Die narzisstische Störung in berühmten Werken der Popkultur

Posted on Nov 17 2012 - 10:00am by alex

Von Alexander Benesch

Das menschliche Gehirn ist trotz der oft grotesken menschlichen Dummheit das am weitesten entwickelte auf dem Planeten. Die vielen  verschiedenen Einzelteile machen es möglich, Gedanken über Gedanken zu haben, Gedanken über Gefühle, umgekehrt und natürlich auch Nuklearwaffen und vierlagiges bedrucktes Klopapier herzustellen. Bei der Entwicklung dieses komplexen Gehirns kann dementsprechend mehr schiefgehen als bei einem Hamster. Im Tierreich ist es einfacher, die Grundelemente wie Triebe und Verhaltensweisen sind in der DNA festgeschriebenund fertig.

Wenn bei einem Tier etwas in der Entwicklung mächtig schiefläuft, wird das betreffende Exemplar einen weniger hohen Rang in der Herde erreichen, weniger lange überleben, weniger wahrscheinlich der Anführer werden der mit Eifer alle Weibchen begatten darf. Wenn ein Mensch keine dramatischen Schäden erlebt in der Entwicklung vom Full-Service-umhegten Baby zum eigenständgen Erwachsenen, entsteht leichter ein echter Held. Man ging fälschlicherweise zu lange davon aus, dass nur Unterschichtenkinder zu Verbrechern und Narzissten werden, klauen, in der Schule versagen, Autoritäten gegenüber unfolgsam sind und in der Gesellschaft nicht weit aufsteigen. Stehlen und Grausamkeit in der Oberschicht gilt hingegen hinter vorgehaltener Hand als edel.

Dummerweise haben schwer beschädigte Exemplare der Spezies Homo Sapiens anders als im Tierreich überraschenderweise äußerst gute Chancen, an die Spitze von Gruppierungen, Firmen, Parteien, Konzernen, Nationen, Banken etc. zu gelangen. Die Psychos haben keine gewöhnlichen, für Menschen typische Hemmungen, es gibt keine moralischen sondern nur praktische Hürden, alle Regeln zu brechen die für ein gesundes Miteinander und einen gesunden Wettbewerb unbedingt notwendig sind. Sie zögern nicht, jemandes Erfindung oder Errungenschaft oder Geld zu stehlen, Konkurrenten zu sabotieren, anderen ein Verbrechen anzuhängen, selbst nahestehende Personen zu vergiften um zu erben, zu bestechen, sich mit anderen zu verschwören, andere zu bedrohen, zu lügen, Menschen als Sklaven arbeiten zu lassen oder ihre Bündnisse so oft zu wechseln wie andere ihr Hemd.

Rund 5% jeder Bevölkerung, jeder Hautfarbe, jedes Kulturraumes sind stark betroffen, das Spektrum reicht vom gewöhnlichen Narzissten und Soziopathen bis hin zum extremen Psychopathen. Weitere Teile der Bevölkerung sind in geringem bis mäßigen Umfang narzisstisch oder tendieren nur zeitweise in diese Richtung, experimentieren damit und kehren rechtzeitig um bevor sich eine echte Störung entwickelt. Es handelt sich bei der ganzen Sache in den allermeisten Fällen um einen gefährlichen, geistigen Selbstverteidigungs- und Überlebensmechanismus. Die einen werden durch Unterdrückungsmaßnahmen odereine eiskalte Erziehung gebrochen, sie werden lethargisch, duckmäuserisch, depressiv. Andere wiederum schalten an einem Punkt höchster Frustration, Traumatisierung und Erniedrigung um auf die absolute fanatische Linie “Jetzt zähle nur noch ich. Jetzt bin ich an der Reihe zu treten. Ich werde kein Opfer mehr sein!” Wenn dieser Mechanismus sich zu einer Störung auswächst und lange genug währt, ist es zu spät. In einflussreichen Familien wird die Störung anerzogen und gepflegt.

Schlaue Künstler haben immer wieder die Dynamik narzisstischer Persönlichkeitsstörungen in weltbekannte Werke integriert, oft leider ohne dass das Publikum dies auch so wahrnimmt. Dabei ergibt sich die Brillianz erst durch das Verständnis der menschlichen Psyche.

Einer flog über das Kuckucksnest (Das Buch, nicht der Film!)

Im Buch ist der Protagonist im Gegensatz zum Film nicht ein abgehalfterter Jack Nicholson auf Koks, sondern ein ein Meter 90 großer Ex-Soldat mit roten Haaren, der in Kriegsgefangenschaft eine Flucht aus einem kommunistischen Lager angeführt hatte. Solange er für die US-Regierung Kommis massakrierte, war es schnurzpiepegal egal ob er im Suff auch schon mal in eine harmlose Barschlägerei verwickelt war. Sobald er aber als Zivilist und gar nicht mal so unerfolgreicher “Gambler” (Glücksspiel-Betreibender) durch das Land zog ohne einer “geregelten” (i.e. steuerpflichtigen) Arbeit nachging, bekam er immer öfter Ärger mit dem “Gesetz”, also der Regierung.

Ab und zu kurz in diesem und jenem Gefägnis wegen Kartenspielens und Inanspruchnahme von Prostitutionsdienstleistungen, kann man nicht von einem Schwerverbrecher oder schlechten Menschen sprechen, dennoch drohen Randall P. McMurphy in den USA der 1960er Jahre irgendwann mehrere Monate Strafvollzug auf einmal in einer Arbeitsbrigade mit Hacken und Schaufeln. Er glaubt um diese Unannehlichkeit herumzukommen, indem er den Eindruck erweckt, er hätte eine oder mehrere psychische Störungen und sollte zur Evaluierung in eine geschlossene Einrichtung mit sauberen Betten und O-Saft zum Frühstück überwiesen werden um dort seine Zeit abzusitzen. Dummerweise trifft bei seiner neuen Destination das Wort Irrenhaus völlg zu, die Anstalt die von der Oberschwester Ratched und ihren afroamerikanischen Pflegern (Wärtern) geleitet wird, während der eigentlich zuständige Arzt sich gänzlich dem weiblichen Regime beugt.

Das ganze Buch ist geschrieben aus der Perspektive von Chief Broom, einem fast 2 Meter großen Indio der den Taubstummen vorgaukelt, ständig überall die Böden wischt und vieles mithören kann. Auch er war einst Soldat im Dienste der US-Regierung, sein Stamm bekam natürlich die für die Zeit übliche Behandlung durch die narzisstische Obrigkeit und er selbst landete in dem Ratched-Loch samt vergangener Elektroschockbehandlung und Pillen, die ihn in einen konstanten Nebel voller Halluzinationen hüllen.

Er beschreibt die Pfleger eindeutig als narzisstisch gestört und liefert sogar bei einem den grausamen Hintergrund der traumatisierenden Kindheit mit. Sie wurden von Ratched gezielt für den Job ausgewählt, weil sie einen extremen Hass verspüren und die sadistische Kontrolle über die Patienten genießen.

Über Ratcheds Hintergrund erfahren wir, dass sie eine Combat Nurse war, eine Krankenschwester im Kriegseinatz. Eine Kollegin erklärt, dass Ratched ganz klar einen Dachschaden abbekommen und in diesem Job nichts verloren hat. Die Kontrollfreak-Oberschwester hat sich mit ihrer Station eine perfekte narzisstische Ablenkungsmaschinerie für ihre inneren Konflikte geschaffen, genauso wie es die Experten in ihren Büchern darlegen. Es geht ihr ganz alleine um das Dominieren von möglichst schwachen Männern, analog dazu ist auch ihr “Behandlungsprogramm” entworfen, welches die Patienten einfach nur konstant demütigen und schwach halten soll. Ab und zu gab es in ihrer Karriere einen Neuzugang, der Ärger machte, der ihr Ablenkungsobjekt gefährdete und jedesmal zerstörte oder unterwarf sie diese “Querulanten”, auch schon mal mit einer angeordneten partiellen Lobotomie.

Sie hat eine freundschaftliche Beziehung zu der Mutter ihres Patienten Billy Bibbit, der Stotterer der dank seiner geisteskranken Mutter kein normales Leben führen konnte, die ihn als längst erwachsenen Mann immer noch wie ein kleines Kind, wie ein Ablenkungsobjekt behandelt.

Als dann McMurphy auf der Bühne erscheint, unterhält er sich mit dem (schwachen) Anführer der Patienten in einer genialen Szene, die im Film der Schere zum Opfer fiel. Sein Gegenüber erklärt ihm resigniert aber humoristisch, die Welt sei nun mal eingeteilt in Wölfe und Hasen, gemeint ist in Narzissten und diejenigen, die die komplementäre Unterwürfigkeitsstörung haben. McMurphy will diese Einteilung nicht akzeptieren, er beweist mit seinen Handlungen dass man sehr wohl “stark” sein kann ohne Narzissmus und er fährt damit fort, den Männern ihr Selbstwertgefühl zurückzugeben, sie sogar auf den Weg zur Heilung zu bringen. Gelingt ihm wie einst der Ausbruch aus dem kommunistischen Lager? Finden sie es heraus.

Uhrwerk Orange

Die Adaption des gleichnahmigen Buches durch Regisseur-Legende Stanley Kubrick. Die Hauptfigur Alex DeLarge lebt mit erbärmlichen, schwachen und planlosen Eltern in einem heruntergekommenen Viertel der untersten britischen Mittelschicht ein Doppelleben. Einerseits spielt er den gewöhnlichen jungen Mann, der sich den Regeln einer narzisstischen Welt unterwirft, andererseits leitet er eine stylische und ultrabrutale Jugendgang und zelebriert das Leben eines Aristokraten: Vergewaltigen, stehlen, verprügeln wie die Royals, Lords und Earls. Er kleidet sich sogar wie ein Mann des Adels, hört Beethoven und pflegt einen eigenen Slang der ihn vom normalen Volk abhebt.

Die narzisstische Störung ist ihm auf die Stirn geschrieben und wer die Eltern sieht und den Staat kennt, weiß wer ihn geschaffen hat. Eines Tages legen ihn seine Gangmitglieder herein wegen seinem Führungsstil und der Weigerung, endlich irgendein großes Ding zu machen. Er landet wegen Mordes im Strafvollzug, in dem Narzissten dominieren die weitaus erfahrener und organisierter sind als er selbst. Als er sich für ein haftverkürzendes neues Rehabilitierungsprojekt meldet, landet er in einem MKULTRA-style Gehirnwäscheprojekt, welches ihn seines Lieblingsmechanismus, der Gewaltausübung beraubt. Jeder Gewaltimpuls führt zu extremer, unerträglicher Übelkeit. Jetzt muss er in der Welt zurechtkommen, wo sich niemand in der Obrigkeit an irgendwelche Regeln hät und Gewalt die einzige reale Sprache ist. Seine ehemaligen Gangmitglieder sind nun zu Polizisten aufgestiegen und versuchen ihn zu töten, ehemalige Opfer versuchen Ähnliches.
Uhrwerk Orange, bewusst oder unbewusst, dreht sich um nichts anderes als die menschliche Psyche und offenbart den Schlüssel zu dem offenen Geheimnis unserer Welt. Zuschauer sehen den Film oft jedoch nur als bunten lauten Trip, oder als Gewaltverherrlichung, was dazu führte dass der Regisseur ernstzunehmende Morddrohungen erhielt (wie die Psyche der Droher war können sie sich denken) und das Werk lange Zeit in England jahrzente nicht im Kino lief.

Fight Club

Fight Club dreht sich um den Protagonisten Jack mit seinen lausigen und emotional verkümmerten Mittelschicht-Eltern. In der narzisstischen und dehumanisierten Konzernwelt muss er tödliche Mängel eines Autokonzerns vertuschen, was dazu führt dass er irgendwann nicht mehr schlafen kann. Er versucht mit altbekannten falschen Wegen, von seinen inneren Konflikten abzulenken und eine Krücke für sein Leben zu bekommen: Esoterik, Shopping, Medikamente und durch Lügen erschlichenes Mitleid von Teilnehmern diverser Selbsthilfegruppen.

An einem bestimmten Punkt trifft er auf sein erfundenes alter Ego Tyler Durden, der “all das ist was Jack nicht ist”: Gut aussehend wie ein Fotomodell, sorglos, selbstbewusst, furchtlos. Die meisten Zuschauer glauben immer noch, dass Jack “schizophren” geworden ist, da ihm eine Zeit lang nicht bewusst ist, dass Tyler keine echte Person ist. In Wirklichkeit bekommt man die Erklärung am Schluss geliefert: Tyler ist das Fantasie-Alter Ego, das Narzissten erschaffen um der Realität zu entfliehen. Tyler beleidigt ihn noch mit den Worten, dass Menschen jeden Tag sich solche Alter Egos erschaffen würden und er umgekehrt niemals auf den Gedanken käme, einen Verlierer wie Jack zu konstruieren. Deutlicher geht es nicht. Als Tyler leitet Jack zuerst illegale Untergund-Kampfgruppen, später eine ausgewachsene Terror-Rebellion, die genauso dehumanisierend und narzisstisch ist wie die bösen Strukturen die man zerstören will. Natürlich haben viele Fight Club-Zuschauer auch narzisstische Störungen in verschiedenen Ausprägungen. Dies führt dann dazu, dass Tyler ihr Held und Vorbild ist. Sie zitieren seine Sätze ohne zu verstehen, was die Figur eigentlich ist: Ein geistiger 16-jähriger mit Dachschaden, Charisma und Sprengstoff. “Fans” träumen von eigenen Chaos-Truppen die dann Konzerne in die Luft jagen.

Insbesondere diejenigen mit Unterwürfigkeitsstörung halten den Film für gewaltverherrlichend und gefährlich, sehnen sich heimlich aber nach ihrem eigenen Tyler Durden, etwa in Form der Regierung.

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19 Comments so far. Feel free to join this conversation.

  1. Sei's drum 16/11/2012 at 16:35 - Reply

    Na, Alex, wie lebt es sich denn als Hobbypsychologe? Hast tatsächlich eure Infokrieg-Psychoanalyse-Bibel gelesen und kannst jetzt die ganze Welt beurteilen? Stark!

  2. Liane 16/11/2012 at 17:30 - Reply

    “In einflussreichen Familien wird die Störung anerzogen und gepflegt.”

    Die Betonung liegt hier auf ‘Störung’.

    Die Krankheitsdefinition hat hier in allererster Linie den Zweck, durch Ausgrenzung eine “Normalität” zu definieren. Das war schon immer der Zweck der Psychiatrie. Ob man also Verhaltensweisen noch als normal oder schon als krank ansieht, das ist eine soziale Definition und keine medizinische. Jedenfalls, solange der Patient selber nicht findet, daß er darunter leidet, und das ist zwar bei z.B. Depressiven der Fall, aber nicht bei Soziopathen.

    Ihnen fehlt zwar etwas (Empathie), aber wie gesagt lässt sich das nicht als ‘krank’ oder ‘Störung’ definieren, schließlich sieht er das ja eventuell selber gar nicht so. Im Gegenteil, für einen Topmanager/Unternehmer oder Staatsdiener sind Mitgefühle seiner Mitmenschen eher hinderlich. Die Störung wäre für ihn Empathie zu empfinden. Nur mal so….

    • Agent Orange 16/11/2012 at 18:26 - Reply

      Unter dieser “Störung” leidest Du nicht?

      • Liane 16/11/2012 at 18:42 - Reply

        Das musst du die entsprechende Person fragen.
        Ich bin keine Soziopathin. So ein Soziopath kennt es womöglich nicht anders und sieht seine Mitmenschen nur als nützlich an.
        Leidet er darunter, weil er keine Beziehung basierend auf Liebe führen kann? Womöglich nicht, weil er das gar nicht kennt und kein Verlangen hat. Wie gesagt, frag’ mich nicht.^^
        Sollte er nicht darunter leiden, ist es keine Störung für ihn.

        Stell dir eine Kultur voller Soziopathen vor. Denen würde nicht einfallen, sich als solche zu bezeichnen, noch dass sie selbst eine Störung hätten, da sie Ausdruck der Norm wären. Käme dann ein sich als normal Definierender hinein, wäre er aus der Perspektive derer, die erst er selbst als Sozipathen beschreiben müsste, damit irgendjemand sie als solche erst definieren kann, abnorm.

        Man mag sich von daher die Frage stellen, ob im Kern nicht alle Kategorien Ergebnis der Beschreibung aus einer bestimmten Perspektive heraus sind, anstatt objektive Fakten, die der Beschreibende lediglich zu benennen denkt.

        • Liane 16/11/2012 at 18:46 - Reply

          Ich muss natürlich zugeben, dass es etwas anderes ist, wenn es, wie Alex meint, ‘anerzogen’ wurde. Ich frage mich aber, ob man Soziopathie als gesetztes Krankheitsbild wirklich ‘anerziehen’ kann. Durch Hirnschäden oder so vielleicht.

          • Liane 16/11/2012 at 19:04 -

            Oder nehmen wir mal nicht unterdurchschnittlich intelligente Soziopathen, welche durch ihr dysfunktionales Handeln eher im Knast landen, sondern überdurchschnittlich intelligente Soziopathen, wo ihr funktionales Handeln zu Macht/hohe Positionen führt.

            Nehmen wir weiter an, David Rockefeller ist so ein Sozipath.
            Glaubst du er leidet? Vielleicht ist er glücklich, mächtig zu sein und Menschen in den Abgrund zu führen? Was anderes will und braucht er gar nicht? Wer weiß.^^

  3. Agent Orange 16/11/2012 at 19:26 - Reply

    Ich hab doch die richtige Person gefragt.

    Und Du sagst mir, dass sich ein Soziopath nicht als solcher erkennt. Is klar, aber drum gings in meiner Frage nicht.

    Soziopathie kann man nicht “als gesetztes Krankheitsbild” anerziehen, aber man kann Soziopathie züchten.

    Kannst Du eine “Beziehung basierend auf Liebe führen” , wenn Du frigide bist?

  4. Holländischer Bastard 16/11/2012 at 21:06 - Reply

    jo!!!!!!!!!

  5. KPAX 17/11/2012 at 08:06 - Reply

    Diese Strukturen werden wir nie wegbekommen-systembedingt-deshalb muss das System geändert werden,damit diese Typen von den Schalthebeln wegkommen.

    • Holländischer Bastard 17/11/2012 at 14:37 - Reply

      Das Bewusstsein und die Wahrnehmung vieler Menschen müsste sich ändern, dann verändert sich das System von ganz alleine.

  6. Mirko 17/11/2012 at 21:44 - Reply

    “They made deals with some ETs and found out: these ETs are bad guys and they’re bigger, stronger and tougher. They totally underestimated them. They are scared and don’t know what to do and try to kiss up to them and save their own skin“

    — Ashayna Deane, One World Order Rising

    Ich will hier bestimmt keine Lanze brechen für die irdischen Powereliten. Aber habt ihr Euch schon mal gefragt, wie IHR reagieren würdet, wenn Euch ein Haufen technologisch wie psychopathologisch haushoch überlegener Aliens die Peitsche androhte, sobald ihr den Geschmack an ihrem Zuckerbrot verloren hättet?

    Wenn man die Brutalität und Rücksichtslosigkeit der irdischen Powereliten verstehen will, muss man auch den enormen psychischen Druck in Rechnung stellen, unter dem sie seit jeher standen. Ob sie nun als blutopfernde “Kulturbringer” an den Fäden von außerirdischen Trickstergöttern hingen oder (seit den “Zeta Treaties” der 1930er Jahren) sich von den vollkommen unterschätzten “Greys” mit Waffentechnologie ködern ließen — ihre emotionale Kurzsichtigkeit (schlechte Freund/Feind-Kennung) brachte sie stets in Situationen, in denen sie sich genötigt sahen, ihre Haut auf Kosten des Restes der Menschheit zu retten.

    Ich will an dieser Stelle nicht unbedingt Euer Mitleid für diese emotionalen Autisten erregen, nur ein wenig mehr Verständnis. Es ist doch für die Einschätzung der eigenen Möglichkeiten nicht unerheblich, wenn man in den Powereliten nicht nur eine unnahbare Übermacht, sondern einen Haufen verängstigter Thore erkennt, welche die Hosen mittlerweile gestrichen voll haben. Um diesen Herrschaften am Ende einen Rückweg in die Gesellschaften der wirklich Freien zu ermöglichen, müssen wir jedoch zuerst vollumfänglich verstehen, warum sie taten, was sie taten. Wenn wir dabei bei Psychoanalysiererei und Verurteilungen stehen bleiben, werden wir das Gift nicht aus unserem Bewusstsein bringen, das uns schon zu lange in der Bequemlichkeit der Opferrolle stagnieren lässt.

    • benjamin 17/11/2012 at 21:55 - Reply

      ähm, jah…

      die aliens regieren uns also?

      warum? was wollen die hier??

      wenn die so toll sind, lichtjahre durch das all zu reisen und sich hier einzunisten, werden die jawohl die eigenen probleme lösen könnten.
      und die “beweise” für aliens?
      ufo-sichtungen von …schlichten gemütern?
      irgendwelche katzenaugen im tv (ja nee, klar, weltraumreisen und aussehen wie ein mensch — aber kontaktlinsen vergessen oopsi)
      irgendwelche holzschnitte aus dem mittelalter, die sonst was darstellen können…
      etc.

      btw.. die GANZE WAHRHEIT werden wir NIE erfahren! und wenn DAS die wahrheit sein sollte, warum kann man das so einfach im netz lesen, wenn das solche abgefuckten weltchefs sind mit hightech und pipapo??

      aber gut, vllt hast du recht und deren planet wird gerade von der sonne die sich in einen roten riesen verwandelt gegrillt, dann jA DANN SIND WIR NATÜRLICH dem untergang geweiht und hail kang!

      meinst du das ernst??? 0_o

    • Agent Orange 18/11/2012 at 09:54 - Reply

      Mirko, ich grätsch mal rein, denn der Begriff “irdische Power-Eliten” wirkt auf mich beschönigend und völlig unangemessen.

      “Elite” bedeutet Auswahl der Besten – davon kann in diesem Zusammenhang doch nicht wirklich die Rede sein, denn das Gegenteil ist der Fall. Tatsächlich handelt es sich dabei um den Club der skrupellosesten, machtgierigsten und korruptesten Individuen.

      “Power” bedeutet Macht oder Kraft. Individuen, die sich von irgendjemanden für irgendeinen Zweck einspannen lassen, haben sich selber ausgeliefert und haben über ihr Tun und Handeln keine Macht mehr – sie sind in Ohnmacht und führen die Befehle anderer aus.

      Und “irdisch” bedeutet mit der Erde verbunden. Wenn etwas irdisch ist, dann verhält man sich der Erde gegenüber respektvoll und zum Wohl der Erde und deren Lebewesen. Man handelt rational, also vernünftig und vorausschauend. Bei den aktuellen Zuständen auf diesem Planeten darf man davon aber nicht sprechen. Vieles ist irrational und scheint unerklärlich.

      “irdische Power-Elite” bedeutet für mich: “irrationaler Club der ohnmächtigen Anti-Elite” oder “Club der toten Seelen”

  7. Kang 18/11/2012 at 00:51 - Reply

    Hail Kodos

  8. Sven 18/11/2012 at 07:01 - Reply

    Wer zu diesen Themen ein kleines ,kurzweiliges Buch lesen möchte, dem empfehle ich “Irre – Wir behandeln die Falschen”. Darin wrd beispielsweise darüber geschrieben, ob Adolf Hitler ein gestörter Irrer war, oder ein gesunder, abgrundtief “böser” Mensch.

    Den Thesen von Alex kann man, meines Erachtens nach, durchaus folgen. Man kann aber auch alles anders auslegen. In dieser Materie gibt es viele verschiedene Blickwinkel, von welchen aus man Dinge betrachten kann. Und keine binäre Logik wie 0/1, gut/böse, normal/gestört etc..

    • leser 18/11/2012 at 12:26 - Reply

      Klingt als könnte der Autor des Buches in etwa dies meinen:

      “Normale Persönlichkeitsstörung

      Kennzeichnend für die normale Persönlichkeitsstörung (abgekürzt NoPS) sind oberflächliches, konventionelles und überangepasstes Verhalten und Auftreten. Die Betroffenen zeichnen sich oft durch ein hohes Maß an Intoleranz und eingefahrenen Denkmuster aus. In ihrem Privatleben ziehen Menschen mit der normalen Persönlichkeitsstörung vertraute Handlungsweisen, Umgebungen und soziale Situationen vor. Typisch sind vor allem Ängste vor Fremdartigem und Ungewohntem. Im Umgang mit anderen Menschen sticht vor allem die auffällige Unauffälligkeit der Personen mit normaler Persönlichkeitsstörung hervor. Ihre Identität beziehen sie häufig aus ihren gesellschaftlichen Zugehörigkeiten statt aus individuellen Eigenheiten.

      Die Häufigkeit in der Gesamtbevölkerung wird auf über 70% geschätzt. Pessimistischere Einschätzungen sprechen sogar von “quasi-100%,” allerdings mit unterschiedlicher Stärke. Damit ist die normale Persönlichkeitsstörung die häufigste Persönlichkeitsstörung, jedoch wird sie aufgrund mangelnden Fachwissens nur vergleichsweise selten im psychologischen und psychiatrischen Umfeld auch tatsächlich diagnostiziert. Einige spekulieren sogar auf anthropologische Grundkonstanten, die dieser Störung zugrundeliegen sollen (was aber noch nicht nachgewiesen ist.)”

      Mehr dazu unter:

      http://www.plateau-trivial.de/wiki/index.php?title=Normale_Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung

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