Warum keine 100 “Strompreisgipfel” Deutschlands Versorgung retten werden

Posted on Mar 21 2013 - 3:55pm by AlexBenesch

Aus “Die Energiewende ist schon gescheitert” von Günter Keil

Deutschland hat mit die höchsten Stromkosten in Europa. Sie liegen im Gesamtdurchschnitt für alle Verbraucher bei 19,8 Cent pro kWh. Im Vergleich dazu liegen die Kosten in Großbritannien bei 14 Cent und in Frankreich bei 12 Cent.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz macht die absurde Situation möglich, dass bei besonders häufigen Netzstörungen durch den “grünen” Strom dessen Erzeuger mehr Geld bekommt.

Einem Netzbetreiber ist es nicht erlaubt, bei Unverkäuflichkeit des Ökostroms an der Strombörse diesen abzuschalten bzw. dessen Einspeisung abzulehnen. Er muss stattdessen den vom Markt unerwünschten Strom verschenken oder sogar jemanden dafür zu bezahlen, ihn abzunehmen. Überschüsse die keiner braucht, werden also unter den Erzeugungskosten ins Ausland transportiert, wodurch die regionalen Erzeuger dort aus dem Markt gedrängt werden. Polen hat bereits eine Importsperre für deutschen grünen Überschuss-Strom angekündigt.

Viel Wind für nichts

Die Stromerzeugung mit Windkraftanlagen zeigt wegen deren Wetterabhängigkeit extreme Schwankungen – einschließlich tagelanger Perioden ohne jede nennenswerte Leistung; aber auch plötzlich auftretende Leistungsspitzen, die das Verbundnetz an den den Rand des Zusammenbruchs bringen. Die Leistung einer Windanlage sinkt und steigt mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit. Das bedeutet: Bei doppelter Windgeschwindigkeit steigt die Leistung um das Achtfache, bei halber Windgeschwindigkeit sinkt die Leistungsabgabe auf ein Achtel.

Trotz der bereits installierten gewaltigen theoretischen Maximalleistung aller Windkraftanlagen konnte noch kein einziges Kohlekraftwerk abgeschalten werden. Ein weiteres Problem ist der Bau von mindstens 3000 km neuen Höchstspannungsleitungen von Nord- nach Süddeutschland, um den im Norden erzeugten, dort aber nicht gebrauchten Windstrom bis nach Baden-Württemberg und Bayern zu transportieren. Dann gibt es bei den Offshore-Windparks im Meer Schwierigkeiten mit der Anbindung ans Festland, die Netzbetreiber wollen mehr Subventionen (=Steuergelder) haben, sonst Baustopp.

Und die Sonne scheint … nicht

In der Dämmerung und Nachts, bei bedecktem Himmel, Regen und Schnee gibt es überhaupt keinen Solar-Strom. Alle Photovoltaik-Anlagen sind zu ihrer eigenen Sicherheit darauf eingestellt, bei einer Netzfrequenz von 50,2 Hz, die die Folge einer gefährlich zu hohen Stromeinspeisung ist, gleichzeitig vom Netz zu gehen, was zu einem Netzausfall führen kann. Das Geld das die Solarzellen kosten, geht zu ca. 60 Prozent nach China, Tendenz steigend. Deutschland ist dank seiner übertriebenen Zwangsförderung der größte Kunde von Chinas neuen Fabriken. Mit dem EEG bot sich das sonnenarme Deutschland als risikoloses Absatzparadies an. Die deutschen Maschinenbauer lieferten an China, der chinesische Maschinenpark ist topmodern, deshalb gehen die deutschen Hersteller reihenweise pleite. Der SPIEGEL enthüllte, wie die deutsche Bundesregierung der chinesischen PV-Industrie auch noch Millionen hinterherwarf. Die KfW-Bank gab 75 Millionen als zinsgünstiges Darlehen an Yingli, Sunergy und JA Solar. Diese Mittel sollten der “globalen Klimagerechtigkeit” dienen.

Das Netz

Die Netzagentur warnte 2011, dass die deutschen Netze “derzeit am Rande der Belastbarkeit beansprucht würden”. Bei einer Verkettung von wenigen Umständen würde eine Leitungsbelastung von 140 Prozent auftreten, die wegen des kaskadenartigen automatischen Auslösens der Schutzeinrichtungen nicht mehr beherrschbar wäre. Die Stabilität komplexer Produktionsprozesse ist wegen der schwindenen Qualität der Versorgung gefährdet. Lange bevor die Allgemeinheit einen Blackout bemerkt, leiden Fabriken an Ausfällen im Millisekundenbereich und Frequenzschwankungen. Die Bundesnetzagentur zählt nur Stromausfälle ab 3 Minuten Länge und verstuscht damit, einen gewaltigen Teil des Problems für die Produktion von Gütern. Bestimmte Anlagen werden durch ernste Ausfälle irreparabel zerstört.

About the Author

Der in Bayern geborene und aufgewachsene Alexander Benesch startete nach seinem Abitur im Jahr 2006 die investigative Medienplattform INFOKRIEG.TV. Zwei Jahre später machte er sich zusammen mit seiner Frau selbstständig und erweiterte die Medientätigkeit um ein E-Commerce-Business für Outdoor und Survival.

6 Comments so far. Feel free to join this conversation.

  1. LOL 21/03/2013 at 17:11 - Reply

    Die Russen wollen dass die anderen Ländern Rückwachsen, sozusagen… Dann können Sie mit ihren Klima-Fantastereien geschwächt werden, wohingegen die Russen und Chines weiter rüsten…

    PS: Gerade gelesen:

    http://news25.de/news.php?id=74417&storyid=1363881005782 (Sowjet-Einflussagent`?)

  2. Dr_Schnackels 25/03/2013 at 08:30 - Reply

    Ich sage es auch immer wieder: Diese Grünenspinner werden uns alle noch ins Unglück stürzen. Es gibt bessere und ausfallsichere Technologien, vor allem bezahlbare. Warum soll ein Kleinverdiener mit seiner Stromrechnung die PV-Anlage des “Gutverdieners”, über die EEG-Umlage, mitfinanzieren ?
    Die Kernspaltungstechnik wird verteufelt, dabei gäbe es eine durchaus interessante und sichere Technologie in diesem Bereich: Flüssigsalzreaktoren mit Thorium als Brennstoff (NICHT mit dem Kugelhaufenreaktor verwechseln, der ist Schrott!).
    http://www.politaia.org/wissenschaft-forschung/kernenergie-der-thorium-reaktor-kommt-wieder/

    PS: Danke für deine interessanten Artikel Alex.

    “Hängt die Grünen solange es noch Bäume gibt!” – Mehmet Scholl

  3. Melinda 27/03/2013 at 08:13 - Reply

    Der Artikel wirkt ganz im Sinne der über die Tagespresse promoteten öffentlichen Meinungsmache gegen Erneuerbare. Ist aber meiner Ansicht nach zu kurz gedacht. Zum Beispiel: der Anteil der EEG – Umlage am Strompreis gegen den Anteil der ständig steigenden Import- und Transportkosten konventioneller Energieträger ist verschwindend gering. Desweiteren eigenen sich Erneuerbare aufgrund ihres dezentralen Characters hervorragend zur Selbstversorgung ganzer Gemeinden, wofür es bereits zahlreiche Beispiele gibt. Der Ausbau teurer Hochspannungsstromtrassen könnte somit begrenzt werden, würden mehr Gemeinden diesen Weg wählen.
    Das böse Erwachen kommt wohl erst dann, wenn die Erneuerbaren in Deutschland endlich erfolgreich ausgebremst wurden. Und die konventionellen Stromversorgeroligarchen zu diesem Zeitpunkt noch mal zu ganz neuen Preissteigerungen greifen, die derzeit noch zurückgehalten werden.

    • Nabz 31/03/2013 at 13:00 - Reply

      “Der Artikel wirkt ganz im Sinne der über die Tagespresse promoteten öffentlichen Meinungsmache gegen Erneuerbare. Ist aber meiner Ansicht nach zu kurz gedacht. Zum Beispiel: der Anteil der EEG – Umlage am Strompreis gegen den Anteil der ständig steigenden Import- und Transportkosten konventioneller Energieträger ist verschwindend gering. ”

      Die Transportkosten steigen wegen höherer Netzbeanspruchung durch den schlechten stark Transientenbehafteten Strom. Man benötigt auf einmal teuerste Filtermethoden, um die alten Systeme vor zu hohem Verschleiß zu schützen. Das folgende desweiteren des zitierten “Authors” lässt sich mit diesem Argument ebenso leicht widerlegen.

      Das böse Erwachen wie der zitierte Author schildert ist erst durch Einführung des EGG Gesetzes und auch durch die deregulierung des Strommarktes möglich geworden.

      Eine Strombörse ist letztendlich einer Ressourcenhandelnden Börse gleichzusetzen. Und dabei haben wir noch Glück, dass sich Strom nicht speichern lässt, er kann nur zurückgehalten werden, was schon schlecht genug ist.

  4. emarkus 27/03/2013 at 10:05 - Reply

    Auch von mir vielen Dank für diesen Artikel!

  5. benjamin 30/03/2013 at 14:57 - Reply

    hier das sollten sich mal alle sonnenblumler (grüne) durchlesen:

    http://www.t-online.de/wirtschaft/energie/versorgerwechsel/id_62779622/presse-waermedaemmung-laut-kfw-studie-unrentabel.html

    nur schaden, nichts aufbauen! Dx

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