list=FLTGxTG7TazJ0JoUQ8a7j-Dg

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Ingo 20. Juli 2013 at 18:46

Dann kennst du ja sicher Jenniver Rorstock :O
Wie ist es denn da so? Hast du Arbeit? Viele Glatzen? Riechen bei euch wirklich alle nach Fisch?
Schreib mal bitte.

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Liane 20. Juli 2013 at 19:27

“Dann kennst du ja sicher Jenniver Rorstock :O”

Nicht persönlich. Ich glaube die Band kommt aber auch aus Usedom. “Rostock” hatte man der Band nur gegeben, weil man dachte, die Jennifer käme aus Rostock.

“Wie ist es denn da so? Hast du Arbeit? Viele Glatzen?”

Kommt drauf an wo man wohnt. In Warnemünde ist es herrlich, andere Stadtviertel wie Schmarl oder Dierkow sind eher schäbig. Ja, habe Arbeit. Ja, es gibt einige Glatzen (Neo-Nazis meinst du bestimmt) in Rostock. Trotzdem völlig in einer Minderheit. Ich kann aber nicht beurteilen, ob das in anderen Städten in DE nicht genauso ist. “Schlimm” wirds erst in ländlichen Gegenden in Meck-Pomm. (Oder man schaut sich immer und immer wieder die Ausschreitungen von 1992 an und versetzt sich in Trance.^^ Wobei viele Nazis da von sonst wo herkamen – Hamburg z.B.)

“Riechen bei euch wirklich alle nach Fisch?”

Ich denke mal, nur wenn man direkt in einer Fischbude, bspw. an den Märkten des Alten Stroms arbeitet. Ansonsten natürlich quatsch. xD

“Schreib mal bitte.”

Langsam bekomme ich das Gefühl, du möchtest mich veräppeln. Genug Verhör.

Ciao.

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Agent Orange 20. Juli 2013 at 21:02

Okay, here is ….. Rostok Vampires – Our War
http://www.youtube.com/watch?v=yd2Z-_-wmkI

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Liane 26. Juli 2013 at 16:15

Oliver Janich
vor 7 Stunden – via Fratzebuch

“Die Diskussion auf recentr.tv ist auf nächste Woche verschoben. Dafür diskutieren wir bis alle Fragen geklärt sind. Also etwa 40-50 Jahre…”

Aha. Komme ich doch noch zu meinen Chips? xD

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freedomforce 18. Juli 2013 at 23:20

Ich finde du benutzt das Wort Anarchie falsch. Anarchie ist eine Gesamtsituation ohne herrschende Instanz. Anarchokapitalismus ist in sich schon widersprüchlich, denn wo Sicherheitsfirmen existieren und Geld Macht verleiht besteht ja eine Herrschaftsform.

Geld ist nicht gleichzusetzen mit Macht. Geld verleiht nur Macht, wenn es bereits schon Machtstrukturen gibt, die sich durch Korruption vereinnahmen lassen.

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BennyB 18. Juli 2013 at 22:44

Es stimmt villeicht das wir unter gegebenen umständen nicht einfach einen Anarchokapitalismus herbeirevoluzzen können wie einige sich das villeicht vorstellen. Auch wenn eine Welt ohne Gewalt natürlich das Ideal wäre können wir zu unseren Lebzeiten höchstens erreichen das die Nationalstaaten kleinere Formen annehmen. Während wir uns die letzten Jahrhunderte auf immer mehr Zentralisierung zubewegt haben denke ich das wir in eine phase der Geschichte eintreten in der sich dieser Trend umkehrt. Nationalstaaten die ihre Sezession von der Kontinentalherrschaft fordern, Länder die mehr unabhängigkeit von der Nation fordern, Regionale Selbstverwaltung usw. ist in meinen Augen der Weg auf dem sich das immer weiter Zentralisierende Gewaltmonopol auflöst. Auch wenn hier immer wieder ein Konflikt herbeigeredet wird weil der Idealismus der AnCaps auf Benesch und andere Minarchisten keine Pragmatische lösung ist unterstützen wir doch alle die Sezessionsbewegungen von Bayern, Katalonien, Schottland, Texas usw. Selbst wenn sie von Sozialisten vorangetrieben werden.
Diese Artikel lesen sich fast als will Benesch die Bundesrepublik vor dem zerfall in viele kleinere Republiken retten. Oder villeicht sogar den Kontinentalstaat vor dem zerfall in die nationalstaaten? Tut mir leid wenn ich mich wiederhole, aber der Staat muss kleiner werden, nicht nur in seinen kompetenzen sondern auch in seiner Ausdehnung. Ob er sich jemals bis runter zur individuellen souveränität entwickelt können wir nicht wissen, wenn es soweit ist werden wir schon längst alle tod sein.

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BennyB 18. Juli 2013 at 23:03

BTW, man liest in Beneschs Kritik immer nur von Kokesh, Hoppe und Molyneux. Andere prominente AnCaps wie Tom Woods, Jeffrey Tucker, David Friedman, Murray Rothbard, Bob Murphy und Lew Rockwell zieht er nicht so gerne durch den Dreck obwol sie das selbe Ideal einer freiheitlichen Gesellschaft anstreben. Viele von diesen Personen sehen den weg in die Kleinstaaterei als einen wichtigen schritt in diese Richtung.

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BennyB 18. Juli 2013 at 23:04

BTW, man liest in Beneschs Kritik immer nur von Kokesh, Hoppe und Molyneux. Andere prominente AnCaps wie Tom Woods, Jeffrey Tucker, David Friedman, Murray Rothbard, Bob Murphy und Lew Rockwell zieht er nicht so gerne durch den Dreck obwol sie das selbe Ideal einer freiheitlichen Gesellschaft anstreben. Viele von diesen Personen sehen (wie ich) den weg in die Kleinstaaterei als einen wichtigen schritt in diese Richtung.

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Ingo 18. Juli 2013 at 22:34

Irgendwie blicke ich bei diesem ganzen Republik Gesülze nicht mehr durch! Gestern noch so und Heute so, mal Hüh mal Hott!

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JubelTubel 18. Juli 2013 at 20:43

Dann werde ich mich mal an den “Boss” wenden. 😉

Zu deinen Absätzen:

1.) Wettbewerb im Sicherheitssektor ist nicht grundsätzlich schlecht, kann aber gefährlich sein (s.Artikel). Polizei und Militär einzeln und getrennt für jede Republik (= einheitlicher oder verträglicher Sprach- und Kulturraum) und nicht kontinental oder gar global. Zentralisierung ist schlecht wegen Machtkonzentration.

2.) Polizei und Militär in gewisser Weise aufzuteilen, ist für eine größere Republik vielleicht eine gute Sache (Wettbewerb und Machtreduktion).

3.) Dogmatisch sind die Vertreter der reinen Lehre, Alex ist pragmatisch.

4.) Ich fürchte, es wird wegen der Globalisten demnächst noch Vieles passieren, was wir bis vor einigen Wochen nicht für möglich gehalten haben. 🙁

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Boss 18. Juli 2013 at 21:10

Nicht kontinental, nicht global?

Wie soll denn das sonst funktionieren?

Wenn man gegen Wettbewerb im Sicherheitssektor ist, muss es einen weltweiten Monopolisten oder zumindest Hegemon geben, sonst stehen die gegeneinander abgegrenzenten, jeweils für sich souveränen Territorien anarchisch zueinander.

Man hätte letztlich die gleiche Situation, als würde man den freien Wettbewerb auf dem eigenen Territorium zulassen (wofür ich ja bin).

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JubelTubel 18. Juli 2013 at 22:25

Klar gibt es bei Staaten das Problem, dass sie sich gegenseitig bekriegen können, aber dies wurde hier gar nicht behandelt, weil es auf einem ganz anderen Blatt steht: Nämlich dem der Außenpolitik, Geheimdiensttätigkeit, Diplomatie usw.

Aber ein Weltstaat (mit globalen Exekutivorganen) ist nur ein Traum für die Eliten – für die Masse ist es der pure Albtraum. Einen üblen Vorgeschmack davon haben wir doch bereits.

Und wie kann man überhaupt auf die Idee kommen, bei einer Weltregierung wäre Ruhe im Karton? Wie wir wissen, sind sie doch die Meister im Aufhetzen, Umstürzen, Ängste verbreiten, Gewalt anwenden und Terror inszenieren. Dies alles wird nicht vorbei gehen, weil es die Instrumente sind, die Masse unter Kontrolle zu halten.

Realität und Wunschdenken sind zwei paar Schuhe!

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rob_111 18. Juli 2013 at 20:20

wer für eine Republik und/oder Minimalstaat ist steht ja gerade Nicht für solche monströsen,unnatürlichen Gebilde wie die EU.
Es war der moderne Nationalstaat der den Feudalismus und die Willkür des Mittelalters ablöste und den Menschen erstmals Rechte brachte.Genau dieser Nationalstaat wird durch EU ,Masseneinwanderung etc.etc. derzeit gezielt aufgelöst,gerade weil er den Globalisten so im Wege steht.

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Boss 18. Juli 2013 at 20:59

Nationalstaaten sind ebenfalls unnatürliche, oftmals nur wenige Jahrzehnte überdauernde Gebilde. Im deutschen Sprachraum gibt es z. Z. vier verschiedene Nationalstaaten.

Würde mich persönlich überhaupt nicht stören, wenn mit dem Königreich Fitzek ein fünfter Staat dazu gekommen wäre

Die Masseneinwanderung gab es schon vor der EU.

Außerdem bildet ein internationales System aus souveränen Nationalstaaten ebenfalls untereinander ein anarchisches System. Dem versucht man durch mehr Supranationalität entgegenzuwirken, d. h. Nationalstaaten in einem neuen Gebilde mit einem einzelnen Sicherheitsmonopolisten zusammenzuführen. In Szenekreisen auch bekannt als NWO.

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Boss 18. Juli 2013 at 20:11

Wenn Wettbewerb im Sicherheitssektor schlecht ist, dann ist es ja gut, wenn Polizei und Militär von der EU zentralisiert würden?

Und warum leisten sich sogar zentralistische Staaten zwei Polizeien, um eine Machtkonzentration zu verhindern? Z. B. in Italien Polizia di Stato und die Carabinieri.

Wir führen hier also als Libertäre dogmatischere Diskussionen als im politischen Mainstream.

Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Hätte ich bis vor einigen Wochen nicht für möglich gehalten.

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Equality 7-2521 18. Juli 2013 at 19:57

Jetzt bin ich überzeugt … ohne Republik wird die HÖLLE losbrechen. Ich kann mir nun nicht mehr vorstellen das sich einer der vielen Millionen Menschen da draußen annehmbare Lösungen für sich auftuende Probleme ausdenken könnte. Deshalb werde ich jetzt vorsorge treffen. Ich werde einen Plan für eine `gated community` entwerfen die einer Republik zum täuschen ähnlich sieht; mit Verfassung und allem drum und dran. Wenn also die Anarchie über uns hereinbricht, werde ich allen gleichgesinnten den Schutz einer Republik bieten mit dem einzigen Unterschied das die Menschen sich freiwillig der Verfassung unterwerfen und bei Unbehagen wieder ausziehen können. Ich bin mir sicher das sich dieses Modell durchsetzen wird, weil es natürlich allen anderen möglichen Lösungen überlegen ist. Den Wettbewerb scheue ich nicht … und wenn ich recht überlege, die Anarchie nun auch nicht mehr 😉

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rob_111 18. Juli 2013 at 19:05

überhaupt allein der Gedanke irgendwelche “Sicherheits- und Versicherungskonzerne” sollten alles regeln ist so offensichtlicher Schwachsinn das ich nicht verstehe wie manche das ernsthaft als Lösung sehen können.
Konzerne sind auch mit Republik nicht gerade als Hüter der Menschenrechte bekannt und gehen über Leichen und schlimmeres wenn es sein muss.

Die Idee der Republik ist keinesfalls überholt wie uns die Globalisten gern einreden.Das Problem ist vielmehr das Republiken heutzutage von innen unterwandert sind und zersetzt werden,so das sie ihrer eigentlichen Aufgabe nicht mehr gerecht werden..

Aber die meísten Menschen bevorzugen nunmal klare Regeln,viele hätten es gerne einfacher,durchschaubarer als es heute ist = Minimalstaat

Anarchie,PRG,AnCap etc. = Führungsloses Chaos,Jeder gegen jeden,Markt regelt alles etc. ist keine Mehrheitsfähige Sichtweise da eben in sich schon totaler,unlogischer Blödsinn

Alex mach doch mal nen Artikel oder ne Sendung was eigentlich ne echte Republik auszeichnet und worin ihr Sinn liegt.Denn vieles was heute passiert wurde von den Gründervätern der USA vorausgesehen und es hat die Plutokraten ja nun über 200 Jahre gekostet das zu überwinden! und so ganz haben sie es immer noch nicht geschafft 😉

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JubelTubel 18. Juli 2013 at 19:03

Alex dröselt hier Schwierigkeiten des (hypothetischen) Privatrechts ganz gut auf, aber mir war vorher schon klar:

Ohne einen moralischen Souverän geht jede Gesellschaft unweigerlich den Bach runter!

(Siehe gegenwärtig und hierzulande!)

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Jack 18. Juli 2013 at 17:57

Ich finde du benutzt das Wort Anarchie falsch. Anarchie ist eine Gesamtsituation ohne herrschende Instanz. Anarchokapitalismus ist in sich schon widersprüchlich, denn wo Sicherheitsfirmen existieren und Geld Macht verleiht besteht ja eine Herrschaftsform. Jede Form von Ordnung, die einer beliebig kleinen Gruppe von Individuen mit Gewalt aufgezwungen wird, ist Herrschaft. Wenn du nicht glaubst, dass Menschen jemals ohne Gewalt oder Geld/Eigentum auskommen, dann musst du diese Haltung ja nicht vertreten. Anarchie kommt ohne Ideologie aus und lässt sich nicht systematisch widerlegen. Warum gegen etwas wettern, dass du selbst befürworten würdest wenn du es für möglich hieltest? Anarchokapitalismus ist schlichtweg eine Täuschung um Freiheit vorzugaukeln wo keine wäre.

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@Jack 18. Juli 2013 at 18:45

Dein Einwand ist ja ganz nett, aber er enthält den Standard-Denkfehler! Dieser drückt sich aus in der Formulierung: “dass Menschen jemals ohne Gewalt auskommen…”.

Ich vergleiche das mal mit einer Herde Zebras und einem Rudel Löwen. Klar kämen die Zebras ohne Gewalt aus. Einfach immer gemütlich Gras fressen und gut is’. Aber erklär das mal den Löwen! Die haben nämlich Appetit, und zwar nicht auf Gras.

Um es direkt auszudrücken: Gewalt, Bosheit usw. sind dominant. Das bedeutet, dass dieses Verhalten stärker und durchsetzungsfähiger ist, als sein Gegenteil. Ein Messer “überzeugt” eben eher als Streicheleinheiten. Zu glauben, diese Dominanz erledige sich durch allgemeines Einsehen in die Vorzüge der Gutmütigkeit, ist naiv. Gebt bitte diese Naivität endlich auf!

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fan club 18. Juli 2013 at 17:53

Freiheit ist gut für die Masse. Sie basiert auf der Regel: Schade anderen nicht!

Es gibt aber gewisse Menschen, die scheißen auf diese Regel. Ihre Psyche ist unveränderbar egoman und rücksichtslos. Sie streben nach Macht, Kontrolle und materiellem Vorteil. Dabei gehen sie auch über Berge von Leichen.

Diese Dominanten können nur durch eine Gegenkraft überwunden werden, die stärker ist als sie. Freiheit ist also nur bei erheblichem, dauerhaftem Zwang gegen Soziopathen möglich.

Aufklärung, Recht, Moral, Patriotismus und Mut sind dabei ein große Hilfe.

PS: Mit dem vorletzten Absatz scheinen einige hier noch Schwierigkeiten zu haben.

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karlheinz 19. Juli 2013 at 16:35

“Freiheit ist also nur bei erheblichem, dauerhaftem
Zwang gegen Soziopathen möglich.”

Ja,damit habe ich ein Problem …

Freiheit ist also nur bei erheblicher, dauerhafter
NOTWEHR gegen Soziopathen möglich.

So, jetzt habe ich kein Problem mehr 😉

@alex: Wie kommst du bitte darauf, dass dich Ancaps hassen könnten? Und warum macht dir das überhaupt etwas aus, wenn diese dir doch gar nichts tun können, da sie sich an das Nicht-Aggressions-Prinzip halten? Im Gegensatz zu dir. Oder? Wie stehst du zum Nicht-Aggressions-Prinzip?

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